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DER DISORDER – Der Clubspielberichtkommentar

Fußball-Bundesliga 2011/2012, 22. Spieltag
[Samstag, 18.02.2012] 1.FC Nürnberg – 1.FC Köln 2:1 (1:0)

Der Club hat es mal wieder spannend gemacht, doch zum Schluss verdient das bessere Ende für sich gehabt. Gegen den 1.FC Köln gab es am Samstag einen hart erkämpften 2:1-Sieg und als Belohnung – mit nunmehr 25 Punkten auf dem Konto – den 12. Tabellenplatz. Und nein: Für schwache Nerven war auch das Spiel gegen die Domstädter nicht. Wurden die Nerven vor knapper Wochenfrist gegen Augsburg jedoch vor allem aufgrund eines Grottenkicks beider Mannschaften strapaziert, war es an diesem Samstag in erster Linie der Spielverlauf, der die Clubfans lange leiden ließ. Denn eines war den Auftritten gegen Augsburg und Köln dann doch gemeinsam: Der FCN vergab in beiden Spielen hochkarätige Torchancen.
Da ist es dann gut, wenn man als Clubfan im Berliner Max und Marek eine Glücksfee hat, die das Leiden erträglich macht. Es war um kurz vor vier Uhr am Samstag Nachmittag: Der Club war zwar in den ersten 28 Minuten des Spiels gegen die Geißböcke das aktivere Team – wirklich zwingende Aktionen vor dem Tor von FC-Keeper Michael Rensing waren bis zu diesem Zeitpunkt jedoch Mangelware. Allein eine Chance von Markus Feulner hatte in der 18. Minute für Aufregung gesorgt. Nach schönem Solo durch die halbe Kölner Hintermannschaft wurde der Schuss aus kurzer Distanz vom eigenen Mann abgeblockt. Timothy Chandler stand im Weg und erwischte auch sonst in der ersten Halbzeit einen gebrauchten Tag.
Um kurz vor vier Uhr war dann bereits die 28. Spielminute angebrochen, als es im Max-Morlock-Stadion den zweiten Eckball für den Club gab. Es war dies genau der Moment, in dem Caro B. aus F. im Max und Marek an den Disorder folgende Worte sprach: „Jetzt fällt das Tor! Ich verspreche es!“ DER DISORDER schaute auf die Leinwand und sah zunächst, wie der von Adam Hlousek getretene Ball von den Kölnern abgewehrt werden konnte, dann jedoch vor die Füße von Timothy Chandler fiel. Chandler – wie eben schon beschrieben – hatte diesen rabenschwarzen Nachmittag und so wurde sein Schussversuch abgeblockt. Die Lederkugel fiel Alexander Esswein in den Laufweg und der Youngster drosch den Ball sehenswert in den Torwinkel. Caro B. aus F. hatte es versprochen und da war es: Das 1:0!
Große Freude nicht nur im Max-Morlock-Stadion, sondern auch in einer kleinen FCN-Kneipe in Berlin. Die Führung verschaffte den Nürnbergern die nötige Sicherheit – selbst der Kicker schreibt in seinem Spielbericht davon, dass der Club „sogar etwas Spielkultur“ zeigte. Gegen schwache Gäste, die ohne Lukas Podolski antreten mussten, folgten bis zur Halbzeit weitere Chancen, die durch Thomas Pekhart (33.), Hanno Balitsch (35.) und Markus Feulner (38.) jedoch unglücklich vergeben wurden. Doch apropos Hanno Balitsch: Der Neuzugang aus Leverkusen war nach überstandener Verletzung für den gelb-gesperrten Almog Cohen ins Team gerutscht und zeigte bis zu seiner Auswechslung in der 76. Minute ein starkes Debüt im Clubtrikot. Auch Markus Feulner trieb das Team von Dieter Hecking immer wieder nach vorne und zeigte sich gegen seinen Ex-Verein endlich mal in guter Form.
Nach dem Seitenwechsel verschoben sich dann die Kräfteverhältnisse auf dem grünen Rasen leicht. Köln stand nun nicht mehr so tief und bereitete dem Club damit prompt Probleme – ohne jedoch nach vorne gefährlich werden zu können. Im Gegenteil: Umso offener die Spielanteile nun verteilt waren, desto größer wurden die Torchancen des Clubs. Torschütze Esswein fasste sich in der 57. Minute noch einmal ein Herz, zog mit dem Ball am Fuß von der linken Angriffsseite nach innen und verfehlte mit seinem beherzten Schuss aus der zweiten Reihe nur knapp das Gästetor. Nur vier Minuten später machte Markus Feulner eigentlich alles richtig, als er im Sturmzentrum eine genaue Hereingabe von Esswein direkt nahm. Einzig: FC-Keeper Rensing bekam in der 61. Minute gerade noch den Fuß an den Ball und konnte abwehren.
