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DER DISORDER – Der aktuelle Montagskommentar

Jetzt wird sie uns also wieder 34 Wochenenden beschäftigen. Sie wird uns schwitzen, hoffen, bangen und hofftentlich auch oft genug jubeln lassen: Die Bundesliga! Der Club ist wieder in der Spielklasse, in der er hingehört und musste trotzdem bereits am ersten Spieltag Leergeld bezahlen. Die Gegner heißen nun eben nicht mehr Ahlen, Ingolstadt und Wehen-Wiesbaden, sondern Schalke, Bremen oder Stuttgart. Mannschaften also, bei denen man sich keine Ruhezeit in der Hintermannschaft leisten kann, in der Gewissheit, dass dort im eigenen Strafraum ja nur ein Zweitligastürmer auftaucht, der mitunter drei Anläufe braucht, ehe er die Lederkugel im Netz versenkt. Und auf der anderen Seite bekommt man selbst eben keine 15-20 Chancen mehr pro Spiel, sondern muss die wenigen Gelegenheiten, die sich bieten, auch nutzen. Schade, dass ausgerechnet Fußballgott Marek Mintal am Samstag das beste Beispiel dafür war. Hätte das Phantom kurz nach der Halbzeit gegen Schalke durchgezogen und den Ausgleich erzielt, das Spiel wäre mit Sicherheit anders gelaufen.
Doch hätte, wäre, wenn – in diesem Punkt unterscheidet sich die Bundesliga keinen Deut von Liga zwei. Am Ende zählt das Ergebnis und auch, wenn man Trainer Michael Oenning in Ansätzen sicherlich recht geben kann, dass die Mannschaft am Samstag phasenweise gezeigt hat, dass sie mithalten kann: Wenn die Punkte fehlen, hilft auch ein Mithalten nicht.
Keine Angst, DER DISORDER ist weit davon entfernt, nun bereits nach dem ersten Spieltag und dem ersten verlorenen Spiel gleich schwarz zu sehen und irgendetwas in Frage zu stellen. Im Gegenteil: Vielleicht war die Heimniederlage zum Auftakt sogar so etwas wie der heilsame Dämpfer. Denn seien wir doch mal ehrlich: Wo wäre die Euphorie denn schon wieder hingeschwappt, wenn wir Schalke am Samstag mit einer Niederlage nach Hause geschickt hätten? Souveräner Pokalsieg in Dresden, Schalke zu Hause geschlagen… was hätte uns denn noch passieren sollen?
Nun gut, es kam ja bekanntlich anders und die großen Optimisten unter uns erzählten dann am Samstag nach dem Spiel, dass wir dann eben nur noch Vizemeister werden, da Schalke ja bekanntlich mit seinem Meistertrainer Felix Magath endlich die silberne Salatschüssel in Händen halten wird. All diesen Optimisten sei gesagt: Es gibt doch noch ein Rückspiel auf Schalke…
Die Meisterschaft ist also letztlich noch genauso möglich wie der Abstieg und genau darin liegt das Problem des ersten Spieltags: Egal, was man nun in die ersten Spiele der Saison hineininterpretieren möchte, die nächsten 33 Spieltage werden einen Lügen strafen. Ein Blick auf die Tabelle genügt, denn weder wird der Tabellenletzte VfB Stuttgart am Ende absteigen, noch wird die Eintracht aus Frankfurt nach 34 Spieltagen Vizemeister sein.
Bleiben wir also zumindest bis zum nächsten Wochenende einfach mal ruhig, warten wir ab, ob die Frankfurter ihren Auswärtssieg in Bremen bestätigen können oder ob der Club zeigt, dass er mehr als nur mithalten kann. Allein dies dürfte doch schon Spannung genug sein, um sich auf den zweiten von – ich betone es nochmal – 34 Spieltagen zu freuen.