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Zweite Bundesliga 2016/2017, 26. Spieltag
Freitag, 31.03.2017 – 18.30 Uhr
1.FC Nürnberg – Karlsruher SC 2:1 (0:1)

0:1 (24.) Ylli Sallahi
1:1 (65.) Tobias Kempe (Foulelfmeter)
2:1 (70.) Tobias Kempe (Handelfmeter)

Es ist noch gar nicht so lange her, da freute man sich nach einem spielfreien Wochenende so richtig wieder auf den Club. Gab es an dem spielfreien Wochenende die noch nicht mal als Ersatzdroge taugende Nationalmannschaft, durfte man beim Club endlich wieder richtig mitfiebern und emotional Vollgas geben.

Zum Einschlafen

Zumindest für den Rest dieser Saison scheint das mit der Emotionalität mit Ausschlag in den roten Bereich beim Club jedoch vorbei. Schließlich geht es im Grunde doch nur noch darum, die Spielzeit bis Mitte Mai halbwegs akzeptabel über die Runden zu bringen. Spannung wird es weder nach oben noch unten noch geben – dachte man zumindest bis zur 24. Minute.

Der Club als Aufbaugegner

1.440 Sekunden war das Spiel im Nürnberger Max-Morlock-Stadion ohne jeden Höhepunkt vor sich hingetröpfelt als sich Miso Brecko offensichtlich dachte, er soll mal einen auf Laszlo Sepsi machen. Also wird der Ball völlig unnötig dem Gegner in den Fuß gespielt und als Ylli Sallahi dann auch noch ein Herz nahm und aus fast 30 Metern einfach mal abzog, sah unser Kapitän, dass dieser Schuss mindestens drei Meter am FCN-Gehäuse vorbeifliegen würde und warf sich aufopferungsvoll in die Flugbahn des Balles, um die Flugbahn desselben unhaltbar für Keeper-Oldie Raphael Schäfer abzufälschen.

Doch noch Abstiegsangst?

Es stand 0:1 gegen den Tabellenletzten, der Club zeigte sich mal wieder von seiner besten Seite als Aufbaugegner und hatte zu diesem Zeitpunkt bei dann noch ausstehenden acht Spielen noch genau acht Zähler Vorsprung auf den Abgrund. Also nichts da mit Auströpfeln der Saison…

Der Großteil der 25.113 Zuschauer im Nürnberger Achteck quittierten die Leistung der Clubspieler in Halbzeit eins mit dem Pausenpfiff folgerichtig mit Pfiffen. Nicht eine Torchance hatte man für die Männer in rot-schwarz bisher ausmachen können. Da hilft auch ein Übergewicht in Sachen Ballbesitz nichts.

Fußball zum Abgewöhnen

Und auch in Durchgang zwei änderte sich zunächst nichts. Die Mannschaft, der man am Montag vor einer Woche noch attestiert hatte, mit dem Tabellenführer aus Berlin über weite Strecken zumindest mitgehalten zu haben, fiel nichts ein und erinnerte über weite Strecken an die Trauerspiele, die sie unter Alois Schwartz abgeliefert hatte.

Der Impuls kam von außen

Der Impuls musste also von außen kommen und Michael Köllner setzte ihn mit der Einwechslung von Tobias Kempe nicht. Es war der Stuttgarter Schiedsrichter Martin Petersen, der ihn setzte und natürlich hörten die Badener Gäste sofort nicht nur die Nachtigall, sondern auch den Schwaben trapsen. Petersen setzte Kempe in Szene, indem er in der 65. Minute auf den Elfmeterpunkt zeigte. In aller Deutlichkeit sei hier allerdings gesagt: Kevin Möhwald wird definitiv am Fuß getroffen – ob man deshalb umfallen muss, darf hinterfragt werden. Klar ist jedoch auch: Wenn der Spieler fällt, muss der Schiedsrichter Elfmeter pfeifen. Petersen tat dies, Kempe trat an und traf in der 65. Minute zum Ausgleich.

Und noch ein Elfmeter

Ein Ausgleich, der nicht lange Bestand haben sollte, denn nur fünf Minuten später zeigte der Unparteiische erneut auf den Elfmeterpunkt. Nach einer Freistoßflanke hob Marvin Mehlem den Ellbogen und wehrte den Ball so ab. Dieses Mal gab es keinen Zweifel – eigene Dummheit des KSC-Spielers. Erneut trat Kempe an und ohne eine einzige Torchance aus dem Spiel heraus führte der Club plötzlich 2:1.

Der neue Glubb – nicht mal mehr Depp

Warum der FCN das Spiel dann am Ende mit dem knappen Sieg nach Hause schaukelte, weiß wahrscheinlich nicht mal die Mannschaft selbst so ganz genau. Natürlich kann man mal wieder von Moral und Kampfgeist sprechen, aber seien wir ehrlich – dieses Mal war eben nicht der Glubb der Depp, sondern der Gast aus Karlsruhe. Und das wahrscheinlich auch allein getreu dem Motto »Haste Scheiße am Fuß…«, weil man eben im Süden der Tabelle steht.

Die kommenden Wochen zählen für Köllner

Trainer Michael Köllner muss nun in den verbleibenden acht Spielen zeigen, wie das wahre Gesicht der Mannschaft nun aussieht. Sieht man von der Auswärtspartie am Dienstag in Hannover mal ab, kommen da in den nächsten Wochen allesamt Gegner, die man durchaus schlagen könnte. St. Pauli, Aue und Würzburg stehen im Tableau jedenfalls alle noch hinter dem FCN. Und wahrscheinlich wird man auch erst nach diesen Spielen sagen können, wo die Reise wirklich hingeht – und vor allem, ob Michael Köllner als Reiseleiter mit an Bord sein wird oder nicht.