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Zweite Fußball-Bundesliga 2008/2009, 9. Spieltag
[Sonntag, 26.10.08] TuS Koblenz – 1.FC Nürnberg 1:1 (0:1)

Der Club wartet auch nach dem neunten Spieltag weiter auf den ersten Auswärtssieg in der zweiten Liga. Dabei wäre ein Sieg in Koblenz einfach gewesen wie selten. Schließlich ging der Gastgeber vom Deutschen Eck mit der Empfehlung einer historischen 0:9-Schlappe bei Hansa Rostock ins Spiel und sah sich bereits nach nur zwei Minuten auf dem Oberwerth schon wieder in Rückstand. Angelos Charisteas hatte die Gunst der frühen Minuten genutzt und war seinem Gegenspieler auf der rechten Angriffsseite enteilt. Die präzise Hereingabe des Griechen verwandelte in der Mitte Marco Engelhardt bereits nach 120 Sekunden zur Auswärtsführung. Ein Auftakt nach Maß also für die Clubberer und für Koblenz sicherlich genau der Auftakt, den man hatte verhindern wollen – sollte nach der Rekordniederlage vor Wochenfrist doch zunächst Ruhe und Sicherheit ins eigene Spiel gebracht werden.
Die Gäste aus Franken versäumten es jedoch, aus diesem optimalen Start in die Partie weiteres Kapital zu schlagen. Zu umständlich wurde der Ball in Richtung gegnerisches Tor gebracht, zu sorglos mit der eigenen Feldüberlegenheit umgegangen. Denn die Tus aus Koblenz brachte in der ersten Halbzeit wenig bis gar nichts zustande und mit ein wenig mehr Entschlossenheit hätte man den Gastgeber vom Deutschen Eck gezielt unter Druck setzen und den knappen Vorsprung schon vor der Pause ausbauen können.
Der Club indes passte sich in seinen Aktionen mehr und mehr der Spielart des Gegners an und so mussten die mitgereisten Fans bis zur 44. Minute warten, ehe ihnen der Torschrei wieder auf der Zunge lag. Eine erneut scharfe Hereingabe von Charisteas konnte Ex-Clubberer Frank Wiblishauser jedoch in letzter Sekunde entschärfen.
In der zweiten Hälfte kam es, wie es kommen musste. Die Koblenzer merkten langsam, dass gegen den Gast aus Franken keinesfalls ein erneutes Debakel drohte und erhöhten die eigene Schlagzahl. Der Club reagierte zu dieser Zeit nur noch und konzentrierte sein Tun auf die Verhinderung des Gegentreffers. Dabei war es erneut vor allem Raphael Schäfer zu verdanken, dass der Ausgleich lange verhindert werden konnte. Per Faust in der 60. Minute, als Retter in der Not in der 64. Minute und mit dem Glück des Tüchtigen in der 69. Minute, als ein Schuß der Koblenzer nach Verwirrung in der Nürnberger Hintermannschaft weit über das Tor flog. Mit dem Fuß musste Schäfer in der 77. Minute retten, als die immer stürmischer werdenden Koblenzer dem Treffer immer näher kamen.
In der 82.Minute passierte dann letztlich, was passieren musste. 80 Minuten ununterbrochene Bettelei der Clubberer um den Ausgleich wurden erhört und Njazi Kuqi markierte aus kurzer Distanz das 1:1. Den ersten Schußversuch der Koblenzer hatte Schäfer noch abwehren können. Die verbliebenen acht Minuten reichten der Mannschaft von Michael Oenning schließlich nicht, das Ruder noch einmal rumzureißen und das vorher Versäumte nun aufzuholen. Zwar brachte der Trainer mit Isaac Boakye in der 83. Minute für den erneut über weite Strecken glücklosen Christian Eigler noch einmal einen frischen Stürmer, konterkarierte die eigenen Bemühungen um den Auswärtsdreier jedoch mit der taktischen Einwechselung von Mario Breska in der 90. Minute.
Kurz vorher hatte es im Koblenzer Strafraum noch ein letztes Mal Aufregung gegeben. Angelos Charisteas war beim Sturm auf das Koblenzer Tor zu Fall gekommen und aus der Ecke der Nürnberger Fans wurde vehement der fällige Strafstoß gefordert. Letztlich war bei der Aktion jedoch genauso der vergebliche Wunsch Vater des Gedanken wie bei der Hoffnung auf bessere Tage beim Club.