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Zweite Fußball-Bundesliga, 1. Spieltag
[Sonntag, 17.08.2008 – 14.00 Uhr] 1.FC Nürnberg – FC Augsburg 2:1 (1:0)

1:0 (22.) Isaac Boakye
2:0 (52.) Javier Pinola (Foulelfmeter)
2:1 (54.) Sandor Torghelle

Der Club hat am Sonntag sein Auftaktspiel in der Zweitligasaison 2008/2009 gegen den FC Augsburg zwar knapp, aber durchaus verdient gewonnen. Vor 38.000 Zuschauern bei herrlichstem Wetter hatte der Club zunächst große Probleme, in die Partie zu kommen. Die Augsburger, die verletzungsbedingt quasi mit dem letzten Aufgebot angetreten waren, traten beherzt auf und machten es dem selbsterklärten Aufstiegsfavoriten aus Nürnberg zunächst sehr schwer.

Erste Chance für den Club

Trotzdem hatte der Club die erste Chance im Spiel. Marek Mintals Kopfball verfehlte in der 13. Minute jedoch das Gehäuse von Torhüter Sven Neuhaus. Der Schlussmann der Augsburger sollte auch neun Minuten später eine entscheidende Rolle spielen. Nach einem hohen Ball in den eigenen Strafraum funktionierte die Kommunikation zwischen Neuhaus und Abwehrspieler Ingo Hertzsch nicht. Die Mannschaftskameraden stießen heftig zusammen, so dass Mario Breska an den Ball kam. Der Slowake schob die Lederkugel weiter zu Neuzugang Isaac Boakye, der in der 22. Minute für die zu diesem Zeitpunkt glückliche Führung sorgte. Für Neuhaus und Hertzsch war nach dem Zusammenprall das Spiel beendet. Beide mussten verletzt vom Spielfeld und vergrößern das ohnehin stattlich Augsburger Lazarett.
Mit dem Vorsprung im Rücken bekam der Club das Spiel zunehmend besser in den Griff – ohne sich jedoch wirklich klare Torchancen zum Ausbau der Führung zu erspielen. Zu diesem Zeitpunkt des Spiels hatte der Club 64 Prozent Ballbesitz und stand vor allem in der Abwehr sicher. Allein die des Öfteren angewendete Abseitsfalle funktionierte noch nicht so, wie es sicherlich gewünscht ist.

Mit knapper Führung in die Pause

Mit der knappen Führung ging es in die Pause und auch nach dem Wechsel blieb das Bild auf dem Spielfeld unverändert. Der Club beherrschte das Spiel, ließ jedoch den letzten Biss nach vorne fehlen. Augsburg wartete auf Konter, zeigte im Zug nach vorne allerdings große Ungenauigkeiten.
In der 48. Minute die erste große Chance für den Club in der zweiten Halbzeit. Javier Pinola war auf der linken Seite gestartet und brachte den hohen Ball präzise auf den kurzen Pfosten. Dort kommt Torschütze Boakye zum Kopfball, verfehlt jedoch das Gästetor. Drei Minuten später zeigt Schiedsrichter Wolfgang Walz für Nürnberg auf den Elfmeterpunkt. Nach einer Ecke von Breska war Andreas Wolf im Strafraum vom Augsburger Otar Khizaneishvili umgerissen worden. Javier Pinola verwandelte den Strafstoß sicher.
Doch statt mit der Zwei-Tore-Führung nun Sicherheit ins eigene Spiel zu bekommen, kassierte der Club fast postwendend den Anschlusstreffer. Sandor Torghelle hatte in der 55. Minute nach einem Eckball abgestaubt. In der Folge entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, in dem beide Teams letztlich den Lucky Punch hätten landen können. Chancen hatten sowohl der Club als auch der Gast aus Augsburg.

Andreas Wolf schwer verletzt

Schock für den FCN in der 72. Minute: Kapitän Andreas Wolf bleibt nach einer Rettungsaktion gegen Imre Szabics verletzt liegen. Der Abwehrspieler zog sich einen Kreuzbandriss zu und wird dem Club in den nächsten sechs Monaten fehlen.
Doch auch ohne den Innenverteidiger (für Wolf kam Peter Perchtold) rettete der Club den knappen Vorsprung letztlich über die Zeit. Kein glänzender Sieg und mit Sicherheit noch weit vom perfekten Fußball entfernt, doch letztlich sind die ersten drei Punkte beim Projekt »Direkter Wiederaufstieg« auf der Habenseite verbucht – und das ist es, was am Ende der Saison zählen wird.

