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Zweite Bundesliga 2017/2018, 24. Spieltag
Sonntag, 125.02.2018 – 13.30 Uhr
VfL Bochum – 1.FC Nürnberg 0:0 (0:0)

Es gibt Wochenenden, an denen muss man die Nachbetrachtung des Clubspiels schon weit vor dem Anpfiff der Partie beginnen. Denn ist man sich erst einmal bewusst darüber, dass Fußball zu großen Teilen auch Kopfarbeit ist, kommt man an diesem 24. Spieltag nicht umhin, den frühen Freitagabend mit in die Betrachtung einzubeziehen.

Fortuna marschiert

Gerade einmal 15 Minuten sind in Regensburg gespielt, da führen die Gäste aus Düsseldorf in der Continental-Arena in Regensburg bereits mit 3:0. Alles sieht danach aus, als würde die Fortuna in Sachen Tabellenführung wieder vorlegen und der Glubb dann am Sonntag nachziehen.

Regensburg kontert

Nur 50 Minuten später hat sich das Blatt jedoch komplett gewendet. Der Jahn hat das Spiel gedreht und Sargis Adamyan trifft in der 65. Minute zum 4:3 für Regensburg. Bei diesem Ergebnis bleibt es dann auch, die Fortuna hat verloren und verpasst damit die erneute Übernahme der Tabellenführung. Beim Glubb weiß man damit: Man kann die Tabellenführung am Sonntag ausbauen, muss jedoch nicht mal punkten, um Erster zu bleiben. In Sachen Kopfarbeit ist dieser Unterschied zwischen »kann« und »muss« der denkbar größte und vor allem Undankbarste.

Ein klitzekleiner Schalter

Denn auch, wenn man von einem Spitzensportler selbstverständlich erwarten kann und muss (sic!), dass er jedes Spiel gewinnen will, wird der Mensch hinter diesem Spitzensportler bei genauer Betrachtung durchaus zugeben, dass da entgegen aller Vernunft irgendwo ein klitzekleiner Schalter ist, der sich an Wochenenden wie dem Vergangenen umlegt – ob man nun will oder nicht.

Das »Wollen« muss da sein

Irgendwo im Hinterkopf bleibt der Gedankel: Naja, im Grunde ist es heute ja egal. Das ist zwar nicht unbedingt eines Spitzensportlers würdig, bleibt unter dem Strich jedoch menschlich. Wenn der direkte Konkurrent verkackt, freut man sich und lehnt sich zumindest für ein paar Millimeter entspannt zurück. Aus dem »Müssen« wird ein »Können« und wenn daraus nicht am Ende ein »Wollen« wird, geht es schief.

Schlicht langweilig

Dass die Schalter beim Glubb nicht vollständig auf Angriff gestellt waren, hat man am Sonntag in Bochum gemerkt. 90 Minuten gepflegte Langeweile. Die Theoretiker mögen da mal wieder von einem »taktisch geprägten und interessanten« Spiel sprechen. Ich für meinen Teil habe mich über lang Strecken schlicht gelangweilt.

Überall die Null

Nun ist Fußball zum Glück kein Spiel, bei dem man in der B-Note auf Punkterichter angewiesen ist. Am Ende muss das Ergebnis stimmen und das 0:0 ist genau das Ergebnis, dass diese Partie auf sehr übersichtlichem Niveau verdient hat. Eine Nullnummer, die sich genau so anfühlt. Null Spannung, quasi null Tor-Chancen auf beiden Seiten und am Ende eben zum Glück nicht null Punkte.

Kaum Torchancen

Auf Einzelheiten des Spiels einzugehen lohnt nicht wirklich. Bei eisigen Temperaturen sah man ein Spiel, bei dem der Glubb auf Sicherheit bedacht war und hinten wenig zuließ. Gleichzeitig fehlte vorne die nötige Durchschlagskraft, um selbst zu Chancen zu kommen und wenn man während der 90 Minuten überhaupt mal das Gefühl bekommen konnte, dass vielleicht doch noch ein Tor fällt, dann in den letzten zehn Minuten – als der Club das Heft des Handelns etwas fester in die Hände nahm.

Einen Punkt gut gemacht

Unter dem Strich war das torlose Unentschieden genau das Ergebnis, das man nach dem Feuerwerk am Freitag in Regensburg erwarten konnte. Genauso wenig wie an diesem Sonntagnachmittag auf dem grünen Rasen passiert ist, ist auch in der Tabelle passiert. Denn neben der Fortuna hat auch Holstein Kiel verloren – der FCN hat gegenüber seinen beiden engsten Verfolgern also sogar einen Punkt gut gemacht. Acht Punkte sind es nun Vorsprung auf den dritten Tabellenplatz. Acht Punkte sind es auch auf Platz vier.

Noch elf Spiele bis Saisonende

Der Drops ist also noch lange nicht gelutscht und die Messe auch noch nicht gelesen. So lange die dicke Frau noch singt, ist das Stück noch nicht vorüber und unzählige weitere Sprüche könnte man nun machen. Zehn Spiele sind es noch und beim Club ist man gut beraten, sich an die Fakten zu halten. Das Spiel in Bochum zeigte jedoch auch, dass man sich in dieser Hinsicht wenig Sorgen machen muss. Michael Köllner weiß, was er wann aus der Mannschaft herauskitzeln muss, um am Ende der Saison über dem Strich zu stehen. Und solange die Konkurrenz so gut mitspielt wie an diesem Wochenende, kann man in Nürnberg auch getrost dazu übergehen, die restlichen Heimspiele zu gewinnen und in den Auswärtsspielen jeweils einen Punkt mitzunehmen.