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DER DISORDER – Der Clubspielberichtkommentar

2. Fußball-Bundesliga 2015/2016, 8. Spieltag
[Dienstag, 22.09.2015] 1. FC Kaiserlautern – 1. FC Nürnberg 0:3 (0:1)

Unverhofft kommt zumindest beim Club nicht allzu oft – und schon gar nicht, wenn es sich um etwas Positives handelt. Umso größer ist dann die Freude und auch, wenn FCK-Spieler Patrick Ziegler mit seiner Foul-Flugeinlage gegen Guido Burgstaller und der daraus berechtigterweise resultierenden Roten Karte in der 17. Minute einen nicht unwesentlichen Anteil an der Niederlage der Roten Teufel hatte, muss man das als Gastverein dann auch erst einmal bewerkstelligen, die entscheidenden Nadelstiche zu setzen. Die Mannschaft von René Weiler setzte diese Nadelstiche in Form von drei Kopfballtreffern in der 42., 56. und 61. Minute. Even Hovland, Allessandro Schöpf und Guido Burgstaller durften sich in die Torschützenliste eintragen und profitierten bei aller Effektivität dabei auch stets von individuellen Fehlern in der pfälzischen Hintermannschaft. Allein beim 2:0 durch Schöpf hatte man den Eindruck, dass der Treffer von langer Hand geplant, präzise vorbereitet war und genau im richtigen Moment zugeschlagen wurde.
Hatte man beim Club nach dem Platzverweis zunächst den Eindruck, die Überzahl verunsichere die Mannschaft mehr als sie ihr half, fiel der erste Treffer nach einem Eckball zu einem – wie es so schön heißt – psychologisch wichtigen Zeitpunkt kurz vor der Halbzeitpause. Für René Weiler bot der Führungstreffer die Möglichkeit, seine Mannschaft in der Halbzeit entsprechend einzustellen. Mit der Führung im Rücken konnte man die Gastgeber laufen lassen – in der Gewissheit, dass sie in Unterzahl schneller müde werden würden als die eigene Mannschaft. Für Sky-Reporter und sonstige ungeschulten Fußball-Gelegenheitsgucker mag das dann zu Beginn der zweiten Halbzeit danach ausgesehen haben, als fiele dem Club in der Vorwärtsbewegung nichts ein. Das zweite Tor zeigte dann jedoch, wozu diese Mannschaft fähig ist, wenn der Gegner nicht unbedingt seinen besten Tag erwischt hat. Ein kurzer, schneller Doppelpass bei der Angriffseinleitung zwischen Burgstaller und Sepsi riss das gewollte Loch in die Lauterer Deckung und die präzise Flanke des Österreichers tat dann ihr Übriges. Lufthoheit in Lautern – und die entsprechende Freude über einen klaren Auswärtssieg, der eben nicht nur die ersten Punkte in der Fremde in dieser Saison bedeuteten, sondern auch das doch arg negative Torverhältnis wieder etwas freundlicher aussehen lässt.
Nach drei Pleiten in den ersten drei Auswärtsspielen der Saison hat der Club die Tür nun also endlich aufgestossen – zumindest für einen Spalt. Bei der Ausgeglichenheit der Liga kann man nun schnell für Anschluss nach oben sorgen – Vorraussetzung ist, dass man die Tür nicht nur aufstößt, sondern am Freitag im Heimspiel gegen Arminia Bielefeld auch durch sie hindurchgeht. Mit einem Heimsieg hätte man die optimale Ausbeute rund um die englische Woche und könnte in den Folgewochen dann den Beweis antreten, dass das Hin und Her zu Beginn der Saison zwischen Heimsieg und Auswärtspleite allein dem Einspielen der Mannschaft geschuldet war.
Schön wär’s und mit Sicherheit auch etwas unverhofft Positives – bis es so weit ist, müssen jedoch weitere Taten wie sie auf dem Betzenberg gezeigt wurden, folgen.