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Zweite Fußball-Bundesliga 2008/2009, 14. Spieltag
[Sonntag, 23.11.08] 1.FC Nürnberg – SpVgg Greuther Fürth 2:1 (0:1)

Bis zur totalen Erschöpfung seiner Fans und vielleicht sogar einen Schritt darüber hinaus hat der Club am Sonntag einen Sieg im Frankenderby gegen die SpVgg Greuther Fürth erzwungen. Wie es sich für ein Derby gehört, legte der Club gleich vom Anpfiff an mit Volldampf los. Mit dem Rückenwind des Ingolstadt-Sieges hatte der Ex-Fürther Christian Eigler schon nach wenigen Sekunden die erste Chance. Der Ball flog jedoch knapp über das Gehäuse der Vorstadtassis.
Und der Club machte zunächst weiter Spaß. Vor allem Peer Kluge, der im Mittelfeld als treibende Kraft agierte und Isaac Boakye, der im Sturmzentrum keinen Ball verloren gab, zeigten in der ersten Halbzeit, dass der Club den Willen zur Wende endgültig gefunden hat. Immer wieder rannten die weinroten Clubberer in Richtung Gästetor an und hätten bei besserer Chancenauswertung die Kleeblätter schon in der ersten Halbzeit zerpflückt. Bezeichnend: Die erste wirkliche Chance der Gäste resultierte aus einem Fehler des zunächst erneut als Innenverteidiger aufgestellten Javier Pinola. Der Argentinier baute in der 33. Minute einen kapitalen Bock und spielte unfreiwillig Kräuterfetts Torjäger Sami Allagui frei. Der Zweitligastürmer hatte jedoch im Zweikampf mit Pokalsiegerkeeper Raphael Schäfer keine Chance und vergab kläglich. Die Nordkurve dankte die Parade des Keepers mit „Raphael Schäfer“-Gesängen.
Nur fünf Minuten später hatte Schäfer jedoch keine Chance. Nach einem erneuten Fehler von Pinola, der sich zunächst aus der Deckung locken ließ und dann im Zweikampf zu spät kam, erzielte so eine grün-weiße Sau, deren Name hier nicht genannt werden wird, die Führung für die ungebetenen Gäste. Aufgrund der mangelnden Unterstützung der Gästeanhänger (von Fans kann ja wohl kaum die Rede sein) ließ der arme Mann sich in der Nordkurve Nürnberg feiern und zeigte somit allen Beteiligten, wo stimmungstechnisch der Hammer hing.
Nach dem Pausentee startete der Club trotz Rückstand ähnlich furios wie zu Spielbeginn. Christian Eigler und Peer Kluge hatten den Ausgleich in kürzestem Abstand auf dem Fuß, zögerten jedoch Beide den leider entscheidenen Tick zu lange.
Die erste Viertelstunde nach Wiederanpfiff glich einem Powerplay der Clubberer. Angriff um Angriff wurde in Richtung Gästetor getrieben und es schien nur eine Frage der Zeit bis zum verdienten Ausgleich. Dieser fiel dann in der 72. Minute. Oder doch nicht? Nach einem Freistoß von der linken Seite war Innenverteidiger Dominic Maroh schließlich entscheidend am Ball und brachte die Lederkugel hinter die Linie. Für Verwirrung sorgte jedoch der Schiedsrichter-Assistent, der nach einem unkontrollierten Zucken im Arm die Fahne hob. Schiedsrichter Herbert Fandel musste den Mann kurz zur Raison bringen und entschied dann folgerichtig auf Tor.
Es folgten zehn Minuten Leerlauf in beide Richtungen, die letztlich beim Club jedoch nur dazu dienten, die Kräfte für den finalen Schlag zu sammeln. Drei Minuten vor Schluss war es wieder Peer Kluge, der – wie unzählige Male zuvor – die Chance für den FCN einleitete. Der Mittelfeldwühler passte auf Christian Eigler, der auf halblinker Position zum Jan-Kristiansen-Pokalsieg-Gedächtnisschuss ansetzte und Gänseblümchen-(nee, sorry: Kleeblatt)-Keeper Stephan Loboué wie eine sich langsam senkende Bahnschranke aussehen ließ.
Nach den vergebenen Chancen zu Beginn beider Halbzeiten wurde der Ex-F****** somit doch noch zum Matchwinner und ließ das Max-Morlock-Stadion vor Ekstase beben. Der Club feierte damit seinen zweiten Sieg in Folge und hat einen ersten Anschluss an die Aufstiegsplätze hergestellt. Die Warnung sei an dieser Stelle jedoch trotzdem ausgesprochen: Eine Niederlage in Osnabrück am kommenden Freitag kann das Erarbeitete der letzten beiden Spiele mit nur einem Schlage wieder zunichte machen.