Ein Passwort wird per E-Mail an Sie geschickt

DER DISORDER – Der aktuelle Dienstagskommentar

Nun wird es also wohl Platz drei werden. Platz drei und damit verbunden die Relegation gegen den Sechszehnten der Fußball-Bundesliga. Der Club wird wohl nachsitzen müssen und für den Clubfan bedeutet dies zwei Mal weitere neunzig Minuten mit einer gesundheitsschädlichen Pulsfrequenz von mindestens 150. Und wem das nicht reicht, der darf ja im Rückspiel noch auf eine Verlängerung mit anschließendem Elfmeterschießen hoffen.
Selten hat das Ergebnis eines Clubspiels den DISORDER innerlich so sehr zerrissen, wie das 0:0 in Rostock am Sonntag.
Auf der einen Seite die Freude: Platz drei ist sicher, Greuther F**** steigt nicht auf und letztlich besteht ja zumindest theoretisch noch die Chance auf Platz zwei und damit auf den direkten Aufstieg.
Auf der anderen Seite jedoch auch die Enttäuschung, dass es eben nicht gereicht hat, die Mainzer zu überholen, den Aufstieg in den eigenen Händen (bzw. Füssen) zu haben und einem Sieg im letzten Spiel eine bombastische Aufstiegsfeier folgen zu lassen.
Auf wieder anderer Seite hält sich der DISORDER den Saisonverlauf vor Augen. Spiele wie ein 1:1 in Ahlen vor 4.700 Zuschauern oder ein 0:0 zu Hause gegen den FSV Frankfurt kommen mir da in den Sinn, ein dreizehnter Tabellenplatz nach 13 Spieltagen (also mehr als einem Drittel der Saison) mit gerade drei Punkten Vorsprung auf einen Abstiegsplatz. Wer hätte denn zu diesem Zeitpunkt allen Ernstes noch daran geglaubt, dass der Club am letzten Spieltag noch die Chance auf den Aufstieg hat?
Und dann kommen da eben doch auch wieder die Gedanken an den Sonntag in Frankfurt… mehr als 10.000 Clubberer jubeln ihrer Mannschaft zu, feuern sie an und wo stünden wir nun, wäre aus der zwischenzeitlichen 1:0-Führung nicht noch ein 1:2 geworden.
Es ist letztlich wie so oft im Fußball – vor allem am Ende einer langen Saison: Hätte, wäre, wenn und überhaupt. Oder sogar auf die Spitze getrieben: Hätte es die Relegation im letzten Jahr schon gegeben, wären wir heute vielleicht sogar noch Erstligist – zumindest bis zum Spieltag am nächsten Wochenende, an dem wir dann als Tabellenletzter abgestiegen wären.
Nun schieben wir die Konjunktive einfach mal zur Seite und ich bin mir sicher, dass eine Aufstiegsfeier nach den beiden Relegationsspielen durchaus mindestens genauso schön werden kann, wie nach einem 34. Spieltag. Dennoch sei die ernste Frage an die DFL nach dem Sinn der beiden Entscheidungsspiele gestattet.
Denn auch, wenn es vor Jahresfrist sehr weh getan hat: DER DISORDER hat bereits am letzten Spieltag der letzten Saison gesagt, dass eine Mannschaft, die es in 34 Spielen nicht schafft, drei Vereine in der Bundesliga hinter sich zu lassen, in der Belle-Etage des deutschen Fußballs nichts zu suchen hat. Und DER DISORDER hat seine Meinung diesbezüglich nicht geändert.
Denn wenn er sieht, dass eine Mannschaft wie Arminia Bielefeld, die es über ein Jahr auf gerade mal vier Siege in 33 Spielen gebracht hat, nun die Chance bekommt, dies in zwei Spielen und womöglich mit einem einzigen Sieg wieder gerade zu biegen, dann hat das für mich eine gewisse Schieflage und stinkt nach Geldmacherei durch weitere Fernseheinnahmen.