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Fußball-Bundesliga 2010/2011, 18. Spieltag
[Samstag, 15.01.2011] 1.FC Nürnberg – Bor. Mönchengladbach 0:1 (0:1)

Zum fünften Mal in Folge kann der 1.FC Nürnberg seinen Rückrundenauftakt nicht gewinnen und verliert am Samstag gegen Tabellenschlusslicht Bor. Mönchengladbach mit 0:1 (0:1). Neben Pech und eigenem Unvermögen war es vor allem der zum wiederholten Male schwache Schiedsrichter Babak Rafati, der immer wieder entscheidend ins Spiel eingriff und den Club um den Lohn seiner Arbeit brachte.
In einer Partie, in der es vor allem für den Tabellenletzten aus Mönchengladbach bereits zum Auftakt der Rückrunde darum ging, den Anschluss ans rettende Ufer nicht zu verlieren, ließ es der Club anfangs an der nötigen Bissigkeit mangeln. Die Gäste hatten zunächst wenig Mühe, sich den Ball zu erobern und nutzten bereits in der 7. Minute das fehlerhafte Stellungsspiel in der FCN-Abwehr. Winterneuzugang Mike Hanke wurde von Thorben Marx mit einem hohen Ball auf der linken Angriffsseite bedient und konnte in Richtung Abwehrzentrum flanken. Dort stand Roman Neustädter genau richtig und ließ Club-Keeper Raphael Schäfer mit seiner Direktabnahme keine Abwehrmöglichkeit.
Das frühe Tor spielte der Gladbacher Taktik in die Karten und so zogen sich die Gäste nach der Führung in die eigene Hälfte zurück und bauten eine schwer zu überwindende Abwehrmauer auf. Gleichzeitig blieb die Borussia vom Niederrhein durch Konter stets gefährlich. Schon in der 11. Minute musste sich Raphael Schäfer ordentlich strecken, um bei einem Flachschuss von Marco Reus Schlimmeres zu verhindern.
Der Club tat sich in dieser Phase schwer, ins Spiel zu kommen und vermisste im Spielaufbau vor allem die spielerischen Ideen des verletzten Ilkay Gündogan. Es dauerte schließlich bis zur 17. Minute, ehe die rot-schwarzen Clubberer ihre erste Torchance verbuchen konnten. Javier Pinola flankte von links gefühlvoll ans lange Fünfereck, wo Jens Hegeler den Ball mindestens genauso gefühlvoll in Richtung langes Eck hob. Gladbachs Torhüter Christofer Heimeroth hätte keine Abwehrchance gehabt, doch der Ball von Hegeler segelte knapp am Borussen-Gehäuse vorbei.
Aufregung gibt es dann in 32. Minute: Mehmet Ekici schlägt einen Freistoß von der linken Seite druckvoll in Richtung Gladbacher Abwehrzentrum. Dort kann Philipp Wollscheid den Ball stoppen, doch ehe der Youngster aus kurzer Distanz vollenden kann, wird er von Martin Stranzl umgerissen. Der Pfiff von Schiedsrichter Babak Rafati bleibt jedoch aus.
Kurz vor der Pause hat dann Mehmet Ekici noch einmal die Möglichkeit, einen Pausenrückstand zu verhindern. Almog Cohen hatte klasse abgelegt und der Schuss von Ekici aus rund 17 Metern streicht äußerst knapp über das Gladbacher Gehäuse.
So geht es dann doch mit dem knappen Rückstand in die Pause und  Trainer Dieter Hecking reagierte, in dem er zur zweiten Hälfte Christian Eigler für Almog Cohen brachte und damit ein Zeichen in Richtung Offensive setzte. Der Anpfiff zur zweiten Halbzeit sollte gefühlt schließlich der letzte richtige Pfiff von Schiedsrichter Babak Rafati bleiben. Nachdem er in der ersten Halbzeit dem Club einen glasklaren Elfmeter verweigert hatte, brachte sich der Referee aus Hannover nun durch eine Serie falscher Entscheidungen selbst in die Bredouille.
