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2. Fußball-Bundesliga 2015/2016, 22. Spieltag
[Montag, 22.02.2016] Fortuna Düsseldorf – 1.FC Nürnberg 1:1 (1:0)

Am Ende waren sich dann doch alle einig: Das war kein Elfmeter! Sercan Sararer stellt im Spiel gegen den 1.FC Nürnberg zum wiederholten Mal unter Beweis, was für ein unsportlicher Fußballer er ist und fabriziert in der 32. Minute in einem ansonsten auf einem hohen kämpferischen Niveau stehenden Spiel schon im Februar die Schwalbe des Jahre 2016. Und eben, weil sich alle einig waren und selbst der Schwalbenkönig im TV-Interview mächtig in Verlegenheit gerät, gehen die Diskussionen nach dem Spiel in Düsseldorf nicht so sehr in die Richtung, ob nun Elfmeter oder nicht, sondern es wird eher gefragt: Wer ist hier denn nun der Mann, auf den man sauer sein muss?
Ist es Schiedsrichter Tobias Stieler, weil er auf den Punkt gezeigt hat und sich trotz flehentlichen Bitten der Clubspieler nicht dazu herabließ, den angeblich Gefoulten zu fragen, wieso er letztlich auf der Fresse gelandet ist? Hätte der Schiedsrichter mit seiner Erfahrung vielleicht sogar schon im Ansatz sehen müssen, dass Sararer ohne jeden Kontakt abgehoben ist? Oder muss der Bannstrahl letztlich den Übeltäter selbst treffen? Schließlich ist er derjenige, der abgehoben ist und hinterher nicht den Mut aufgebracht hat, zum Schiedsrichter zu gehen und zu sagen: »Hör mal, ich hatte solche Angst vor der Berührung, dass ich auf Verdacht einfach schon mal den Abflug gemacht habe.«
Natürlich muss sich Jeder, der nun mit dem Finger auf den Übeltäter zeigt, auch fragen lassen: Wer ist denn im Millionengeschäft Fußball heute noch so ehrlich? Auch am Montagabend dauerte es nicht lange, ehe die Frage auftauchte. Und die Antwort gleich mit dazu: Im Fußball geht es heutzutage um so viel Geld und oft sind es eben Kleinigkeiten, die über Wohl und Weh eines ganzen Vereins und damit seiner Mitarbeiter bis hin zur Putzfrau auf der Geschäftsstelle entscheiden, dass Ehrlichkeit, Sportlichkeit und Respekt dem Anderen gegenüber oft auf der Strecke bleiben. Jeder, der seine Unsportlichkeit mit Worten wie etwa »Ich denke nur an den Verein und all seine Mitarbeiter und Fans« begründet, sollte sich vielleicht auch mal zehn Sekunden überlegen, dass es beim gegnerischen Verein vielleicht auch irgendwelche Putzfrauen in der Geschäftsstelle gibt.
Zugegeben – der Vergleich ist nun sehr weit her geholt. Doch er zeigt, dass es eben auch bei viel Geld keine Rechtfertigung für Unsportlichkeit gibt. Wenn zwei Parteien aufeinander treffen, ist der Sieg des Einen immer auch die Niederlage des Anderen. Unsportlichkeit ist letztlich also nichts anderes als überbordender Egoismus. Herr Sararer, schämen Sie sich! Schon allein die Tatsache, dass in sämtlichen Berichten über das Spiel am Montag mehr über den Elfmeter geschrieben wird als über den Rest des Spiels, sollte Sie vor Scham im Boden versinken lassen. Sollte es irgendwo so etwas wie einen gerechten Fußballgott geben, lässt er sie für den Rest der Saison hoffentlich chronisch erfolglos agieren und einen Fehlpass nach dem Anderen spielen. Und sollte es irgendwo in unserer Republik noch so etwas wie eine gerechte DFB- oder DFL-Gerichtsbarkeit geben, leitet diese dann ja vielleicht im Nachgang mal Ermittlungen ein und setzt Sie für ein paar Spiele auf die Tribüne. Aber naja: Bei realistischer Betrachtungsweise wird wohl Beides nicht passieren und wir Fans stehen einmal mit der Erkenntnis allein: Die Welt ist ungerecht – auch beim Fußball. Und wer’s nicht glaubt, muss dann nur mal einen Blick auf die wahre Tabelle am Ende dieses Kommentar werfen. Schlimm genug, dass man diese wahre Tabelle immer wieder hervorholen muss… Kein Mensch sagt etwas bei drei oder vier Punkte über eine ganze Saison gesehen – aber zwölf (!!!) Punkte??? Fünf (!!!) geklaute Siege???
Dementsprechend schnell sei heute dann auch der Rest der Partie erzählt. Der Club kam gut und schnell ins Spiel und war bis zur strittigen Szene nach etwas mehr als einer halben Stunde die bessere Mannschaft mit durchaus guten Torchancen. Nach der Führung der Fortunen zeigte sich das Team von René Weiler zunächst angezählt und hatte vor allem kurz vor der Halbzeit riesiges Glück, dass der Angriff der Fortunen derart harmlos ist. Nikola Djurdjic verpasste in der 44. Minute jedenfalls das leere Nürnberger Tor.
In der 50. Minute dann die nächste, höchst strittige Entscheidung. Nach einem klaren Handspiel von Axel Bellinghausen entschied Schiedsrichter Stieler statt auf Elfmeter für den Club nur auf Eckball. Erneut Djurdjic vergab im Eins gegen Eins-Duell in der 61. Minute gegen einen erneut bärenstarken Raphael Schäfer zum wiederholten Mal das 2:0 für die Gastgeber, ehe Niclas Füllkrug in der 82. Minute nach einer Ecke des eingewechselten Sebastian Kerk dann per Kopfstoß doch noch der mehr als verdiente Ausgleich gelang. Eine Minute später hätte Kerk dann per Freistoß noch fast für den Siegtreffer gesorgt, indem er einen Freistoß in den Winkel zirkelte, doch wenn Düsseldorf eins hat, dann einen guten Keeper. Michael Rensing jedenfalls konnte in höchster Not klären und so blieb es beim Unentschieden.
Zu einem Sieg hat es für den Club also zum zweiten Mal nacheinander nicht gereicht, doch eine Serie von zwölf ungeschlagenen Spielen liest sich auch nicht schlecht. Und seien wir ehrlich: Im Grunde zählt ab sofort sowieso nur der Freitag!

WahreTabelle

Screenshot: (C) Wahre Tabelle. www.wahretabelle.de