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2. Fußball-Bundesliga 2015/2016, 34. Spieltag
[Sonntag, 15.05.2016 – 15.30 Uhr] SC Paderborn – 1.FC Nürnberg 0:1 (0:0)

0:1 (86.) Cedric Teuchert

Im Grunde war die wichtigste Entscheidung für den Club in der kurz vor Ende stehenden Saison knappe 22 1/2 Stunden vor Anpfiff der Partie in Paderborn bereits gefallen. Seit dem späten 1:0 der Bremer in der 88. Minute des direkten Abstiegduells gegen Eintracht Frankfurt wusste man im Frankenland: Werder klettert in der Tabelle nach oben und bleibt damit erstklassig, während die Eintracht zum Relegationsgegner wird. Die letzte Luft für den Club in der regulären Saison war damit raus, die 90 Minuten in Paderborn waren lediglich noch so etwas wie eine Ehrenrunde, ehe es in den beiden Extraspielen zur Sache geht.

Experimente in der Startformation

Entsprechend experimentierfreudig zeigte sich Club-Trainer René Weiler und präsentierte in der Startformation gleich fünf neue Akteure im Verglich zum Spiel gegen St. Pauli. Die erfreulichste Personalie stand ganz hinten in der Mannschaft: Raphael Schäfer kehrte nach seiner Archillessehnenverletzung, die er sich im Spiel gegen Kaiserslautern zugezogen hatte, ins Nürnberger Gehäuse zurück. Ebenfalls neu in der Startelf: Even Hovland, Laszlo Sepsi, Ondrej Petrak und Rurik Gislason. Auf der Bank nahmen dafür Georg Marggreiter, Zsoltan Stieber und Guido Burgstaller Platz. Hanno Behrens durfte aufgrund seiner fünften Gelben Karte nicht am Spiel teilnehmen. Wäre es für den FCN noch um die Wurst gegangen, die Startelf hätte mit Sicherheit leicht anders ausgesehen.

Ein Endspiel um den Aufstieg?

Da es letztlich jedoch nur für den Gastgeber aus Paderborn noch um etwas ging, konnte man als Clubfan ein leicht einseitiges Spiel erwarten. Nicht erwarten konnte man vor der Saison, um was es für den SC Paderborn im letzten Saisonspiel noch gehen würde. Auch der Spielplanansetzer hatte vor der Saison wahrscheinlich eher so etwas wie ein Endspiel um den Aufstieg im Kopf, als er den Club in Ostwestfalen ansetzte. Dass es für Paderborn um das nackte Überleben in Liga zwei gehen würde, hatte im Juli 2015 mit Sicherheit niemand so auf der Rechnung.

Nervosität beim Gastgeber

Wie nervös die Gastgeber aufgrund der eigenen Situation waren, zeigte sich bereits wenige Sekunden nach dem Anpfiff. Dominik Wydra spielte den Fehlpass seines Lebens und Tim Leibold startete völlig unbedrängt in Richtung SC-Tor. Der Glubberer war leider noch auch noch nicht hundertprozentig in der Partie angekommen und scheiterte am Paderborner Keeper Daniel Heuer Fernandes. Der Keeper hielt seine Mannschaft zunächst also im Spiel. Und auch seine Vorderleute bekamen ihre Nerven mit zunehmender Spieldauer mehr und mehr in den Griff, so dass sich nach und nach das Spiel entwickelte, dass man aufgrund der unterschiedlichen Voraussetzungen hatte erwarten können.

Schäfer auf dem Posten

Paderborn erarbeitete sich Chancen, der Club tat nicht mehr als unbedingt nötig und wenn es dann doch einmal brannte, war Schäfer auf dem Posten. Es zeigte sich zudem, warum der SC Paderborn der Saison 2015/2016 vom Ende der Tabelle grüßte. Chancen sind das Eine, eine Chancenverwertung das Andere – das Wichtigere. Vor allem in den ersten 20 Minuten nach dem Seitenwechsel prasselten die Gelegenheiten nur so in Richtung FCN-Tor. Das Resultat? Gleich null.

Die Köpfe gingen nach unten

Als schließlich in der 75. Minute das 1:0 des MSV Duisburg gegen RB Leipzig in Paderborn die Runde machte und der SC zur eigenen Rettung auf den Relegationsplatz neben einem eigenen  Tor nun auch noch ein Tor von den Blechdosen benötigte, gingen die Köpfe bei den Gastgebern spürbar nach unten. Der Glaube an den eigenen Klassenerhalt war auf eine Minimum geschrumpft und als sei dies allein nicht schon grausam genug, machte der Club am Ende noch den Deckel drauf. Mit dem einzigen zu Ende geführten Angriff in Durchgang zwei erzielte der eingewechselte Cedric Teuchert nach einem Konter in der 86. Minute auf Vorlage von Burgstaller den 1:0-Siegtreffer. Bezeichnend war hierbei noch, dass der Joker für seinen Treffer zwei Anläufe benötigte. Der erste Abschlussversuch war am Pfosten gelandet. Ein Tor, das von Seiten des SC Paderborn – wahrscheinlich wie viele Gegentore in der abgelaufenen Saison – nie und nimmer hätte passieren dürfen.

Schlechter Zustand

Eventuelle Vorwürfe, dass der Glubb am Ende den Deckel drauf gemacht hat und man sich dies hätte sparen können, dürfen also keineswegs in Richtung René Weiler und seine Mannschaft gehen (die sich immerhin auf zwei immens wichtige Spiele vorzubereiten hatten), sondern müssen an die Adresse des SC Paderborn gehen. In welch schlechtem Zustand der letztjährige Bundesligist inzwischen ist, zeigte die Einwechselung von Club-Talent Lukas Mühl in der 67. Minute. Der Youngster trug das Trikot mit der Nummer 28. Dass der Vorbesitzer der Trikotnummer inzwischen bei Schalke 04 unter Vertrag steht, scheint im beschaulichen Paderborn bisher nicht angekommen zu sein. Auf der Anzeigetafel jedenfalls leuchtete ein Name aus vergangenen Clubzeiten: Alessandro Schöpf. Ein Mann, der dem Club in den nun anstehenden Spielen gegen Eintracht Frankfurt mit Sicherheit helfen könnte. Dass es auch ohne ihn geht, hat die Mannschaft von René Weiler in der Rückrunde mehr als einmal deutlich bewiesen.