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Zweite Bundesliga 2017/2018, 27. Spieltag
Sonntag, 18.03.2018 – 13.30 Uhr
1.FC Nürnberg – SV Darmstadt 98 1:1 (0:1)

0:1 (18.) Terrence Boyd
1:1 (78.) Georg Margreitter

Es gibt diese Fußballspiele, bei denen man hinterher nicht so genau weiß, ob das nun Fisch war oder Fleisch, was man da vorgesetzt bekommen hat. Gemeinhin nennt man diese Spiele oft Unentschieden und beim 1:1 zwischen dem Glubb und Darmstadt war die Frage nach dem Abpfiff eben genau die: Was macht man mit dem Spiel nun? Verbucht man die Partie als Punktgewinn, weil man die drohende Niederlage doch noch verhindern konnte? Oder war die Punkteteilung ein doppelter Punktverlust, weil man als Mannschaft, die aufsteigen will, ein Heimspiel gegen den Vorletzten einfach gewinnen muss?

Nicht völlig frei im Kopf

Die Antwort liegt wie so oft mit Sicherheit irgendwo in der Mitte. Denn dass der FCN vor dem Spiel eine massive Ergebniskrise hatte, ist unbestritten. Und wer zwei Spiele hintereinander verliert und zudem seit über 180 Minuten das gegnerische Tor nicht mehr getroffen hat, der ist ohne Zweifel nicht völlig frei im Kopf. Da kann der Trainer dann noch sehr davon reden, dass es ja kein Grund gäbe, zu verkrampfen.

Wieder ein dummes Gegentor

Spätestens beim Gegentor durch Terrence Boyd in der 18. Minute hat man die Verunsicherung der Clubspieler überdeutlich gesehen. Nach einer Ecke konnten sich die Gäste den Ball ungehindert über mehrere Stationen zuköpfen. Eine Stafette, die über weite Strecken die einzige Chance der Gäste bleiben sollte, aber eben auch zur Führung Darmstadts führte. Wie schon viel zu oft in dieser Saison rannte der Club im heimischen Max-Morlock-Stadion einem Rückstand hinterher. Die Not war groß, die dritte Pleite in Folge drohte und das merkte man den Herren, die an diesem Sonntag schwarz trugen, deutlich an.

Der Glubb ist zu ungenau

Bei einer Mannschaft, die einen Lauf hat, wäre dieser Rückstand nie passiert – und eine Mannschaft, die einen Lauf hat, hätte an diesem Nachmittag wahrscheinlich sehr viel früher getroffen als der 1.FC Nürnberg. Doch der Glubb hatte eben genau das Gegenteil eines Laufs und so sprangen die Bälle eben an den Pfosten oder gingen aus kürzester Distanz noch daneben. Das Darmstädter Tor schien wie zugenagelt, doch zumindest zeigte der Club eine ansteigende Formkurve.

Gute Chancen durch Möhwald und Behrens

Zwar fragte man sich noch immer, wer den Ball denn nun endlich über die Torlinie befördern sollte, doch zumindest gab es – im Gegensatz zu den letzten Spielen – klare Torchancen. Hanno Behrens und Kevin Möhwald vergaben rund eine Viertelstunde nach dem Seitenwechsel und in umgekehrte Reihenfolge noch einmal in der 71. und 73. Minute.

Margreitter trifft

Letztlich dauerte es bis in die 78. Minute ehe der erlösende Torschrei endlich ertönen durfte. Enrico Valentini brachte eine Ecke von rechts und Georg Margreitter stand etwa 13 Meter vor dem Tor genau richtig. Da auch Hanno Behrens direkt vor dem Tor noch zuckte, was Lilien-Keeper Daniel Heuer-Fernandes schließlich so irritiert, dass er den Kopfball von Margreitter passieren ließ.

Man gehört zu den Gejagten

Der Jubel war groß, die dritte Niederlage in Folge war abgewendet – mehr jedoch auch nicht. Dem FCN fehlt dieser Tage die Leichtigkeit und Unbekümmertheit, die ihn über weite Strecken der Saison ausgezeichnet hat. Irgendwann ist in den Köpfen offensichtlich angekommen, dass man nun zu den Gejagten der Liga gehört. Man hat beim Glubb plötzlich etwas zu verlieren – nämlich einen zweiten Platz. Und wie heißt es nicht umsonst so schön? Nach oben kommen ist nicht sonderlich schwer – oben bleiben dafür sehr.

Ein harter Kampf bis zuletzt

Ganz egal also, wie man das Spiel gegen Darmstadt nun einordnen mag, ganz egal auch, wie die Länderspielpause nun genutzt wird: Es wird ein harter Kampf bis zum Ende. Ein harter Kampf, in dem jeder Punkt zählt – auch solche, die gegen Tabellenvorletzte eingefahren werden.