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Very British ging es am Mittwochabend im Berliner Privatclub zu. CC Smugglers gaben ihr Live-Debüt in Berlin. Lassen wir hier den Brexit einmal außen vor und nehmen wir die ehrliche englische Art. Die Art wie früher Fußball gearbeitet wurde, die Art wie in Londoner Clubs Musik gemacht wird. Sieht man das Sextett auf der Bühne muss man unweigerlich ans dunkle London der 1920er oder 30er Jahre denken, an Kleinganoven, die bei allen halbseidenen Absichten doch stets Gentleman bleiben.

Nur die besten Absichten

Nun mögen die CC Smugglers das Kleinganoventum zwar im Namen haben, doch ihre Absichten sind nur die Besten. Die Musiker aus Bedfordshire wollen unterhalten. Sie wollen mit ihrer Musik Spaß verbreiten. Und mit ihrer Mischung, die sie nur kurz New Roots Music nennen und die Elemente aus Up-Tempo-Country-Blues, Rock’n’Roll und Americana und Folk enthält, gelingt ihnen dies spielend. Ein Konzert mal eben mit einem Schlagzeug-Solo beginnen? Kann man mal machen – sozusagen als Ansage, in welche Richtung der Abend so gehen wird.

Vom Süden der USA nach Manchester

Getragen von der Musik verwandelt sich der Privatclub im Laufe des Abends in immer wieder wechselnde Locations. Da ist zunächst die dunkle Kaschemme, in der der lokale Gangsterboss die Damen den Hauses einzeln mit Handkuss begrüsst und im nächsten Moment abtrünnige Gefolgsleute mit einem Kopfschuss abknallt. Später hat man den Eindruck irgendwo im Süden der USA zu sein, wo die lokale Hillbilly-Kapelle die Kaff-Bewohner zum samstäglichen Tanz auffordert. Oder man ist dabei, wenn ein noch völlig unbekannter Mick Hucknall sich in den frühen 1980er Jahren im Arbeiterviertel von Manchester seine ersten Sporen als Soulmusiker verdient. Hier wird gearbeitet, hier muss die Musik ehrlich sein.

Die Schule der Straßenmusik

Am Ende des Konzertes hat auch der stocksteifste Besucher des Privatclubs den Kampf gegen den Tanzdrang seines Körpers verloren. Die Stimmung ist ausgelassen und CC Smugglers zeigen, das es für eine Band nur von Vorteil sein kann, wenn sie durch die harte Schule der Straßenmusik gegangen ist. Zur Zugabe kommt das Sextett geschlossen in den Zuschauerraum und lässt die Leute um sich herum tanzen. Im Refrain des Songs ertönt immer wieder »Hey yo!«, was dann auch alle dankbar mitsingen.

Next Big Thing

Die Briten mögen schnell bei der Sache sein, wenn es das »next big thing« zu feiern gibt. Was die Live-Qualitäten von CC Smugglers angeht, hat die BBC keineswegs übertrieben als sie verlautbarte: »The best live band on the scene.« Diese Band muss man erlebt haben!

CC Smugglers im Privatclub
Ehrliche Leute machen ehrliche MusikHoher SpaßfaktorDie Jungs haben es auch handwerklich drauf
85%Gesamt
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