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DER DISORDER – Der aktuelle Montagskommentar

Nun gut, ein Leckerbissen für Fußballästheten war das ja nicht unbedingt, was sich in den 90 Minuten auf dem Rasen der Imtech-Arena in Hamburg abspielte. Doch ganz ehrlich: Mir ist das scheißegal. Der Club hat einen Punkt geholt in einem Spiel, bei dem es in den Diskussion vorher eigentlich nur um die Höhe der Niederlage ging.
Doch so schön der Punkt auch ist und so sehr vor allem die kämpferische Einstellung beim Club auch gestimmt haben mag: Ein Aufbruch in neue Zeiten war das lange noch nicht. Gemeinsam mit den bisher glücklosen Wolfsburgern, Stuttgartern und Schalkern steht man als einziges Team in der Bundesliga noch ohne Sieg da und machen wir uns nichts vor: Die drei Teams, die in der Tabelle momentan noch punktlos hinter uns stehen, werden dort am Ende der Saison nicht mehr zu finden sein. Der Club muss also das Feld gegenüber seinen direkten Abstiegskonkurrenten von hinten aufrollen und lässt man die ersten drei Spiele der jungen Saison Revue passieren, drängt sich fast zwangsläufig die Frage auf: Haben die Clubspieler Angst vor den eigenen Fans? Warum punkten die Männer in rot-schwarz in der Ferne und versagen, wenn es zu Hause gegen den SC Freiburg (!) geht?
Die Antwort auf die Frage liegt dann wohl doch eher im jeweiligen Gegner begründet. Während das Team von Dieter Hecking in Mönchengladbach und beim HSV reagieren konnte, auf Konter hoffte und letztlich beide Male immerhin mit einem Punkt belohnt wurde, mussten Andi Wolf&Co. gegen den SC Freiburg das Heft selbst in die Hand nehmen – und das ging eben schief, nicht nur, weil Gündogan fehlte und die anderen es nicht können, sondern auch, weil Freiburg ebenfalls eine Mannschaft ist, die lieber reagiert als agiert.
Eine Entschuldigung für die Herren vom FCN soll diese Erkenntnis nun jedoch mitnichten sein. Im Gegenteil und bei aller Freude über den Punkt in Hamburg: Wenn man auswärts immer nur einen Pubnkt holt, zu Hause jedoch gegen Mitkonkurrenten im Abstiegsplatz die Punkte herschenkt, steigt man am Ende der Saison mit 17 Punkten als abgeschlagener Tabellenletzter ab.
Es gilt also möglichst schnell, die Prioritäten beim Club zu verschieben. Auswärtspunkte bei den Oberen der Liga: Gerne! Noch lieber und vor allem viel wichtiger sind jedoch die Dreier in Heimspielen. Machen wir es also doch einfach so: Holen wir am Sonntag in Leverkusen nochmal einen Punkt, um dann am Mittwoch darauf die Stuttgarter endgültig mit in den saisonanfänglichen Abstiegskampf zu reissen – und zwar, indem wir drei Punkte holen!