Kölns Trainer Stale Solbakken sah sich nun zum Handeln gezwungen und brachte in der 64. Minute den Albaner Odise Roshi für Slawomir Peszko. Mit der Einwechslung bewies der Gästetrainer ein glückliches Händchen, denn nur zwei Minuten später war es eben genau dieser Herr Roshi, der den Ball flach ins Nürnberger Abwehrzentrum passte, wo Milivoje Novakovic schneller am Ball war als Dominic Maroh und Raphael Schäfer. Das Spielgerät trullerte wie in Zeitlupe in der 66. Minute zum Ausgleich ins Nürnberger Tor.
Dumm gelaufen, konnte man da nur wieder mal sagen. Der Club hätte zu diesem Zeitpunkt bereits mit drei oder vier Toren führen können (oder: müssen) und kassierte statt dessen mit der ersten echten Kölner Chance den Ausgleich. Und wie ungerecht die Welt manchmal sein kann, zeigte dann in der 70. Minute Daniel Didavi. Trainer Dieter Hecking hatte sich nämlich gesagt: Was der Stolbakken kann, kann ich auch und hatte Didavi in der 68. Minute für Jens Hegeler gebracht. Der Jokertrick scheiterte auf Nürnberger Seite jedoch am Torpfosten. An selbigen hatte Didavi nämlich seinen Schlenzer gesetzt.
Der Club wollte nun unbedingt den Siegtreffer und wäre in der 79. Minute fast erneut kalt erwischt worden. Wie aus dem Nichts tauchte plötzlich Mato Jajalo allein vor „Magneto“ Schäfer auf. Unser Keeper, der sein 400. Spiel im Clubtrikot bestritt, konnte jedoch reaktionsschnell abwehren und so kam fünf Minuten vor Schluss schließlich Caro B. aus F. wieder ins Spiel. Sie drückte ihrem Liebsten (Name ist der Redaktion bekannt) einen Kuss auf die Lippen, schaute ihm tief in die Augen und sprach die denkwürdigen Worte: „Damit haben wir das nächste Tor für den Club besiegelt.“
Kaum waren die Worte gesprochen, startete Alexander Esswein auf der linken Angriffsseite und flankte den Ball genau auf den Kopf von Thomas Pekhart. Der Tscheche war den Tick einer Sekunde schneller am Ball als sein Gegenspieler Geromel und platzierte seinen Kopfball aus rund elf Metern darüber hinaus noch zentimetergenau an den Kölner Innenpfosten, so dass sich der Herr Rensing in Ausübung seiner Pflichten noch so sehr strecken konnte und den Ball trotzdem nicht erreichte. Erneut war der Jubel bei den Clubberern 04 natürlich groß und fast hätte der Siegtorschütze noch einen drauf gesetzt: In der Nachspielzeit traf Pekhart aus sechs Metern Torentfernung jedoch nur die Latte des Kölner Gehäuses.
Letztlich war es jedoch egal: Caro B. aus F. hatte ihre Versprechen gehalten und durch die gleichzeitigen Niederlagen von Augsburg und Kaiserslautern beträgt der Abstand zum Relegationsplatz nun sieben Punkte. Eine Bank ist ein solches Punktepolster zwölf Spieltage vor Schluss zwar nicht, doch durchaus ein Fundament, auf dem man aufbauen kann. Der Sieg gegen Köln hat gezeigt, dass die Mannschaft durchaus fähig ist, die Spiele zu gewinnen, auf die es ankommt. Neben der Hertha aus Berlin sind die Domstädter bereits das zweite Team der Bundesliga gegen das der Club in dieser Saison die volle Punktzahl verbuchen konnte. Gegen Werder Bremen sind diese sechs Punkte nach dem Unentschieden in der Vorrunde zwar nicht mehr möglich, doch wenn es am nächsten Wochenende dann insgesamt vier Punkte sind, die man gegen Werder geholt hat, ist ein weiterer, großer Schritt in Richtung Klassenerhalt getan. DER DISORDER wird vor seiner Reise an die Weser am nächsten Wochenende auf alle Fälle Caro B. aus F. noch um ein paar Versprechen bitten.