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Fußball-Bundesliga 2009/2010, 15. Spieltag
[Samstag, 05.12.09] Bor. Dortmund – 1.FC Nürnberg 4:0 (3:0)

Mit 4:0 (3:0) kam der Club am Samstag beim Mittelklasseverein Borussia Dortmund unter die Räder. Seine Bundesligatauglichkeit konnte der 1.FC Nürnberg zu keiner Zeit unter Beweis stellen. Ganze sieben Minuten konnte die Mannschaft mithalten, erspielte sich in den ersten Minuten sogar zwei Eckbälle, wurde dann jedoch im fremden Stadion klassisch ausgekontert. In der achten Minute setzte sich Sven Bender im Mittelfeld durch und spielte einen Zuckerpass auf Kevin Großkreutz in den Nürnberger Strafraum. Der Youngster stand völlig allein vor Club-Keeper Alexander Stephan, behielt die Nerven und schob zur frühen BVB-Führung ein.
Doch damit nicht genug: Nur fünf Minuten später fast das selbe Bild. Die Nürnberger Abwehr gleicht einem Hühnerhaufen und plötzlich steht Welttorjäger Lucas Barrios nach einer Flanke mutterseelenallein im Club-Strafraum. Alexander Stephan wirft sich dem Borussen entgegen, kann jedoch nicht verhindern, dass Barrios den Ball schließlich zur 2:0-Führung in der 13. Minute über die Linie drückt.
Nach weniger als einer Viertelstunde war das Spiel vorentschieden und die Männer von Trainer Michael Oenning hatten wenig bis gar nichts entgegenzusetzen. Die Dortmunder konterten weiter fröhlich im eigenen Stadion, während den Clubberern bei immerhin 60% Ballbesitz wenig einfiel, um das Tor von Borussia-Torhüter Roman Weidenfeller in Gefahr zu bringen. Immerhin: Die Abwehr konnte sich zumindest ein wenig stabilisieren und ließ in den Folgeminuten nach den frühen Treffern keine weiteren Dortmunder Chancen zu.
Die erste Möglichkeit für den Club folgte letztlich erst in der 32. Minute. Dennis Diekmeyer brachte den Ball halb hoch in Richtung Dortmunder Gehäuse. Isaac Boakye, der nach langer Verletzungspause erstmals wieder in der Nürnberger Startelf stand, setzte aus kurzer Distanz zum Seitfallzieher an, verpasste das Tor jedoch um mehrere Meter.
Als gerade so etwas wie das Gefühl aufkam, der Club könne eventuell vor der Halbzeit noch den Anschlusstreffer markieren, zappelte die Lederkugel wieder im Netz von Alexander Stephan. Lucas Barrios umkurvte die Nürnberger Abwehrspieler wie Slalomstangen, versuchte es dann mit einem Schuss aus kurzer Distanz zunächst selbst, scheiterte jedoch an der starken Reaktion des Nürnberger Keepers. Da der Rest der Hintermannschaft jedoch fasziniert einfach nur zuschaute, hatte Mohamed Zidan keine Schwierigkeiten, den abgewehrten Ball abzustauben und zum 3:0 in 36. Minute einzuschieben.
Das Spiel war zur Halbzeit entschieden und nur drei Minuten nach dem Pausentee hätte es erneut fast im Nürnberger Tor geklingelt. Mats Hummels drückt das Leder nach einem Kopfball in der 48. Minute jedoch knapp am Tor vorbei. In der 53. Minute muss Javier Pinola für seinen geschlagenen Keeper das Leder von der eigenen Linie kratzen und so ging das muntere Scheibenschießen im Nürnberger Strafraum stets weiter. Die Frage war auch in der zweiten Halbzeit eher, wann das nächste Dortmunder Tor fällt und nicht, wann der Club endlich sein erstes Tor erzielt.
Die Borussen spielten Katz und Maus mit den rot-schwarzen Gästen und wann immer die Mannschaft von Trainer Jürgen Klopp das Tempo ein wenig anzog, kamen die Nürnberger in Bedrängnis. So auch in der 61. Minute, als Nuri Sahin Club-Keeper Stephan mit einem Distanzschuss prüfte. Den Abpraller köpft der völlig frei stehende Mats Hummels zum 4:0 ein.
Dass die Niederlage im Endeffekt nicht noch höher ausgefallen ist, ist allein FCN-Keeper Alexander Stephan zu verdanken. Ein ums andere Mal rettete der Youngster auf der FCN-Linie, obwohl er von seinen Vorderleute hoffnungslos allein gelassen wurde. Das Dortmunder Sturmduo Lucas Barrios und Mohamed Zidan war für den löchrigen Nürnberger Abwehrverbund zu keiner Phase des Spiels in den Griff zu bekommen und allein der Ägypter Zidan hätte mindestens drei weitere Tore erzielen können oder müssen.
Letztlich durfte man auf Nürnberger Seite mit dem 0:4 noch zufrieden sein, denn auch bei einem 0:6 oder 0:7 hätte man sich nicht beschweren dürfen. Der fussballerische Offenbarungseid führte den Club nach dem Unentschieden von Stuttgart und Bochum direkt auf den 17. Tabellenplatz und wenn nicht bald ein Weg aus der eigenen Harmlosigkeit gefunden wird, wird man sich dort auf dem Abstiegsplatz wohl einnisten. Weiterer Wehrmutstropfen beim FCN: In der Schlussphase des Spiels zog sich Innenverteidiger Dominic Maroh einen Bänderanriss zu und wird die nächsten Partien wohl verpassen.