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Fußball-Bundesliga 2010/2011, 15. Spieltag
[Sonntag, 05.12.2010] 1.FC Nürnberg – Bor. Dortmund 0:2 (0:1)

Auch gegen den bereits nach 15 Spieltagen fest stehenden Herbstmeister Borussia Dortmund hat der Club seine Niederlagenserie nicht stoppen können und dennoch auch weiterhin beste Chancen, nicht auf einem Abstiegsplatz überwintern zu müssen. Ein grober Schnitzer von Kapitän Andreas Wolf leitete die dritte Heimpleite der Saison ein, während die Gäste mit nunmehr bereits 10 Punkten Vorsprung das deutsche Fußball-Oberhaus anführen.
Dabei begannen die Gastgeber aus Franken das Spiel am späten Sonntagnachmittag durchaus engagiert. Trainer Dieter Hecking hatte das Team erneut auf einigen Positionen umgebaut, ließ Mehmet Ekici erneut auf der Bank, brachte dafür den Israeli Almog Cohen und gab in der Defensive dem erst 18-jährigen Marvin Plattenhardt die Chance, sich in der Startelf zu beweisen. Für den Youngster musste Pascal Bieler zunächst auf der Bank Platz nehmen. Javier Pinola fehlte weiterhin aufgrund seiner Rotsperre aus dem Spiel in München, Per Nilsson und Mike Frantz hatten sich verletzt abgemeldet. Auf der linken Außenbahn rutschte der Slowake Robert Mak in die Start-Formation.
Der neu formierten Clubelf sah man die Erfolgslosigkeit der letzten Spiele zunächst nicht an. Die Franken waren bemüht, ins Spiel zu kommen, nahmen die Zweikämpfe an und verbuchten in der 21. Minute auch die erste Torchance des Spiels. Andreas Wolf hatte einen Freistoß hoch in die Mitte gezogen, wo Julian Schieber aus rund elf Metern zum Kopfball kommt, das Tor der Dortmunder jedoch um wenige Zentimeter verfehlt.
Nur zwei Minuten später gibt es auf der anderen Seite eine ähnliche Situation. Dieses Mal tritt Nuri Sahin aus dem Mittelfeld einen Freistoß hoch und weit in den Nürnberger Strafraum. Doch während die gesamte Nürnberger Hintermannschaft rechtzeitig aufrückt, verschläft ausgerechnet Kapitän Andreas Wolf seinen Einsatz, hebt dadurch das Abseits für den heranstürmenden Mats Hummels auf und ermöglicht den Gästen somit aus dem Nichts die 1:0-Führung. Der Dortmunder Verteidiger hatte den idealen Laufweg gefunden und ließ Raphael „Magneto“ Schäfer mit seinem Kopfball aus kurzer Distanz in der 23. Minute keine Abwehrmöglichkeit.
Der Club zeigte sich von dem Rückstand sichtlich geschockt und brauchte nun einige Minuten, ehe der Ball auch nur annähernd wieder flüssig durch die eigenen Reihen lief. Eine Gefahr für das Dortmunder Tor ging in der zweiten Hälfte der ersten Halbzeit zu keinem Zeitpunkt aus. Die Gäste standen sicher in der Abwehr, zeigten sich souverän und waren allein darauf bedacht, den knappen Vorsprung mit in die Halbzeit zu nehmen. Allein eine Einzelaktion von Jens Hegeler in der 41. Minute brachte noch einmal so etwas wie Unruhe in die Hintermannschaft der Borussen. Der Clubberer hatte sich gegen vier Mann durchgesetzt, legte den Ball auf Robert Mak, doch dessen Schuss aus rund 18 Metern war kein  Problem für Roman Weidenfeller im Dortmunder Tor.
Nach der Pause erhöhte der Club sowohl das Tempo im eigenen Spiel als auch den Druck auf den Tabellenführer noch einmal. In der 54. Minute hatte Julian Schieber die große Chance auf den Ausgleich auf dem Fuß. Gegen mehrere Dortmunder hatte der Stürmer sich durchgesetzt und tauchte auf halblinker Position plötzlich allein vor Gästekeeper Weidenfeller auf. Doch statt es mit einem Schuss ins Eck selbst zu versuchen, passte Schieber auf den heraneilenden Mak und gab so  Marcel Schmelzer die Gelegenheit, in letzte Sekunde zu retten.
In der Folge fehlte dem Gastgeber vor allem der Zug nach vorne. Torchancen waren Mangelware, auch wenn der Club ein leichtes Übergewicht an Ballbesitz hatte. Was für eine Klassemannschaft das junge Team von Jürgen Klopp ist, zeigten die Dortmunder etwa zwanzig Minuten vor Schluss. Um nicht Gefahr zu laufen, den späten Ausgleich zu kassieren, zogen die Gäste das eigene Tempo noch einmal an und ließen nun Ball und Gegner laufen. Der Gegner lief vor allem hinterher und schaute zu, wie Robert Lewandowski in der 73. Minute für die Vorentscheidung hätte sorgen müssen. Nach einem Solo von Mario Götze wird der Pole im Nürnberger Strafraum mustergültig mit einem Querpass bedient, bringt den Ball jedoch nicht am reaktionsschnellen Raphael Schäfer vorbei. Sechs Minuten später hat Shinji Kagawa die Möglichkeit, auf 2:0 zu erhöhen. Nach einem Einwurf verzieht der Japaner seinen Seitfallschuß jedoch knapp über das Tor.
Zwei Minuten vor dem Schluss dann doch die Entscheidung im Nürnberger Max-Morlock-Stadion. Erneut kann Mario Götze mehrere Clubberer überspielen und in den Strafraum eindringen. In der Nürnberger Hintermannschaft herrscht Verwirrung und so fällt die Lederkugel schließlich vor die Füße von Lewandowski. Dieses Mal macht es der Pole besser als noch eine gute Viertelstunde zuvor. Der Schuss des Stürmers ins lange Eck war für Schäfer unerreichbar und sorgte für den 2:0-Endstand.
Für die Gäste aus Dortmund war es bereits der sechste Sieg in Folge. Mit nur einer Niederlage (am ersten Spieltag zu Hause gegen Leverkusen) und einem Unentschieden bei 13 Siegen führt die Borussia die Bundesliga souverän an und feierte im achten Auswärtsspiel der Saison den achten Sieg. Umgekehrt läuft es momentan beim Club. Nachdem man sich nach zehn Spieltagen über 18 Punkte noch freuen und von Höhenflügen träumen konnte, ist man nun zwar immer noch auf einem durchaus respektablen 11. Tabellenplatz, braucht nach nunmehr vier Niederlagen in Folge jedoch dringend ein Erfolgserlebnis, um nicht ungebremst nach hinten durchgereicht zu werden. Am kommenden Wochenende muss der Club bei der TSG Hoffenheim antreten.