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Fußball-Bundesliga 2010/2011, 3. Spieltag
[Samstag, 11.09.2010] Hamburger SV – 1.FC Nürnberg 1:1 (0:0)

Der 1.FC Nürnberg hat am dritten Spieltag der Fußball-Bundesliga teilweise Wiedergutmachung für die Heimpleite gegen den SC Freiburg am letzten Spieltag betrieben. Kämpferisch überzeugend und taktisch klug ergatterten die Männer von Trainer Dieter Hecking einen durchaus verdienten Punkt beim Hamburger SV.
Die Gäste aus Franken verdeutlichten von Anfang an, dass sie zunächst auf Schadensbegrenzung vor dem eigenen Tor aus waren. Der Club stand sehr tief in der eigenen Hälfte und machte es den hoch favorisierten Hamburgern von Anfang an schwer, ins Spiel zu kommen. Eine scharfe Hereingabe des quirligen Jonathan Pitroipa in der zehnten Minute, an die der in strafraummitte lauernde Ruud van Nistelroy jedoch bei weitem nicht heran kam, war zunächst alles, was den Rothosen einfiel. Über 70 Prozent Ballbesitz für den HSV, doch zählbare Ergebnisse gab es nicht – das Spiel der Gastgeber erinnerte in frapierender Ähnlichkeit dem Auftritt des Clubs vor zwei Wochen gegen Freiburg. Und so war es letztlich nur eine Frage der Zeit, wann die auf Konter lauernden Nürnberger mutiger wurden. Christian Eigler nahm nach einer knappen halben Stunde als erster das Herz in die Hand – und wäre fast belohnt worden. Der fulminante Schuss aus der zweiten Reihe klatschte in der 27. Minute an die Latte. HSV-Keeper Frank Rost hätte keine Chance zur Abwehr gehabt.
Nur eine Minute später gab es auf der anderen Seite Aufregung. Pitroipa dringt mit dem Ball am Fuß auf halblinker Position in den Nürnberger Strafraum ein. Juri Judt bekommt schließlich gerade noch die Fußspitze an den Ball und kann den Angriff abwehren, während die Mannschaft von Armin Veh vehement Elfmeter fordert.
Kurz vor der Halbzeit hätten die Gäste aus Nürnberg dann in der Imtech-Arena erneut in Führung gehen können. Julian Schieber läuft sich in der 37. Minute im HSV-Strafraum hervorragend frei und passt den Ball scharf in die Mitte zum völlig freistehenden Albert Bunjaku. Der Schweizer gerät jedoch kurz außer Tritt und so gleicht sein Torschussversuch eher einer Slapstick-Einlage.
Torlos ging es in die Kabinen und kaum standen die Fußballer wieder auf dem Feld, ging der Sturmlauf der Gastgeber in Richtung Nürnberger Tor weiter. Indes: Wahre Torgefährlichkeit sieht auch weiterhin anders aus und so ist es bezeichnend, dass das Führungstor für die Hamburger schließlich durch einen Stolperball erzielt wurde. Nach einer Ecke von Zé Roberto in der 61. Minute kann Joris Mathijsen in der Mitte nicht mehr ausweichen und drückt den Ball halb fallend mit dem Knie über die Torlinie von Keeper Raphael Schäfer. Der Bann war gebrochen und bei den Clubfans ging nun natürlich die Angst um, dass weitere Tore für den Hamburger Sport-Verein fallen würden. Zu lebhaft waren die Erinnerungen noch, an den chancenlosen Auftritt des FCN im April in Hamburg.
Doch dieses Mal passierte nichts dergleichen. Hamburg schien mit der knappen Führung zufrieden, nahm ein wenig den Dampf raus, während der Club seinen Abwehrriegel nun natürlich lösen musste. Der eingewechselte Mike Frantz hatte  in der 74. Minute die erste große Möglichkeit für den Club in der zweiten Halbzeit. Der Youngster war quer gestartet und wurde von Juri Judt mit langer Flanke aus dem Abwehrbereich mustergültig bedient. Begleitet von zwei Hamburger Abwehrspielern konnte Frantz sich durchsetzen und stürmte in Richtung HSV-Tor. Keeper Frank Rost hatte jedoch mitgespielt, eilte aus seinem Kasten und konnte gerade noch abwehren.
In der 81. Minute kam dann jedoch auch der Hamburger Keeper zu spät. Nachdem sich Schieber gleich gegen mehrere HSV-Abwehrbeine durchgesetzt hatte, wurde er vom Schlussmann mit der Hand am rechten Fuß erwischt. Die Konsequenz: Schiedsrichter Markus Wingenbach aus Diez zeigte auf den Elfmeterpunkt. Javier Pinola trat an und der Rest war Freude im Clublager.  Der Argentinier verwandelte den Strafstoß sicher.
Kurz vor Schluss hätte der Südamerikaner dann sogar noch für  einen Dreier für den Club sorgen können.  Nach Foul an Schieber, gab es in der Nachspielzeit noch einmal einen Freistoß in aussichtsreicher Position. Pinola schlenzte den Ball an der Mauer vorbei, doch Frank Rost tauchte rechtzeitig ab und verhinderte den Auswärtssieg für den FCN.
Gleich nächste Woche steht für die Mannschaft von Dieter Hecking das nächste schwere Auswärtsspiel auf dem Programm. Am Sonntag tritt der Club um 17.30 Uhr bei Bayer Leverkusen an.