Der Club setzte in der zweiten Halbzeit nun voll auf Angriff und ließ den Gästen kaum Luft zum Atmen. Immer wieder wurde der Ball in Richtung Gladbacher Tor getrieben und schon in dieser Phase des Spiels konnten sich die Borussen glücklich schätzen, dass Schiedsrichter Rafati mit kleinlichen Entscheidungen immer wieder den Spielfluss unterbrach und ein echtes Powerplay somit verhinderte. In der 60. Minute reagierte Dieter Hecking daher noch einmal und brachte mit Youngster Markus Mendler für Robert Mak einen weiteren Stürmer. Der eingewechselte Mendler sollte später noch zur tragischen Figur werden, doch zunächst sorgte mal wieder Schiedsrichter Rafati für ein gellendes Pfeifkonzert im Nürnberger Stadion. Wieder wurde Philipp Wollscheid im Strafraum der Gäste gefoult – dieses Mal hatte Mohamadou Idrissou die Sense ausgepackt. Der Pfiff blieb jedoch erneut aus und so legte Julian Schieber in der 72. Minute seine ganze Wut in einen Schuss aus der zweiten Reihe. Gladbach-Keeper Heimeroth hatte jedoch die Fingerspitzen noch ans Spielgerät bekommen und konnte mit einer Glanzparade klären. Der Schuss von Schieber hätte genau gesessen.
Fünf Minuten später dann endlich der Ausgleich für den Club – dachten zumindest alle 37.464 Zuschauer im Max-Morlock-Stadion. Der einzige Mensch auf der ganzen Welt, der dies mal wieder anders gesehen hatte, war Schiedsrichter Babak Rafati. Nach einem Pass in die Spitze kommt Gladbach-Keeper Christofer Heimeroth dem heranstürmenden Markus Mendler entgegen, kommt zunächst auch zuerst an den Ball, lässt diesen jedoch wieder fallen. Mendler reagiert blitzschnell, spitzelt die Lederkugel am Borussen-Schlussmann vorbei und schiebt ins leere Tor zum vermeintlichen 1:1 ein. Was Rafati gesehen hat, um dem Tor die Anerkennung zu verweigern, wird wohl ewig sein Geheimnis bleiben.
Der verzweifelte Versuch des Unparteiischen, nicht als Buhmann vom Platz zu gehen, folgte dann in der 85. Minute in Form eines Elfmeterpfiffs, bei dem selbst die Clubfans ein wenig erstaunt guckten. Im Zweikampf zwischen Tobias Levels und Christian Eigler ging der Nürnberger zu Boden, was Rafati als Gelegenheit nutzte, dem Club doch noch zum Ausgleich zu verhelfen. War es die Verzweiflungstat eines Mannes, dessen Auftraggeber von der Wettmafia ein Unentschieden erwarteten? Auch das wird Rafatis Geheimnis bleiben – fest steht nur, dass sich Javier Pinola dazu entschloss, dem Referee aus Hannover diesen Gefallen nicht zu tun. Dabei war der Strafstoß des Argentiniers noch nicht einmal schlecht geschossen. Er war eben einfach nur nicht gut genug für Christofer Heimeroth.
Die letzte Chance des Spiels vergab in der Nachspielzeit schließlich Kapitän Andreas Wolf. Jens Hegeler hatte den Innenverteidiger von der Grundlinie bedient, doch der Schuss von Wolf aus 16 Metern landete im Nürnberger Abendhimmel. Es blieb schließlich beim unglücklichen 0:1 für den Club und auch, wenn man nun letztlich sagen muss, dass Javier Pinola am Ende die große Chance zum Ausgleich selbst auf dem Fuß hatte, bleibt ein fader Beigeschmack über die Spiel entscheidende Rolle, die Schiedsrichter Rafati nicht zum ersten Mal bei einem Clubspiel übernommen hat.
Am Mittwoch tritt der Club nun im Achtelfinale des DFB-Pokals zum Nachholspiel bei den Offenbacher Kickers an. In der Bundesliga steht am kommenden Wochenende die Auswärtspartie beim SC Freiburg an.