Ein Passwort wird per E-Mail an Sie geschickt

DER DISORDER – Der aktuelle Montagskommentar

Ach, wie schön. Der Club kann doch noch gewinnen und obwohl DER DISORDER das Wort „ausgerechnet“ sonst gerne vermeidet, ist es dieses Mal durchaus angebracht. Für Berliner Clubfans gibt es nur wenige Siege, die schöner sind als die gegen Hertha BSC Berlin. Siege gegen die Bauern und gegen Kräuterfett mögen da noch mithalten, doch letztlich sind es die Siege gegen die Hertha, die einen Berliner am Montag besonders gerne zur Arbeit gehen lassen. Umso mehr, wenn sie letztlich so souverän, eindrucksvoll und klar herausgespielt werden, wie es am Samstag der Fall war.
Der Club ist zwar noch immer der Club und so gab es durchaus auch nach dem 2:0 im Block noch immer skeptische Mienen, ob es denn an diesem Samstag im so eminent wichtigen Spiel wirklich zum Sieg reichen würde. Spätestens jedoch mit dem 3:0 war klar, dass der Gast aus der Hauptstadt im Max-Morlock-Stadion nichts mehr reissen würde.
Doch bleiben wir auf dem Teppich. Der Sieg gegen die Hertha war dringend notwendig und wichtig und die Mannschaft von Michael Oenning hat sich den Respekt redlich verdient, dieses Kellerduell zwischen Tabellensiebzehnten und -achtzehnten gewonnen zu haben. Gleichzeitig waren die Hauptstädter in der Form vom Samstag nicht wirklich ein Prüfstein. Zu harmlos präsentierten sich die Berliner im Frankenland und so gab es zwar im Gegensatz zu den Spielen gegen Hannover und Bochum durchaus Fortschritte zu vermelden – zu Euphorie oder gar den Glauben an die Wende zur Rettung besteht indes kein Anlaß. Der Club hat nach einer kleinen Niederlagenserie endlich mal wieder ein Spiel gewonnen – nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Und so bleibt mit Spannung abzuwarten, wie das Team von Michael Oenning diesen wichtigen Sieg in der nächsten Woche in Hoffenheim in Leistung umsetzen kann. Das Pokalspiel in der zweiten Runde hat deutlich gezeigt, wie man als Mannschaft gegen die Retortenkicker aus dem Rhein-Neckar-Gebiert nicht auftreten darf. Gleichzeitig sei daran erinnert, was beim Club nach dem letzten wichtigen Sieg gegen Borussia Mönchengladbach folgte: Nämlich vier Niederlagen in Meisterschaft und Pokal in Folge.
Hoffen wir also, dass das junge Team mit dem FCN-Logo auf dem Trikot nun gemerkt hat, dass man sich nach einem noch so wichtigen Sieg nicht ausruhen darf, wenn man in der Bundesliga überleben will. Die drei Punkte gegen die Hertha sind nichts mehr wert, wenn es am kommenden Samstag in Hoffenheim gleich wieder eine Niederlage setzt. Mit acht Punkten steht der Club zwar nach diesem Spieltag nun wieder über dem Strich, doch es bedarf keines Wahrsagers, um zu wissen, was passiert, wenn am nächsten Spieltag keine Punkte hinzu kommen.
Das mag nun fast schon größenwahnsinnig klingen und sicher ist es richtig, dass wir unsere Punkte gegen andere Gegner holen müssen als in Hoffenheim. Gleichzeitig fehlen jedoch in dieser Rechnung bereits die Punkte aus den Heimspielen gegen oben angesprochene Hannoveraner und Bochumer. Es wird also Zeit, mal für eine echte positive Überraschung zu sorgen und nicht nur die Spiele zu gewinnen, die man sich als Minimalziel in der Rechnung auf Platz fünfzehn gesetzt hat. Erst dann kann man nämlich behaupten, dass es mit dem Club wirklich bergauf geht.