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Fußball-Bundesliga 2009/2010, 34. Spieltag
[Samstag, 08.05.10] 1.FC Nürnberg – 1.FC Köln 1:0 (0:0)

Nun hatte der Club also wieder einmal das Endspiel, dass er im Abstiegskampf scheinbar braucht. Gegen den 1.FC Köln hieß es am Samstag: Ein Sieg muss her, um zumindest die Relegation noch zu erreichen. Was sich jedoch als spannender Abstiegskampf am letzten Spieltag zwischen dem Club, Hannover 96 und dem VfL Bochum angekündigt hatte, entpuppte sich aufgrund des Spielstandes in Bochum letztlich als früh entschieden. Hannover 96 führte bereits zur Halbzeit mit 3:0 in Bochum, so dass das Ergebnis zwischen Nürnberg und dem 1.FC Köln bereits zur Halbzeit fast zur Nebensache geworden ist. Schon früh an diesem Nachmittag stellten sich die Weichen für den Club in Richtung Relegation.
Der Reihe nach: Der Club wusste, dass gegen die Domstädter nur ein möglichst klarer Sieg helfen würde, um die Chancen auf Tabellenplatz 15 zu wahren und den neunten Abstieg der Vereinsgeschichte zu verhindern. Als es in Bochum noch 0:0 stand, legte der FCN dementsprechend motiviert los. Bereits in der fünften Minute sprangen die Clubfans im Max-Morlock-Stadion das erste Mal von ihren Sitzen. Mike Frantz hatte einen Freistoß von der linken Außenbahn hoch an den zweiten Pfosten gebracht. Dort stieg Andreas Wolf am höchsten und köpfte den Ball gegen den Querbalken. Ein möglicher Treffer hätte jedoch nicht gezählt, denn der schwache Schiedsrichter Peter Gagelmann hatte die Situation bereits vorher abgepfiffen.
Nach diesem ersten Aufreger entwickelte sich in Nürnberg ein Spiel, wie man es hatte erwarten können. Die Kölner, für die es um nichts mehr ging, zogen sich in die eigene Hälfte zurück, während der Club versuchte, Sicherheit ins eigene Spiel zu bekommen und sich Torchancen zu erarbeiten, ohne Gefahr zu laufen den Gästen Kontermöglichkeiten zu bieten. Mit zunehmender Dauer des Spiels nahmen die Hausherren jedoch das Tempo aus dem Spiel und hatten Schwierigkeiten, den FC aus Köln in Bedrängnis zu bringen. Es dauerte letztlich bis zur 26. Minute, ehe im Max-Morlock-Stadion wieder gejubelt wurde. Nach einem Eckball von der linken Seite nutzt Dominic Maroh das Durcheinander in der Kölner Hintermannschaft und schiebt den Ball aus kurzer Distanz ins Tor der Gäste. Nürnberg jubelte, doch Schiedsrichter Gagelmann hatte etwas dagegen. Sein Assistent an der Linie hatte den vermeintlichen Torschützen im Abseits gesehen – und lag damit wohl leider richtig.
Kurz vor der Pause  zeigten dann auch die Gäste das erste Mal, dass sie durchaus gewillt waren, in Nürnberg zu einem Treffer zu kommen. Javier Pinola hatte Zoran Tosic rund 30 Meter vor dem Tor von den Beinen geholt. Der Gefoulte legte sich den Ball in der 43. Minute selbst zurecht und zwang Raphael Schäfer mit seinem Freistoß zu einer Glanzparade. Torlos ging es also in die Halbzeitpause und spätestens mit Verkündung der Halbzeitergebnisse von den anderen Plätzen, war unter den fast 50.000 Zuschauern im Nürnberger Stadion die Luft raus. Hannover führte deutlich in Bochum, so dass der Club selbst bei einem Sieg über Köln den rettenden 15. Platz nicht mehr erreichen konnte. Würde sich am Spielstand in Bochum nichts mehr ändern, dürfte der Club nun sogar knapp gegen Köln verlieren ohne direkt absteigen zu müssen.
