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DER DISORDER – Der aktuelle Dienstagskommentar

Wann haben wir beim Club eigentlich das letzte Mal so gejubelt? Seit dem frühen Dienstagmorgen versucht DER DISORDER nun, sich zu erinnern, wann bei seinem Lieblingsclub das letzte Mal ein derart euphorischer Jubel ausgebrochen ist, wie am gestrigen Abend nach dem 1:0-Sieg in Freiburg.
Und natürlich fällt einem da zunächst einmal das Pokalendspiel ein, der grenzenlose Jubel damals nach dem Schlusspfiff. Doch halt, so weit in der Vergangenheit muss man gar nicht suchen. Das letzte Mal so richtig gejubelt hat man doch eigentlich vor gerade mal zwei Wochen. Albert Bunjaku hatte gerade zum 2:1 in Duisburg getroffen und zumindest im Frankenstüble herrschte nach dem Treffer ein fast grenzenloser Jubel – für ein paar Minuten.
Die beiden Spiele in Duisburg und Freiburg sind ein deutliches Beispiel dafür, wie eng Triumph und Tragödie im Fußball oft beieinander liegen. Ein einziges Tor (das von Duisburg in der Nachspielzeit) und alle Welt spricht dem Club die Erstligatauglichkeit ab. Die drei Aufsteiger standen in den meisten Köpfen schon fest und der FCN gehörte definitiv nicht dazu.
Nach dem Spiel in Freiburg nun das umgekehrte Bild. Ein einziges Tor kurz vor Schluss und plötzlich ist man wieder dran an den oberen Plätzen. Die bereits gekürten Aufsteiger schwächeln und alle Welt ist sich nun wieder einig, dass der Club am Ende der Saison über dem Strich stehen wird.
Nun gut, im Zuge der Euphorie wird genauso Vieles gesagt wie im Zuge der Niedergeschlagenheit nach einem späten Gegentreffer. Legen wir also nicht jedes Wort gleich auf die Goldwaage.
Freuen wir uns lieber über den Erfolg in Freiburg und behalten im Hinterkopf, dass es noch neun Spiele sind und eben auch noch mindestens vier Punkte, die aufgeholt werden müssen. Freuen wir uns darüber, dass der Club endlich mal wieder ein Spiel gewonnen hat, obwohl er in der zweiten Halbzeit gestern alles andere als überragend gespielt hat. Freuen wir uns, dass offensichtlich ein Knoten in der Mannschaft geplatzt ist, der den Spielern in rot-schwarz (oder auch in weiß) deutlich aufgezeigt hat, dass es nun keine Ausreden mehr gibt, sondern nur noch Punkte zählen.
Es wird bei den restlichen Spielen nun keine Partie mehr geben, bei der man sich zurück lehnen darf. Egal, ob der Gegner TuS Koblenz, FSV Frankfurt oder Hansa Rostock heißt: Die nächsten 810 Minuten werden jede für sich wichtig sein, will man am Ende eine Saison, die bereits mehrmals als verkorkst gegolten hat, doch noch erfolgreich beenden. Die Chance ist nun da. Und Der Disorder hofft inständig, dass spätestens das Spiel in Freiburg gestern die Wende zum Guten war. Gelitten haben wir alle lang genug.