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DER DISORDER – Der aktuelle Dienstagskommentar

Ja, was soll man da noch sagen? So langsam fehlen auch dem Disorder die Worte… fünf Spiele, fünf Siege, 12:0 Tore, zweiter Tabellenplatz und was noch hinzu kommt: Der Club gewinnt nun endlich auch Spiele, die er noch in der Hinrunde klar verloren hätte.
Und so waren sich denn am Sonntag nach dem Spiel auch fast alle Clubfans einig. Dieses Spiel gegen St. Pauli hätte auch durchaus verloren gehen können. Chancen dazu hatten die Gäste aus Hamburg im Max-Morlock-Stadion genug. Wäre der Lattentreffer ein Tor gewesen, hätte Marius Ebbers bei seinem artistischen Schuss nicht im Abseits gesessen oder wäre gar Rafael Schäfer nach 120 Sekunden nicht der einzige gewesen, der im Clubtrikot bereits hellwach war und den Schuss aus kurzer Distanz einfach kurz vor der Linie festgehalten hat.
Hätte, wäre, wenn…. wie so oft im Fußball, und doch mit umgekehrten Vorzeichen. Denn sonst ist es doch der gemeine Clubfan, der nach dem Spiel lamentiert, hadert und fast verzweifelt. Hätte der Boakye und wäre der Eigler, dann würde auch der Mintal…. Nun, im Moment würden sie eben nicht nur, sondern sie tun es.
Sie rappeln sich auf, reißen sich zusammen, auch wenn es mal nicht so läuft. Sie konzentrieren sich auf das Wesentliche, wenn ein Gegner wie St. Pauli daherkommt und rotzfrech drei Punkte aus dem Frankenstadion entführen will. Mit dem nötigen Selbstbewusstsein klappt dies dann auch und so kommt – ohne ihn jetzt herabsetzen zu wollen – plötzlich selbst ein Pascal Bieler dazu, Tore zu erzielen.
Das Spiel gegen St. Pauli war also mal wieder, wenn man es denn dann durch die rosarote Vereinsbrille sehen will, ein richtiges Spiel zur richtigen Zeit. Die Clubberer haben gemerkt, dass trotz Rückenwind nicht alles von selbst läuft, und wurden für ihren spät erwachten Kampfgeist dann doch noch belohnt. Das Tor zum 1:0 fiel genau im richtigen Moment und nachdem man in der zweiten Halbzeit dann klar gezeigt hatte, wer nun das Zepter in die Hand genommen hatte, ließ man sich auch von hundertprozentigen, aber vergebenen Torchancen nicht beirren.
Es kam schließlich die 64. Minute und müsste man einem Menschen, der von Fußball nichts versteht, die Sportart erklären – es würden einige wenige Ausschnitte von Marek Mintal-Torchancen reichen. Denn seien wir doch ehrlich, und ich bin mir sicher, unser Fußballgott nimmt mir das nun nicht krumm: Ein Marek Mintal in der Hinrunde hätte die Großchance nach einer guten Stunde Spielzeit noch versemmelt. So aber blieb er cool, der Slowake, fast schon zu cool, suchte sich in aller Ruhe die richtige Ecke aus und schob den Ball in alter Torphantom-Manier zum 2:0 ein.
Betrachtet man die gesamte Spielzeit am Sonntag, war der Clubsieg sicherlich verdient und so freut sich DER DISORDER nun einfach erst einmal darüber, dass es immer weniger Spielen werden, die man noch verlieren kann. Denn auch nach dem fünften Sieg besteht natürlich weiterhin mehr als nur die Möglichkeit, dass der Club in dieser Saison auch noch ein Spiel verlieren oder Unentschieden spielen wird. Das Auftreten am Sonntag hat ihm jedoch gezeigt, dass die Clubspieler im Moment offensichtlich nur von Spiel zu Spiel denken – und eben genau das tut DER DISORDER nun auch. Der zweite Tabellenplatz ist endlich die Position, auf der man sich erlauben darf, nur noch auf sich zu gucken. Sechs Spiele sind es noch – gewinnt man die sechs Spiele, ist man auf alle Fälle aufgestiegen. Die Befürchtung ist nur, dass es einem bis dahin von Wochenende zu Wochenende schwerer fällt, neue Superlative zu finden.