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DER DISORDER – Der Clubspielberichtkommentar

2. Fußball-Bundesliga 2014/2015, 17. Spieltag
[Sonntag, 14.12.2014] VfR Aalen – 1. FC Nürnberg 1:2 (0:1)

Zum Abschluss der Hinrunde hat es dann ja doch noch geklappt: Beim VfR Aalen durfte der 1. FC Nürnberg endlich den zweiten Auswärtssieg der Saison feiern. Dreieinhalb Monate nach dem 4:0 bei Union Berlin gewann der Club nicht unbedingt souverän, aber dennoch verdient mit 2:1 auf der Schwäbischen Alb. Zum Matchwinner wurde am Sonntag Niclas Füllkrug, der mit zwei Toren zunächst für so etwas wie eine Vorentscheidung gesorgt hatte, ehe ein erneut schwacher Dave Bulthuis mit einem unnötigen Foul im Strafraum dafür sorgte, dass es noch einmal spannend wurde.
Doch der Reihe nach, denn zunächst sorgte Füllkrug nach mustergültiger Flanke von Jakub Sylvestr in der 11. Minute mit einem wuchtigen Kopfball aus kürzester Entfernung für die frühe Führung des Club. Eine Führung, die offensichtlich für weiteres Selbstbewusstsein sorgte, denn die Gäste kontrollierten das Spiel in Durchgang eins fast nach Belieben – wenn auch durchaus auf einem Niveau, dass dem unteren Drittel der zweiten Bundesliga angemessen war. Zwar stand der FCN hinten sicher und hatte wenig Mühe, die ideenlosen Angriffsversuche der Aalener abzuwehren, doch nach vorne agierte die Mannschaft von René Weiler oft zu schlampig. Um so näher man dem Tor der Gastgeber kam, desto mehr wurden die Pässe unpräzise und so tröpfelte die erste Halbzeit fast ohne weiteren Höhepunkte dahin. Füllkrug hätte nach einem schnellen Konter in der 18. Minute zwar zum 2:0 erhöhen können, doch mehr war nicht.
Auch in Hälfte zwei blieben Höhepunkte zunächst Mangelware. Erst als die rund 5.000 mitgereisten Clubfans den kleinen Bub anstimmten, sollte es auf Nürnberger Seite wieder passen. Füllkrug legte sich etwa 29 Meter vor dem Aalener Tor den Ball zum Freistoß zurecht und zirkelte die Lederkugel in der 60. Minute gekonnt um die Abwehrmauer an den Innenpfosten, von wo der Ball zunächst an den Rücken von VfR-Keeper Daniel Bernhardt sprang und von dort zum 2:0 ins Gehäuse. Das Spiel wäre mit dem zweiten Treffer wohl entschieden gewesen, hätte oben schon erwähnter Dave Bulthuis nicht vier Minuten später Collin Quaner im 16-Meter-Raum von den Beinen geholt. Jürgen Gjasula trat zum Elfmeter an und es stand nur noch 1:2 aus Sicht des VfR Aalen.
Ohne dass das Niveau der Partie sich nun hob, war nach dem Anschlusstreffer ein Pegel-Ausschlag in beide Richtungen möglich. Zunächst vergab Dominick Drexler in der 71. Minute die Möglichkeit zum Ausgleich, zwei Minuten später scheiterte Robert Koch auf der anderen Seite denkbar knapp, als er statt zum 3:1 nur den Pfosten traf.
In der verbliebenen Spielzeit versuchte es Aalen vor allem mit hohen Bällen und über Standardsituationen, zog in Sachen Lufthoheit gegenüber der Nürnberger Defensive aber regelmäßig den Kürzeren. Die Franken hatten so letztlich wenig Mühe, den knappen Vorsprung über die Zeit zu retten – auch wenn sich Bulthuis in der Nachspielzeit zu allem Überfluss noch die Gelb-Rote Karte einhandelte.
Zum ersten Mal seit dem Abstieg konnte der Club damit zwei Spiele nacheinander gewinnen. Unter dem Neu-Trainer aus der Schweiz sind es nun dann neun Punkte aus vier Spielen. 15 Punkte aus sechs Spielen können es bis zur Rückrunde noch werden und gelingt dies, darf man sich dann auch als Clubfan wieder auf die Rückrunde freuen. Dann nämlich darf man davon ausgehen, dass René Weiler die richtigen Stellschrauben gefunden hat und dementsprechend auch weiß, wo er über die Weihnachtspause mit Kaderverstärkungen noch Akzente setzen muss. Denn auch, wenn man die Hinrunde nun mit 23 Punkten abgeschlossen hat und den Schaden mit letztlich „nur“ sieben Punkten Rückstand zu einem direkten Aufstiegsplatz noch in Grenzen halten konnte – man wird sich den zwei entscheidenden Fakten beim Club nicht verschließen: Dass es letztlich eben nur diese sieben Punkte Rückstand sind, lag in erster Linie daran, dass die anderen Teams auch nicht besser waren und nicht an der Stärke des Clubs. Und: Man wird in der Rückrunde definitiv mehr Punkte holen müssen als in den ersten 17 Spielen der Saison – denn mit 46 Punkten steigt man nicht auf.