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Zweite Bundesliga 2016/2017, 22. Spieltag
Sonntag, 26.02.2017 – 13.30 Uhr
1.FC Nürnberg – VfL Bochum 0:1 (0:1)

0:1 (35.) Nils Quaschner

Man mag wirklich nicht mehr hinsehen. Fünf Spiele sind in der Rückrunde gemacht, gegen Bochum gab es am Sonntag die dritte Niederlage. Im Duell der grauen Mäuse reicht den Gästen vom VfL ein einziger guter Moment, um die drei Punkte mit in den Ruhrpott nehmen zu dürfen. Das Team von Alois Schwartz war bemüht, aber letztlich ideenlos und rutscht in der Rückrundentabelle auf Platz 16. Selbst Erzgebirge Aue hat im Kalenderjahr 2017 inzwischen mehr Punkte gewonnen als der dahin dümpelnde Club.

Man hat noch Ziele?

Bringen wir die Sache doch auf den Punkt: Vor dem Spiel wurde betont, dass die Saison noch keineswegs vorüber sei, dass man noch Ziele habe und auf jeden Fall bis zum Ende der Saison noch Gas geben wolle. 90 Fußballminuten später kann man darüber nur lachen. Was nützt es, Gas zu geben, wenn man offensichtlich nicht einmal weiß, in welche Richtung es gehen soll?

Das Spiel gegen den VfL Bochum reihte sich nahtlos an die Partie in München an: Der Club war konzept- und planlos und als Zuschauer hatte man bisweilen den Eindruck, die Mannschaft von Alois Schwartz könne noch mindestens zehn Stunden weiter spielen, ohne zum eigenen Torerfolg zu kommen.

Burgstaller fehlt eben doch

Was war der Jubel groß – es ist noch gar nicht so lange her. Nach dem Abgang von Guido Burgstaller schien man schneller als gehofft in Abdelhamid einen adäquaten Ersatz gefunden zu haben. Doch wer den Youngster am Sonntag über den Platz traben hat sehen, muss sich schon fragen: Was passiert da innerhalb der Mannschaft eigentlich? Agiert der Trainer auch mal und versucht, eigene Akzente zu setzen? Oder reagiert Alois Schwartz immer nur auf die äußeren Umstände?

Es tut mir leid, aber wer den 1.FC Nürnberg in der Saison 2016/2017 bisher verfolgt hat, der kann nur zu dem Schluss kommen, dass Schwartz ausschließlich reagiert – und dementsprechend aktuellen Entwicklungen stets hinterher hinkt. Wollte man nun sarkastisch sein, kann man natürlich sagen: Na, dann passt er doch zum Club! Doch ist das wirklich so? Waren Michael Meeske und Andreas Bornemann nicht mal angetreten, weil alles besser werden soll?

Nürnberg hat den Anschluss verloren

Bei allen Altlasten, die man beim Club mit sich rumträgt, sei die Frage erlaubt: Wann will man endlich anfangen, den noch immer stets größer werdenden Rückstand auf die Kontrahenten aus Mainz, Augsburg oder auch Freiburg wieder kleiner werden zu lassen? Oder kommt da tatsächlich irgendwann die Ansage, dass dieser Zug abgefahren sei?

Hat man die Mannschaft am Sonntag gegen Bochum gesehen, kommt einem in der Tat der Verdacht, dass da irgendwo ein Zug abgefahren sei. Da kann man dann auch auf die fehlende Qualität des Kaders hinweisen und Guido Burgstaller weitere Tränen nachweinen, unterm Strich bleibt die Feststellung: So schlecht, wie sich die Mannschaft zur Zeit präsentiert, ist sie nicht. Das Ziel für den 1.FC Nürnberg muss heißen, dass man in der Zweiten Liga zumindest oben mitspielt. Ob es am Ende zu einem Platz unter den ersten Drei reicht, sei an dieser Stelle dahin gestellt, doch zumindest den Anschluss nach ganz oben sollte mit dem aktuellen Kader durchaus möglich sein.

Es wird keine gute Arbeit geleistet

Stand der Dinge nach dem Bochum Spiel? Man versinkt endgültig im grauen Mittelmaß und muss sogar aufpassen, dass man nicht doch noch wieder ganz unten mit reinrutscht. Stand der Dinge nicht erst nach dem Bochum-Spiel: In Nürnberg wird zur Zeit keine gute Arbeit geleistet. Und wenn keine gute Arbeit geleistet wird, muss dies Konsequenzen haben – und zwar möglichst bald.