Die Entscheidung schien also bereits gefallen, doch die Männer von Dieter Hecking machten auch in der zweiten Halbzeit Druck und versuchten Selbstvertrauen für die nun wahrscheinliche Relegation zu tanken. Der Nürnberger Trainer hatte Eric-Maxim Choupo-Moting zur Halbzeit gebracht und die Leihgabe vom Hamburger SV hatte im zweiten Durchgang auch gleich die erste Großchance. Andreas Ottl hatte in der 49. Minute einen Eckball hoch in den Kölner Strafraum gebracht. Choupo-Moting stand am zweiten Pfosten völlig frei, brauchte jedoch einen Tick zu lange, um den Ball anzunehmen, so dass sich Maniche in den Schuss des Jungnationalspielers werfen konnte und zur erneuten Ecke klären. Diese brachte erneut Andreas Ottl in die Mitte, wo Dominic Maroh im Duell gegen Kölns Keeper Faryd Mondragon die Oberhand behielt. Der Ball kam zu Albert Bunjaku, doch der Schweizer war zu überrascht, um den Ball im FC-Tor unterzubringen.
Mit zunehmender Spieldauer wurden die Clubberer nun jedoch nervöser. Ein Treffer war bisher nicht gelungen und umso länger das Spiel dauerte, desto besser standen die Kölner in der Hintermannschaft. Javier Pinola wollte sich das in der 62. Minute nicht mehr mit ansehen und zog einfach mal aus 25 Metern ab. Der Argentinier zwang Kölns Torhüter Mondragon zu einer Glanzparade. Viel mehr kam von Clubseite in der letzten halben Stunde dann jedoch nicht mehr. Die ein oder andere Möglichkeit – ohne jedoch wirklich gefährlich vor das Tor der Geisböcke zu kommen. Längst hatte sich im weiten Rund herumgesprochen, dass Hannover in Bochum noch immer mit 3:0 führte. Das Spiel gegen die Kölner entschieden hat schließlich ein ruhender Ball. Andreas Ottl zog einen Freistoß aus 25 Metern in der 88. Minute direkt auf das Tor und ließ Torhüter Mondragon keine Abwehrchance. Der Club gewann also das letzte Saisonspiel gegen den 1.FC Köln durch einen späten, aber nicht unverdienten Treffer mit 1:0 und tankte somit durchaus das in der Relegation so bitter benötigte Selbstvertrauen. Nach vier Niederlagen in Folge versöhnten die Männer von Trainer Dieter Hecking ihre Fans und hoffen nun auf gute Unterstützung beim Nachsitzen.
Der Club beendet die Saison 2009/2010 mit 31 Punkten und 32:58 Toren auf Tabellenplatz 16. Acht Siegen und sieben Unentschieden stehen 19 Niederlagen gegenüber. Besonders schön aus Berliner Sicht: Das einzige Team, das der Club in dieser Saison zwei Mal besiegen konnte, war Hertha BSC Berlin. In der Heimtabelle belegt der Club mit 19 Punkten Rang dreizehn. Auswärts war nur ein Team in der Bundesliga schlechter als der Club. Mit 12 Punkten belegt man in dieser Wertung Rang 17 vor Borussia Mönchengladbach. Die Hinrunde hatte der 1.FC Nürnberg auf Rang 17 mit gerade 12 Punkten beendet. In der Rückrundentabelle liegt der Club mit 19 Punkten auf einem guten 12. Platz – noch vor den „Aufholjägern“ von Hertha BSC oder auch vor der TSG Hoffenheim. Während der Club nun in die Relegation gegen den Zweitligadritten FC Augsburg muss, konnte sich Hannover 96 durch den 3:0-Auswärtssieg auf Platz 15 behaupten. Der VfL Bochum stieg als 17ter ab und folgt der Hertha aus Berlin in die zweite Liga.