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Der 1.FC Nürnberg geht mit einer neuen Vereinsspitze ins kommende Geschäftsjahr. Erstmals in der 110-jährigen Geschichte wird der ruhmreiche FCN nun von einem hauptamtlichen Vorstand geführt. Der bisherige, ehrenamtliche Präsident Franz Schäfer legte auf der Mitgliederversammlung am Mittwochabend wie abgesprochen sein Amt nieder und machte den Weg für Sportdirekter Martin Bader (Foto) und Geschäftsführer Ralf Woy frei. Kontrolliert wird der neue Vorstand von einem ehrenamtlichen Aufsichtsrat, dem nunmehr neun Mitglieder angehören. Das bisher sechs Mitglieder umfassende Gremium wurde auf der Mitgliederversammlung um drei weitere Posten erweitert. Neben den bisherigen Aufsichtsratsmitgliedern Klaus Schramm, Ulrich Maly, Marx Oechler, Peter Schmitt, Markus Söder und Klaus W. Wübernhorst gehören nun auch der 34-jährige Rechtsanwalt Ralf Peisl, der 56-jährige Unternehmer Hans-Thomas Schamel und der 47-jährige Großgastronom Fritz Stahlmann dem Rat an. Insgesamt hatten sich 11 Kandidaten um die drei Plätze beworben. Bemerkenswert hierbei: Alle drei vom FCN-Vorstand vorgeschlagenen Kandidaten scheiterten bei der Wahl. Ex-Profi Mandfred Müller, Vereinsrat Harald Leupold und der bisherige Vize-Präsident Siggi Schneider konnten jeweils nicht genug Stimmen auf sich vereinen.
Geschäftsführer Ralf Woy legte auf der Mitgliederversammlung auch den Bericht über das Geschäftsjahr 2009/2010 vor. Demnach drücken den Club nach einem Fehlbetrag von 5,3 Millionen Euro im abgelaufenen Geschäftsjahr nun Verbindlichkeiten von 10,6 Millionen Euro. Noch vor zwei Jahren war der Verein schuldenfrei, doch die sportliche Situation der letzten beiden Jahre zwangen zum Handeln. So schaffte der 1. FC Nürnberg in der Saison 2008/2009 mit einem teuren Kader den sofortigen Wiederaufstieg aus der zweiten Liga. Auch der Tabellenplatz zur Winterpause der letzten Saison zog Konsequenzen nach sich, die viel Geld kosteten – Stichwort: Entlassung von Trainer Michael Oenning, Verpflichtung von Andreas Ottl und Breno. Nicht in die Bilanz eingerechnet ist der im Sommer vollzogene Transfer von Dennis Diekmeyer zum Hamburger SV und die daraus erzielten 2,7 Millionen Euro.

Foto: 1.FC Nürnberg