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DER DISORDER – Der aktuelle Montagskommentar

In den letzten beiden Jahren hat DER DISORDER zu seinem Geburtstag vom Club jeweils ein Geschenk bekommen, mit dem man nicht unbedingt rechnen konnte. So dümpelte der FCN vor zwei Jahren noch irgendwo im Mittelfeld der zweiten Liga vor sich hin und schaffte mit einem 3:0 beim FC Ingolstadt nicht nur den ersten Auswärtssieg der Saison, sondern nutzte den Befreiungsschlag auch als Startschuss für eine fulminante Restsaison mitsamt direktem Wiederaufstieg. Auch letztes Jahr war es das dritte Novemberwochenende, welches dem Club mit einem nicht erwarteten 3:2-Sieg beim zu dieser Zeit noch aktuellen deutschen Meister VfL Wolfsburg, den ersten Auswärtssieg – und damit verbunden die Hoffnung auf bessere Zeiten – brachte. Nun, wenn es allein um die Überraschung geht – diese ist dem Club auch in diesem Jahr gelungen. Mit allem hätte DER DISORDER gerechnet – mit einer solch deutlichen Klatsche wie am Samstag nicht. 1:3 mag sich vom Ergebnis her noch human anhören, doch wer das rot-schwarze Gekicke am Samstag gesehen hat, wird mir zustimmen: Viel Schönes war da nicht.
Parallelität der Ereignisse also zumindest, was die Überraschung angeht. Hat es in den letzten beiden Jahren für eine positive Überraschung gereicht, musste in diesem Jahr eben die negative Überraschung herhalten. Vielleicht waren die positiven Überraschungen durch die Siege gegen Stuttgart, Schalke, Wolfsburg und in Bremen und den damit verbundenen 18 Punkten nach 11 Spieltagen ja auch nur aufgebraucht? In diesem Falle bleibt natürlich zu hoffen, dass sich der Vorrat für positive Überraschungen beim Club ganz schnell wieder füllt.
Denn um ganz ehrlich zu sein, eine ganz andere Parallelität der Ereignisse gibt dem DISORDER viel mehr zu denken als der schmucklose Auftritt des Clubs am Samstag gegen den 1.FC Kaiserslautern. Spiele wie die Niederlage am Wochenende können passieren. Bei aller zwischenzeitlichen Euphorie: Der Club ist in der Bundesliga noch immer so weit von einer Spitzenmannschaft entfernt, wie die Bauern im Moment von Borussia Doofmund. Und wenn dann ein Gegner kommt, der durch das Aufholen eines 0:3-Rückstands in der Vorwoche nicht nur über Selbstvertrauen verfügt, sondern auch noch das nötige Quäntchen Glück bei den ersten drei Torchancen hat, dann schenkt eine Mannschaft wie der Club ein solches Spiel eben auch mal her. Die Mannschaft des Clubs ist jung und wer ernsthaft geglaubt hatte, dass wir bis zum Saisonende nur noch maximal ein bis zwei Spiele verlieren, sollte sich dringend einmal fragen, in was für einer Welt er eigentlich lebt.
Und eben dennoch – und damit zurück zu den Parallelitäten der Ereignisse: Auffallend war am Samstag vor allem die eklatanten Schwächen in der Defensive des Clubs. Trainer Dieter Hecking hatte die Viererkette auf drei Positionen verändern müssen und dem Gegner somit Tür und Tor geöffnet – wenn eben auch gezwungenermaßen. Man kann da von Glück reden, dass der Club bisher von Verletzungen weitestgehend verschont geblieben ist – und dafür kam es dann am Samstag gleich knüppeldick. Per Nilsson scheint nicht nur ein guter Verteidiger, sondern verleiht auch einem Andreas Wolf das nötige Gefühl der Sicherheit. Juri Judt mag nicht der beste Außenverteidiger der Welt sein, doch das, was ein Dario Vidosic in den ersten 30 Minuten am Samstag ablieferte, schafft ein Judt, wenn er nachts um vier Uhr aufgeweckt wird und fünf Minuten später auf dem Platz stehen muss. Und kann man gegen Verletzungen wie bei Nilsson und Judt auch nicht wirklich etwas tun, so muss sich eben der Dritte im Bunde um so mehr hinterfragen. Javier Pinola hat sich durch seine Spuckattacke in München für vier Spiele selbst auf die Tribüne verbannt – und genau da liegt der Punkt: Es war der überraschende 3:2-Auswärtssieg vor Jahresfrist in Wolfsburg, bei dem Raphael Schäfer die Sicherungen durchgingen und er sich mit einem Tritt in die Weichteile von Zvjezdan Misimovic für den Rest der Hinrunde von der Mannschaft verabschiedete. Mit der Ordnung in der Hintermannschaft war es damit beim Club ähnlich dahin wie am letzten Samstag und die Ergebnisse der letzten vier Spiele der Hinrunde in der letzten Saison dürften auch heute noch jedem Clubfan wie Donnerhall in den Ohren klingen. Null Punkte, 0:12 Tore…
Wollen wir also hoffen, dass sich die Parallelität der Ereignisse in diesem Falle nur auf die Höhe der Sperren von Raphael Schäfer im letzten Jahr und Javier Pinola in diesem Jahr bezieht. Auf alle anderen Parallelitäten zu den letzten Spielen der letzten Spielzeit kann DER DISORDER nämlich gerne verzichten. Viel lieber wäre ihm, wenn ihm der Club in den verbleibenden Spielen noch die ein oder andere positive Überraschung präsentiert. Dass diese Überraschungen dann ein wenig spät für den Geburtstag kommen, wäre in diesem Falle völlig nebensächlich. Und gerne dürfen die Männer von Dieter Hecking schon am Freitag in Mainz mit den Überraschungen anfangen.