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Fußball-Bundesliga, Relegation Rückspiel
[Sonntag, 31.05.09] 1.FC Nürnberg – Energie Cottbus 2:0 (2:0)

Der Club ist wieder erstklassig! Nach nur einem Jahr in der zweiten Fußball-Bundesliga kehrt der 1.FC Nürnberg durch zwei Siege in der Relegation gegen Energie Cottbus ins deutsche Fußball-Oberhaus zurück. Nachdem die Franken bereits das Hinspiel der Relegation in Cottbus mit 3:0 (1:0) gewonnen hatten, siegte der neunmalige deutsche Meister auch im Rückspiel vor eigenem Publikum mit 2:0 (2:0).
Im ausverkauften Max-Morlock-Stadion begannen die Gäste aus der Lausitz, wie man es nach der klaren Niederlage im Hinspiel erwarten durfte: Stürmisch suchte Cottbus nach einem schnellen Tor, um die Chance auf ein Fußball-Wunder doch noch zu wahren, und es hätte nicht viel gefehlt und die Gäte wären nach nur vier Minuten erfolgreich gewesen. Zunächst prüfte der Chinese Jiayi Shao Club-Keeper Raphael Schäfer mit einem fulminanten Freistoß aus 40 Metern. Schäfer bekam gerade noch die Hände an den Ball und konnte diesen an die Querlatte lenken. Auch die anschließende Ecke brachte Gefahr: Die Hereingabe von Ervin Skela landete auf dem Kopf von Nils Petersen. Dessen Kopfball brachte Schäfer erneut in Schwierigkeiten und es folgte direkt die nächste Ecke. Dieses Mal konnte sich Timo Rost durchsetzen, köpfte jedoch genau in die Arme von Raphael Schäfer.
Durchatmen beim Club – das hätte der frühe Rückstand sein können. Der Weckruf der Cottbusser hatte jedoch funktioniert und die junge Nürnberger Mannschaft merkte nun, dass das Rückspiel kein Selbstläufer werden würde. Dementsprechend erhöhte die Mannschaft die Konzentration. Mit Annahme der Zweikämpfe bekamen die Oenninge Spiel und Gegner nach den Anfangschancen für Cottbus dann schnell in den Griff und obwohl natürlich weiterhin Vorsicht geboten war, hatte man auf den Rängen nicht mehr wirklich das Gefühl, dass die Mission Aufstieg noch schief gehen könnte. In der 29. Minute folgte dann der erste Befreiungsschlag. Christian Eigler wurde in der Cottbusser Hälfte nicht angegriffen und so fasste sich der Ex-Zweitligatorschützenkönig ein Herz und versenkte den Ball mit einem Traumtor im Winkel des Cottbusser Tores. Gäste-Torhüter Gerhard Tremmel hatte nicht den Hauch einer Abwehrmöglichkeit. Selbstverständlich wollte der aktuelle Zweitligatorschützenkönig da in nichts nachstehen und so schnappte sich Marek Mintal in der 37. Minute den Ball, machte ein paar Meter und zog letztlich ebenso unhaltbar wie vorher Christian Eigler ins lange Eck ab.
2:0 für den Club noch vor der Halbzeit – der Bann war gebrochen und selbst die größten Club-Pessimisten standen oder saßen nun mit einem Lächeln im Stadion. Das Spiel und auch die Relegation war entschieden.
Dementsprechend wenig passierte letztlich im zweiten Durchgang auf dem grünen Rasen. Der Club konzentrierte sich auf eine Verwaltung des Ergebnisses und Cottbus war in Halbzeit zwei nur noch darum bemüht, das Spiel nicht noch höher zu verlieren. Wesentlich mehr als auf dem grünen Rasen passierte dagegen auf den Zuschauerrängen. Schon vor der Halbzeit ging die Welle durchs Max-Morlock-Stadion. 46.780 Zuschauer feierten und selbst der Cottbusser Anhang ging bei der Welle mit.
Kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit machten einige Cottbusser-Fans dann doch noch ihrem Frust Luft und zündeten Leuchtfackeln im Block. Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer unterbrach das Spiel kurz, konnte jedoch wieder anpfeifen, nachdem der Rauch letztlich verzogen war.
Sportlich war ein Pfostenschuss von Marek Mintal der einzige Höhepunkt der zweiten Hälfte. Das Torphantom wurde in der 73. Minute gegen Marcel Risse ausgewechselt und durfte sich seinen verdienten Applaus abholen. Zuvor war bereits der verletzte Andreas Wolf von den Rängen gefeiert worden. In der 87. Minute durfte sich auch Keeper Raphael Schäfer noch feiern lassen. Der Torhüter, der in 18 Heimspielen der abgelaufenen Saison nur sieben Mal hinter sich greifen musste, wurde gegen Daniel Klewer ausgetauscht.
Nach dem Abpfiff kannte die Begeisterung schließlich kein Halten mehr und trotz der Ansage, den Rasen bitte nicht zu stürmen, ließen sich die Clubfans nicht davon abhalten, das heilige Grün zu betreten und sich auch das ein oder andere Stück Wiese als Souvenir heraus zu schneiden. Der Rest war dann eine einzige, große Feier…