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DER DISORDER – Der Clubspielberichtkommentar

Fußball-Bundesliga 2012/2013, 25. Spieltag
[Freitag, 08.03.2013] FC Augsburg – 1.FC Nürnberg 1:2 (1:1)

Wenn er denn dann wirklich mal muss, dann kann er auch: Der Club hat am Freitagabend mit einer abgezockten Leistung und einem sehr starken Alexander Esswein alle Zweifel über einen Bundesligaverbleib aus dem Weg geräumt. Durch einen verdienten 2:1-Sieg konnte der FCN den Vorsprung auf den FC Augsburg – und damit auf den Relegationsplatz – wieder auf zehn Punkte erhöhen und steht mit 31 Punkten nach 25 Spieltagen exakt bei der selben Marke wie in der Vorsaison. Das große Kniezittern wurde seitens des 1.FC Nürnberg also verhindert und auch in Augsburg weiß man nach dem fränkisch-schwäbisch/bayrischem Derby nun wieder, wo man genau steht.
Und dass man mit dem FCA eben hinter dem Club steht, bekamen die Fuggerstädter an diesem Freitag schon ziemlich schnell zu spüren. Es waren gerade 140 Sekunden gespielt als Markus Feulner auf der rechten Angriffsseite nach einem Freistoß frei gespielt wurde und dieser den Ball nur knapp am Augsburger Tor vorbei schlenzte. Nach neun Minuten hätte es dann im Sturmzentrum nach Esswein-Flanke einen anderen Spieler als ausgerechnet den nur 1,72 Meter großen Hiroshi Kiyotake gebraucht – so jedoch kam der Japaner eben nicht an den Ball und Augsburg konnte weiter seinen Ballbesitz mehren, ohne wirklich gefährliche Aktionen zustande zu kriegen. Nach gut 20 Minuten lag der Ballbesitz der Gastgeber bei rund 70 Prozent, doch dass Ballbesitz eben nicht alles ist, zeigte der Club nach Abschlag von Raphael Schäfer in der 21. Minute. Der Ball des Keepers fliegt weit in die Augsburger Hälfte, Tomas Pekhart verlängert per Kopf auf Alexander Esswein. Dieser zieht bis fast an die Grundlinie durch, behält die Übersicht und findet mit einem flachen Ball in den Strafraum den völlig frei stehenden Kiyotake. Und solch eine Vorlage lässt sich der Japaner natürlich nicht entgehen!
Der Club führte, doch Augsburg zeigte sich wenig geschockt. Ja-Cheol Koo in der 25. Minute per Freistoß und Tobias Werner in der 29. Minute per Distanzschuss zeigten, dass man beim FCA keineswegs gewillt war, den Rückstand zu akzeptieren. Mehr oder weniger akzeptiert, dass sein Kopfball nicht ins Tor gehen würde, hatte Tobias Werner dann auch in der 36. Minute schon. Jedenfalls drehte der Verteidiger bereits enttäuscht ab, als er plötzlich merkte, dass seine Mannschaftskameraden jubelten. Was war passiert? Ganz einfach: Raphael Schäfer hat seinen Spitznamen „Magneto“ verloren und sich eindrücklich für alle Bundesliga-Rückblicke nach Saison beworben. Nach dem zwar harten, aber nicht sonderlich platzierten Kopfball von Werner hat Schäfer die Lederkugel schon in der Hand, lässt sie dann jedoch noch einmal fallen, so dass sie ihm an den Unterschenkel springt und von dort ins Tor. Die Wertung des Treffers als Eigentor geht also völlig in Ordnung.
Nach dem Seitenwechsel schaltete der FC Augsburg wie zu erwarten noch einmal zwei bis drei Gänge höher. Effizient blieb jedoch der Club und als den Augsburgern in der 53. Minute nur ein Foul blieb, um Kiyotake auf dem Weg in Richtung Tor zu stoppen, gab es aus nur knapp mehr als 16 Metern folgerichtig einen Freistoß. Alexander Esswein trat an und beschleunigte den flachen Ball auf 119 km/h – und somit direkt in die Maschen des Augsburger Tors. Die Verhältnisse waren wieder hergestellt und den Gastgebern fiel in den verbleibenden über dreißig Minuten seltenst etwas ein, um den Club in ernsthafte Gefahr zu bringen. Zwei ungenaue Fernschüsse von Werner in der 62. Minute und von Andreas Ottl in der 68. Minute – mehr war nicht. Im Gegenteil – fast hätte der Club durch den eingewechselten Berkay Dabanli noch auf 3:1 erhöht. Der Kopfball des Türken klatschte kurz vor Schluss jedoch ans Lattenkreuz.
Mit dem Auswärtssieg in Augsburg kann der FCN nun also durchaus entspannt in Richtung Tabellenende schauen. Das Spiel gegen Schalke am kommenden Samstag im heimischen Max-Morlock-Stadion wird zeigen, wohin die Reise für den Rest der Saison gehen wird. Bei einem Sieg darf der Blick dann guten Gewissens auch nochmal nach oben gehen.