DER DISORDER – Der aktuelle Dienstagskommentar

Das Phänomen erster Spieltag

Man kann es förmlich von den Gesichtern ablesen. Fast 40.000 Menschen rund um das Max-Morlock-Stadion und alle haben es irgendwie ins Gesicht geschrieben: Endlich wieder Fußball. Endlich wieder Club. Leider bedeutet dies für viele Clubfans auch: Endlich wieder meckern. Endlich wieder hadern, endlich wieder in jedem Fehlpass einen Grund für den bevorstehenden Abstieg finden. Wir haben den FC Augsburg, einen Fastabsteiger der letzten Saison, nur 2:1 besiegt; wobei die Betonung auf dem Wörtchen »nur« liegt. So einen Gegner muss man mindestens mit 5:1 aus dem Stadion schießen. Und ein Fehlpass darf gegen so einen Gegner schon gar nicht passieren.

Erster Heimsieg seit April

Und so sitze ich dann also nach dem Spiel und wohlgemerkt, dem ersten Heimsieg seit April, in den Morlock-Stuben im Stadion und kann innerlich nur mit dem Kopf schütteln. Ich frage mich, ob es am Club liegt oder an Franken… und ob es bei anderen Vereinen auch so geht – in Cottbus, in Freiburg, auf St.Pauli… gucken die Fans nach einem 2:1-Sieg ähnlich deprimiert und hängen ein Gesicht raus, als hätte es drei Monate am Stück geregnet?
Wollen wir doch den Ball einfach mal flach halten und dafür auch gerne fünf Euro ins Phrasenschwein werfen. Der erste Spieltag heißt erster Spieltag, weil er der erste Spieltag von 34 ist. In Worten: Vierunddreißig. Es besteht also die Chance, es noch dreiunddreißig Mal besser zu machen. Denn dass das Spiel des Clubs am gestrigen Sonntag noch weit entfernt von einer Offenbarung war, wissen sowohl die Verantwortlichen als auch die Spieler sicherlich selbst.

Mund abwischen und durch

Und wenn man als Favorit in eine Saison geht, wird es sie immer wieder geben: Die Spiele, die man einfach gewinnen muss und gleichzeitig froh darüber sein, dass in ein paar Jahren niemand mehr danach fragt, wie die drei Punkte zustande gekommen sind. Mund abwischen und durch: Die Bauern machen das doch seit Jahren so und wie sagte Martin Bader nach dem Spiel so treffend? »Fragen Sie mal Herrn Klinsmann, ob er nicht mit einem 2:1 zufrieden gewesen wäre.«
Also bitte, liebe Clubfans. Die Saison ist noch lang und mit Sicherheit wird auch das ein oder andere Spiel folgen, an dessen Ende eben nicht die drei Punkte auf der Habenseite stehen werden. Wollen wir uns das Schlecht-Wetter-Gesicht nicht für diese Spiele aufheben? Der erste Spieltag ist und bleibt doch nun mal nichts anderes als eine erste Standortbestimmung. Und wie lächerlich diese Spekulationen über Meisterschaftskandidaten und sichere Absteiger sind, zeigt einmal mehr unsere große deutsche Boulevardzeitung mit den vier Buchstaben. Auf ihrer Online-Seite fragt sie allen Ernstes: Wie gefährlich ist Hoffenheim für Klinsi?

GALERIE

Saisonauftaktsvorfeier

Wenn es nach Wochen der Tristesse ohne Fußball wieder los geht, muss natürlich eine ordentliche Saisoneröffnungsfeier her. Und da der Guinness King ja nicht nur kein Kind von Traurigkeit ist, sondern auch noch über eine ideale Feierlocation vefügt, ließ er sich nicht lumpen und lud ein. Und aus dem ganzen Bundesgebiet kamen sie, die FCN-Hungrigen, denen auch ordentlich dürstete und die den Auftaktsieg gegen Augsburg schon mal vorfeierten.