Ein Passwort wird per E-Mail an Sie geschickt

DER DISORDER – Der aktuelle Montagskommentar

Seien wir doch ehrlich: Das war weder Fisch noch Fleisch in Bochum. Ein Punkt – gut und schön – aber eigentlich trotzdem zu wenig. Im Schneckentempo bewegt sich der Club auf das Ende der Saison zu und hofft im Moment mehr auf Niederlagen der Abstiegskonkurrenz als auf eigene Siege zu bauen. Deutlich zu sehen war dies vor allem in den letzten Minuten in Bochum. Die Mannschaft von Dieter Hecking hatte das Spiel im Griff und verzichtete dennoch vollkommen auf eine Schlussoffensive. Lieber der Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach und wir Fans können nur hoffen, dass sich dies am Ende der Saison nicht rächt.
Vor allem die Harmlosigkeit im Angriff trieb dem geneigten Clubfan am Samstag so manche Sorgenfalte auf die Stirn. Da steht die Abwehr endlich wieder einigermaßen sattelfest (und das auch ohne den kurz vor dem Spiel krank gewordenen Breno) und schon überbieten sich die Clubstürmer munter in Sachen Schlafwagenfußball. Was fehlt, sind zündende Ideen. Der Mut, den Ball auch mal steil in den Rücken der gegnerischen Abwehr zu spielen. Alle Angriffe laufen über die Mitte, viel zu selten zieht mal ein Clubspieler durch bis zur Außenlinie und spielt dann den gefährlichen Pass. Als Zuschauer im Gästeblock hatte man jedenfalls am Samstag nie das Gefühl, dass den Gastgebern an diesem Nachmittag noch etwas passieren könnte. Im Gegenteil: Vor lauter Frust über die eigene Ungefährlichkeit schlägt ein bereits verwarnter Albert Bunjaku völlig unmotiviert den Ball weg und fängt sich zwei Minuten vor Schluss noch die gelb-rote Karte. Sperre im wichtigen Spiel gegen Leverkusen und wenn es denn dann ganz dumm läuft, ist er zwar bei der Hertha wieder dabei, muss zu Hause gegen Hoffenheim aber schon wieder zuschauen – zumindest, wenn er sich gegen Hertha eine gelbe Karte einfängt.
Der Club kommt im Moment nicht so recht von der Stelle und das Einzige, was den DISORDER nach zwei Dritteln der Saison noch halbwegs beruhigt: Es gibt dort unten in der Tabelle noch mindestens drei Mannschaften, denen es ebenso geht. Freiburg, Hannover und Hertha bleiben im Moment jedenfalls auch weiterhin genau wie der Club jeden Beweis schuldig, dass sie auch in der nächsten Saison in die Bundesliga gehören. Auch die Kölner bleiben den Beweis seit einigen Spielen schuldig, haben jedoch auch immerhin schon ein Polster von acht Punkten auf den Club.
Bleibt als spannende Frage am Ende eines ereignisarmen und torlosen Spiels am Samstag also vor allem: Welche Mannschaft gibt das eigene Schneckenrennen zuerst auf? Wer landet den Big Point, die drei Punkte, die dort unten schon einen großen Schritt bedeuten?
Leider gibt der Spielplan der Bundesliga darauf schon fast eine Antwort, stehen sich doch am nächsten Wochenende die notorisch erfolglosen 96er aus Hannover und der SC Freiburg gegenüber. Sollte es Freiburg also schaffen, die eigene Heimschwäche zu überwinden und drei Punkte im Breisgau behalten, ist der Zug in Richtung Platz fünfzehn ganz schnell abgefahren. Nicht auszudenken, wo der Club dann steht, wenn er nur eine Woche später nach Berlin kommt und für die Hertha zum Aufbaugegner wird.
Schwarzmalerei – DER DISORDER gibt es zu. Aber eben leider auch durchaus eine von vielen Möglichkeiten. Und immerhin: Eine von vielen Möglichkeiten zu punkten, wäre das Spiel in Bochum mit Sicherheit gewesen. Der Club hat diese Möglichkeit jedoch nicht genutzt.