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Zweite Fußball-Bundesliga 2008/2009, 16. Spieltag
[Montag, 08.12.08] 1.FC Nürnberg – Hansa Rostock 4:0 (3:0)

Mit einer vor allem in der ersten Halbzeit in allen Belangen starken Leistung hat der Club am Montag Abend Mitabsteiger Hansa Rostock keine Chance gelassen und mit nunmehr drei Siegen aus den letzten vier Spielen den Anschluss an die oberen Tabellenregionen der zweiten Fußball-Bundesliga hergestellt. Dabei war Michael Oenning gezwungen, sein Team kurz vor Anpfiff noch umzustellen. Peter Perchtold war wegen einer Knieverletzung nicht dabei und Dominik Reinhardt hatte grippegeschwächt verzichtet. Für die beiden Youngster rückten Marek Mintal und Jaouhar Mnari in die Startelf.
Das Spiel begann nach wenigen Minuten bereits mit einer Schrecksekunde für die Clubfans. Ausgerechnet Ex-Clubberer Benjamin Lense hätte die Gäste bereits nach 120 Sekunden in Führung bringen können. Völlig frei stehend setzte er seinen Kopfball jedoch knapp über das Club-Gehäuse. Scheinbar wachgerüttelt durch diese Gäste-Chance, übernahm der Club danach jedoch sehr schnell die Kontrolle auf dem Spielfeld. Vor allem Peer Kluge zog im Mittelfeld gekonnt die Fäden und so ließ auch die erste Clubchance nicht lange auf sich warten. In der fünften Minute wollte Christian Eigler eine schöne Hereingabe von Marek Mintal direkt verwandeln, schlug jedoch über den Ball. Auch in der siebten Minute fehlte nur das Quäntchen Glück, als der entscheidene Pass von Eigler auf Boakye zu ungenau kam.
Viel besser machte es Eigler dann in der neunten Minute: Auf Höhe des Strafraums passte er quer durch die Hansa-Abwehr präzise auf Marek Mintal und der Slowake hatte nach perfekter Ballannahme keine Mühe, den Ball aus kurzer Distanz zum 1:0 einzuschieben.
Zehn Minuten später versuchte es Peer Kluge einfach mal mit einem Weitschuß und verzog nur um wenige Zentimeter. Auch in der 27. Minute fehlte es nur an der Feinjustierung. Javier Pinola hatte einen Freistoß aus knapp 25 Metern halblinker Position auf das Hansa Tor gezogen. Gästekeeper Jörg Hahnel war jedoch in der richtigen Ecke und konnte den Ball festhalten. In der 31. Minute zeigte Hansa Rostock dann, dass sie auch noch im Spiel waren. Christian Rahn zog aus zweiter Reihe ab und Raphael Schäfer musste sich zum ersten Mal im Spiel richtig strecken, um den Ball noch um den Pfosten zu lenken.
Noch in der selben Minute passierte dann auf der anderen Seite das, worauf die Clubfans die ganze Zeit gewartet hatten. Nach einer Hereingabe von der rechten Seite, nahm Mike Frantz den Ball im Hansa-Strafraum mit dem Rücken zum Tor an. In Gerd-Müller-Manier drehte er sich mit Ball um die eigene Achse, verlud seinen Gegenspieler Benjamin Lense und zog den Ball flach ins lange Eck zum 2:0. Für Frantz war es das erste Profitor seiner noch jungen Karriere.
Der Wille der Rostocker schien nun endgültig gebrochen. Zwar ließ der Club in den letzten Minuten der ersten Halbzeit ein wenig in der Konzentration nach, so dass Torhüter Raphael Schäfer in ein bis zwei Aktionen durchaus sein Können noch unter Beweis stellen konnte, doch im Stile einer Klassemannschaft, legte der Club schließlich zu einem psychologisch äußerst wichtigen Moment noch nach. Marek Mintal flankte in der 44. Minute butterweich nach innen und fand dort den Kopf von Peer Kluge. Dessen Kopfball war keineswegs hart, sondern einfach nur äußerst gut platziert, so dass Hansa-Keeper Hahnel zum dritten Mal das Nachsehen hatte. Mit dem 3:0 im Rücken ging es ohne Anstoß direkt in die Pause.
Verständlicherweise ließ es der Club nach dem Seitenwechsel ein wenig ruhiger angehen, kam durch Eigler und Boakye jedoch durchaus noch zu Torchancen. Hansa Rostock schien sich dem Schicksal der dritten Niederlage im dritten Spiel unter Leitung des neuen Trainers Dieter Eilts bereits früh ergeben zu haben. Zumindest der eingewechselte Heath Pearce wollte jedoch offensichtlich wenigstens das erste Tor unter dem neuen Übungsleiter erzielen. Der US-Amerikaner setzte seinen Schuss in der 72. Minute allerdings an den Pfosten und Raphael Schäfer hatte schließlich das Glück des Tüchtigen, als ihm der Ball vom Pfosten in die Arme flog.
Fünf Minuten später folgte dann auch für die letzten Zweifler die endgültige Entscheidung. Erneut hatte Christian Eigler Marek Mintal freigespielt und im Stile früherer Phantomzeiten schloß der Slowake in der 77. Minute aus kurzer Distanz zum zweiten Mal an diesem Abend ab. Der Club spielte die 4:0-Führung schließlich sicher über die Zeit, klettert damit in der Tabelle auf Rang sieben und hat nunmehr nur noch vier Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz zur Bundesliga. Bei der Dichte der Teams im oberen Tabellendrittel ist ein Sieg bei den Löwen am Sonntag jedoch Pflicht, um die Position zu festigen.