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Fussball-Bundesliga 2007/2008, 4. Spieltag
[Samstag, 01.09.2007 – 15.30 Uhr] Energie Cottbus – 1.FC Nürnberg 1:1 (1:0)

1:0 (15.) Dennis Sörensen (Foulelfmeter)
1:1 (85.) Andreas Wolf

Eigentlich müsste man hier nun vom 2:0 Auswärtssieg des Club in Cottbus berichten. Drei Punkte eingefahren und ein sicherer neunter Platz in der Tabelle nach vier Spieltagen. Doch wie im richtigen Leben, kommt es auch im Fußball oft anders als man denkt. Schließlich sind Schiedsrichter auch nur Menschen und erwischen mal einen schlechten Tag – und Knut Kircher aus Rottenburg hatte gestern einen rabeschwarzen.
Es waren gerade einmal 14 Minuten gespielt, als Kircher das erste Mal daneben lag. Nach einem Luftduell, wie es in jedem Spiel zu Dutzenden vorkommt, zeigt der Unparteiische plötzlich auf den Elfmeterpunkt. Selbst die Cottbusser Spieler haben im ersten Moment ein wenig verwirrt geguckt. Doch Dennis Sörensen lässt sich die Chance natürlich trotzdem nicht entgehen und schickt Jaromir Blazek in die falsche Ecke (15.).
Natürlich brauchten die Mannen von Hans Meyer ein wenig Zeit, um den Rückstand zu verdauen und so gab es erste Gelegenheiten erst nach einer knappen halben Stunde. Peer Kluge (27.), Thomas Galasek (28.) und Ivan Saenko (29,) verzogen jedoch knapp und mussten in der 38. Minute tief durchatmen, als auf der anderen Seite ein Schuss von Timo Rost an den Pfosten klatschte.
In der zweiten Hälfte stellte Club-Trainer Meyer dann taktisch um. Zvjezdan Misimovic kam für Jouari Mnari und sollte kreative Akzente in der Offensive setzen. In der 60. Minute kam dann auch Marek Mintal ins Spiel – um drei Minuten später mit ansehen zu müssen, wie sein Landsmann Robert Vittek nach wiederholtem Foulspiel mit gelb-roter Karte vom Platz flog.
Zum Glück für alle Clubfans geschah nach dem Feldverweis genau das, was so häufig bei Mannschaften in Unterzahl geschieht: Es ging ein Ruck durchs Team. Zwar erspielten sich die Cottbusser im Laufe der zweiten Hälfte die besseren Chancen, fanden jedoch in einem sehr gut aufgelegten Jaromir Blazek stets ihren Meister. Der Tscheche zeigte zum ersten Mal, warum er als guter Torwart gilt.
Mit der Einwechselung von Nicky Adler setzte Hans Meyer in der 75. Minute noch einmal ein Zeichen in Richtung Ausgleich. Dieser fiel dann genau zehn Minuten später. Nach einer Ecke von Misimovic stieg Andreas Wolf am höchsten und köpfte zum späten Ausgleich ein. Drei Minuten später dann sogar noch das Führungstor für den Club. Nicky Adler hatte eingenetzt, doch die Freude im Gästeblock kam zu früh. Als einziger im Stadion hatte Schiedsrichter Kircher zuvor nämlich ein Foul am Cottbusser Keeper Piplica gesehen und verwehrte dem Treffer somit die Anerkennung. Berücksichtigt man die Tatsache, dass der Elfmeter zur Cottbusser Führung keiner war, wäre Adlers Treffer somit das sicherlich schmeichelhafte, aber dennoch kämpferisch verdiente 2:0 gewesen.

DER DISORDER – Der aktuelle Montagskommentar

Dann rollen wir das Feld eben von hinten auf

Bescheiden, bescheiden, liebe Clubspieler. Vier Spiele, vier Punkte und das gelbe vom Ei war auch noch nicht dabei. Trotzdem natürlich auch Glückwunsch, denn nach der Leistung in Cottbus hat nun auch der letzte rot-schwarze Fan den Wink mit dem Zaunpfahl Euphoriebremse verstanden. Endlich wieder ein Abstiegsplatz und die quälende Frage: Wann geht die Saison denn nun eigentlich endlich los?
Denn realistisch betrachtet, passt sich der Club im Moment doch lediglich seinen Kontrahenten in der Bundesliga an. Die Einzigen, die die Sommerpause inzwischen beendet haben, sind doch die Bauern-Millionäre. Und nur damit ihnen selbst nicht langweilig wird, haben sie den HSV eben kurz vor Schluss noch ein Tor machen lassen. Ist ja auch gut für das Sensibelchen Zidan und uns bleibt die Hoffnung, dass der Kommerzclub von der Isar unser Sensibelchen Robert nicht vergisst. Schließlich sind wir Anfang Oktober zu Gast beim kommenden deutschen Meister.
Oder habe ich da gerade einen leisen Widerspruch vernommen? Bei dem, was sich der Rest der Liga momentan zusammenkickt? Der deutsche Meister aus Stuttgart irgendwo denkbar knapp vor uns in der Tabelle – im Irrglauben, wenn der Pokalsieger gegen Karlsruhe verliert, muss es der Meister auch tun. Oder Werder Bremen, bei denen ein Nervenbündel wie Sanogo zum Superstar wird. Von Schalke ganz zu schweigen, denn mit dem klaren Sieg im Revierderby gilt die Saison schon jetzt als erfolgreich – egal, welche Platzierung in der Tabelle am Ende herausspringt. Da kann man sich auch mal mit ein paar Unentschieden bis zum Derbysieg in der Rückrunde hangeln.
Ich für meinen Teil habe mich jedenfalls noch nie so sehr auf eine Länderspielpause gefreut wie dieses Mal. Zeit für meine Pokalhelden, noch mal so richtig in sich zu gehen und die Euphoriebremse ein wenig zu lockern. Denn eigentlich müssen wir ja nur zu alter Heimstärke zurückfinden. Ohne Knut Kircher ständen wir auswärts schließlich trotz Grottenkick mit blütenweißer Weste da.
Und mal ehrlich – schaut Euch doch die Tabelle mal ein wenig genauer an. Außer den Bauern und den Unentschiedenkönigen aus Gelsenkirchen haben alle Rumpelfussballer dieser Republik mindestens schon ein Fussballspiel dieser noch so kurzen Saison verloren. Außerdem haben wir mit drei kümmerlichen Toren schon vier Punkte gemacht und stehen nur aufgrund des Torverhältnisses hinter dem deutschen Meister. Die Schalker haben gerade mal zwei Punkte Vorsprung und wenn wir diesen Rückstand über die gesamte Saison halten können, haben wir zumindest zweimal gegen Dortmund gewonnen. Ach ja, aber was wirklich zählt: Es sind nur drei Punkte bis zum zweiten Platz! Auf geht’s, Nürnberg schieß‘ ein Tor…

Galerie

Die Lausitz in rot-schwarz

Wieder war eine etwas größere Delegation mit dem Regionalzug unterwegs – dieses Mal auf dem Weg in die Lausitz. Am Bahnhof haben wir dann erst die Mannschaft getroffen, die gerade das Hotel verließ, um ins Stadion zu fahren und danach in der Roten Karte die große Internettis-Fraktion. Dumm nur, dass uns der Schiedsrichter einen Strich durch die Rechnung gemacht hat und alles dafür getan hat, dass der Club den zweiten Auswärtssaisonsieg verpasst.