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Fußball-Bundesliga 2009/2010, 2. Spieltag
[Samstag, 15.08.09] Eintracht Frankfurt – 1.FC Nürnberg 1:1 (1:0)

Im Frankfurter Waldstadion ist der 1.FC Nürnberg in der Bundesliga angekommen und entführt verdient einen Punkt aus Hessen. Mit ein wenig mehr Glück wäre sogar ein nicht unverdienter Auswärtssieg möglich gewesen. Beim Lieblingsgegner der letzten Jahre (selbst in der Abstiegssaison gelangen dem Club gegen Frankfurt zwei Siege) begannen die in weiß gekleideten Clubberer zunächst wie die sprichwörtliche Feuerwehr. Dennis Diekmeyer schnappte sich in der zweiten Minute einfach mal den Ball und stürmte in Richtung Eintracht-Tor. Wahrscheinlich war der Youngster selbst ein wenig überrascht, wie einfach es ihm die Frankfurter Hintermannschaft machte und so verzog der Ex-Bremer seinen Schuss aus aussichtsreicher Position.
Nur vier Minuten später zeigte auch die Eintracht, dass sie Fußball spielen kann. Ioannis Amanatidis fand jedoch in der sechsten Spielminute in Raphael Schäfer seinen Meister. Ähnlich munter ging es die nächsten zehn Minuten hin und her. Beide Teams schenkten sich schon im Mittelfeld nichts und erarbeiteten sich die ein oder andere Möglichkeit in der Hitze der Commerzbankarena. Zuerst erfolgreich war aus Clubsicht bedauernswerter Weise der Gastgeber. Amanatidis hatte sich in der 17. Minute auf der linken Seite frei gelaufen, spielte Alexander Meier in der Mitte hoch an und der Schlacks legte im Fünfmeterraum die Lederkugel per Kopf auf Caio. Der umstrittene Brasilianer zog aus kurzer Entfernung ab und ließ Raphael Schäfer keine Abwehrmöglichkeit.
Nach dem Rückstand brauchte der Club verständlicherweise ein paar Minuten, rappelte sich dann jedoch auf und erspielte sich seinerseits noch Chancen. Bei einem Ballbesitz von 60:40 zugunsten der Franken, vergaben Marek Mintal (25. Minute), Ilkay Gündogan (28.) und Peer Kluge (35.) jedoch ihre Möglichkeiten. Die Eintracht indes zog sich nun zurück und erspielte sich in der ersten Halbzeit keine weiteren Torchancen.
Nach dem Wechsel entwickelte sich in den ersten Minuten schnell ein rasantes Fußballspiel. Beide Teams drängten nun auf das Tor – der Club auf den Ausgleich, Frankfurt auf die Vorentscheidung. Die erste große Möglichkeit nach der Pause hatte erneut der starke Amanatidis, der jedoch in der Nacht nach dem Spiel Alpträume von FCN-Keeper Schäfer haben dürfte. In der 53. Minute stürmte der Grieche allein in Richtung Clubtor, doch Schäfer behielt die Nerven und zeigte, warum er mitunter „Magneto“ gerufen wird. Im Bruchteil einer Sekunde tauchte der Clubkeeper ab und fing den Flachschuß des Eintracht-Stürmers sicher. Auch beim nächsten Angriff zeigte Schäfer seine hervorragenden Reflexe und lenkte einen erneuten Amanatidis-Schuss über die Latte.
Auf der anderen Seite hatte der sonst schwache Christian Eigler in der 55. Minute die bis dahin größte Clubchance, scheiterte jedoch und musste sich zusammen mit seinem Sturmpartner Isaac Boakye nur eine Minute später zurecht auswechseln lassen. Angelos Charisteas und Albert Bunjaku bildeten fortan das neue Sturmduo und sorgten für ordentlichen Wirbel in der Frankfurter Abwehr.
Von Erfolg gekrönt wurden die Bemühungen in der 65. Minute. Charisteas setzte sich halblinks gut durch, scheiterte aus kurzer Entfernung jedoch noch an Eintracht-Keeper Oka Nikolov. Dieser konnte den Ball jedoch nur abklatschen und so war in der Mitte Albert Bunjaku genau da, wo ein Stürmer stehen muss und erzielte den zu diesem Zeitpunkt längst verdienten Ausgleich.
In der 79. Minute erzielte die immer stärker aufspielende Club-Mannschaft sogar noch einen zweiten Treffer. Erneut hatte Bunjaku getroffen, doch das Schiedsrichtergespann verwährte dem Tor die Anerkennung. Der Linienrichter hatte eine Abseitsstellung ausgemacht, übersah jedoch, dass Bunjaku bei der Hereingabe von Charisteas zwar hinter den Frankfurter Abwehrreihen stand, jedoch regelgerecht auch hinter dem Ball. Das Tor hätte also zählen müssen, doch hätte, wäre, wenn… zählt am Ende nichts und so darf der Club nicht nur mit dem Punkt zufrieden sein, sondern vor allem auch mit der eigenen Leistung in der zweiten Halbzeit.