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Fußball-Bundesliga 2010/2011, 11. Spieltag
[Samstag, 06.11.2010] 1.FC Nürnberg – 1.FC Köln 3:1 (2:1)

Große Freude und ungläubiges Staunen im Bumerang in Berlin. Der Club gewinnt auch das vierte Spiel in Serie und schickt den 1.FC Köln mit einer 3:1-Niederlage zurück an den Rhein. Der Vorsprung auf die Domstädter – und damit auf die Abstiegsplätze – beträgt nun bereits zehn Punkte. Das Endergebnis mag ein wenig darüber hinweg täuschen, dass der Sieg hart erarbeitet war, doch sind es letztlich genau diese Spiele, die man im Kampf gegen den Abstieg gewinnen muss.
Nach den Siegen gegen Wolfsburg und in Elversberg und Bremen konnte der Club im Spiel gegen Köln befreit auftreten und entgegen vielerlei Befürchtungen tat dies die Mannschaft von Dieter Hecking auch. Nervosität und Druck waren – wenn überhaupt – nur in den ersten fünf Minuten zu spüren und da Jens Hegeler gerne früh trifft, war es bereits in der elften Minute um die defensive Ordnung der Gäste geschehen. Die Leihgabe von Bayer Leverkusen, die das Fußballspielen in Köln gelernt hat, zog vom linken Strafraumeck einfach mal ab und versenkte die Torfabrik unhaltbar im Gästetor. Eine frühe Führung für den Club auf der sich Andi Wolf & Co. jedoch nicht lange ausruhen konnten. Der 1.FC Köln wusste nun, dass es in Nürnberg ohne gehörigen Aufwand nichts zu holen gibt und legte den Schalter der Lethargie nach dem Gegentor postwendend um. In der 16. Minute wäre es nach einem Eckball fast geschehen. Lukas Podolski bringt eine Ecke auf den kurzen Pfosten. Dort steht Martin Lanig und köpft den Ball in Richtung langes Eck. Der kleine Juri Judt steht dort am Pfosten jedoch genau richtig und bringt den Ball gerade noch am eigenen Torpfosten vorbei. Die anschließende Ecke bringt nichts ein – wie es so schön heißt – außer dem Ausgleich der Gäste. Als hätten sie mit der ersten Ecke des Spiels nur geprobt, wird die Lederkugel auch dieses Mal am kurzen Pfosten verlängert. Direkt vor dem Nürnberger Tor steht der kölsch-brasilianische Abwehrspieler Geromel, der den Ball in Richtung Ausgleich schießt. „Magneto“ Schäfer reagiert jedoch bestens und wehrt den Ball zunächst ab, ist gegen den anschließenden Kopfball des Brasilianers jedoch machtlos.
Nach 16 Minuten steht es im Max-Morlock-Stadion also wieder Unentschieden und der Club braucht nun ein paar Minuten, um auf dem grünen Rasen wieder die Oberhand zu gewinnen. Ilkay Gündogan, Mehmet Ekici, Julian Schieber, Mike Frantz und Co. kämpfen sich jedoch ins Spiel zurück und beherrschen Ball und Gegner in der zweiten Hälfte der ersten Halbzeit fast nach Belieben. Die größte Torchance, die aus der Überlegenheit entsteht, gibt es in der 40. Minute. Nach einem Freistoß von der linken Seite können die Gäste zunächst klären. Mike Frantz steht an der Strafraumgrenze jedoch genau richtig und verzieht seinen Kunstschuss nur um wenige Zentimeter.
Drei  Minuten später klingelt es dann zum zweiten Mal in diesem Spiel im Kölner Gehäuse. Wieder war es der unermüdliche Mike Franz, der sich auf der linken Seite gut durchsetzt und die gefühlvolle Flanke genau auf den Kopf von Ilkay Gündogan bringt. Der Türke steht im Sturmzentrum genau richtig und lässt Gästekeeper Miro Vardovic mit seinem Kopfball keine Chance. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte hatte dann Jens Hegeler die Vorentscheidung auf dem Fuß. Der Torschütze aus der elften Minute verzieht seine Direktabnahme nach einer Flanke jedoch knapp.
Nach dem Seitenwechsel folgte wie erwartet die stärkste Phase der Kölner, die in der ersten Viertelstunde ordentlich auf den Ausgleich drückten. Raphael „Magneto“ Schäfer erwies sich in dieser entscheidenden Phase des Spiels jedoch wie schon in Bremen als Turm in der Schlacht und entschärfte mehrere gute Möglichkeiten der Gäste. Milivoje Novakovic in der 48. Minute und Fabrice Ehret in der 52. Minute scheiterten jeweils am sehr guten Nürnberger Schlussmann. Köln drängte nun mit Nachdruck auf den Ausgleich, kam jedoch nach der 52. Minute kaum noch zu echten Torchancen. Zwar spielte sich das Geschehen auf dem Rasen nun hauptsächlich in der Spielhälfte der Gastgeber ab, doch die Franken verstanden es geschickt, mit ihren Kontervorstößen immer wieder für Unruhe im Kölner Deckungsverbund zu sorgen.
So mancher Clubfan hätte sich die Entscheidung aufgrund der stets intensiver werdenden Angriffe der Kölner nicht erst in der 90. Minute gewünscht, doch zeigte der späte Treffer zur Entscheidung mit welcher Abgeklärtheit der junge Club inzwischen auch knappe Spiele nach Hause schaukelt. Der 1.FC Köln hatte sich in der zweiten Halbzeit zunehmend gesteigert, doch außer den beiden hochkarätigen Chancen in der Anfangsphase der zweiten Halbzeit sprang für die Domstädter um Lukas Podolski nicht viel Gefährliches heraus. In der 90. Minute setzte der Club dann den entscheidenden Stich. Jens Hegeler fängt den Ball im Kölner Mittelfeld ab und stürmt in Richtung Kölner Gehäuse. Der Youngster passt schließlich im exakt-richtigen Moment flach in die Mitte des Kölner Strafraums, wo Julian Schieber mitgelaufen war  und den Ball sicher zum 3:1 unterbringt. Köln hatte zwar danach noch eine durchaus erwähnenswerte Chance durch Lukas Podolski zum 2:3, doch der Nationalstürmer setzte seinen ersten Torschuss des Spiels aus aussichtsreicher Position knapp neben das Nürnberger Gehäuse.
Am Ende waren sich alle einig: Der Club hat verdient gewonnen und damit bereits den achtzehnten Punkt im elften Spiel gesammelt. Zwölf Punkte aus den letzten fünf Spielen sprechen eine deutliche Sprache und Platz sechs der Tabelle ist nach den Leistungen der letzten Wochen mehr als verdient. In einer Woche muss der 1.FC Nürnberg beim Tabellenneunten antreten – in der Arroganz-Arena bei den Bauern aus München.