Ein Passwort wird per E-Mail an Sie geschickt

Zweite Bundesliga 2017/2018, 26. Spieltag
Freitag, 09.03.2018 – 18.30 Uhr
Arminia Bielefeld – 1.FC Nürnberg 1:0 (0:0)

1:0 (90.) Konstantin Kerschbaumer

Einen herben Rückschlag musste der 1.FC Nürnberg am Freitag kurz vor dem Abpfiff in Bielefeld hinnehmen. Hatte man sich als Clubfan im Stillen schon mit dem dritten torlosen Auswärtsunentschieden in Folge abgefunden, sollte die Arminia in der 90. Minute doch noch zum Knock-Out ansetzen. Der Club kassiert die zweite Niederlage in Folge und ist jetzt an einem Punkt angekommen, mit dem bei nüchterner Betrachtung im Saisonverlauf definitiv noch zu rechnen war.

Gute Chancen nicht genutzt

Vergleicht man die beiden Niederlagen muss man zu dem Schluss kommen: An diesem Freitag auf der Alm hätte es auch andersherum kommen können. Die Mannschaft von Michael Köllner präsentierte sich zumindest kämpferisch auf ganz anderem Niveau als noch vor Wochenfrist und hätten Adam Zrelak in der 23. Minute und Tim Leibold in der 64. Minute ihre Chancen konsequenter genutzt, wäre der FCN mit drei Punkten in der Tasche nach Hause gefahren.

Der Club ist ein Zweitligist

Denn allen Unkenrufen zum Trotz: Es war mit Sicherheit keine Schönheitsoffenbarung, die der Club am Freitag in Sachen Fußball auf den Platz gelegt hat. Die Katastrophe, die viele Clubfans im Nachhinein nun gesehen haben wollen, war es bei weitem jedoch auch nicht. Man darf nicht vergessen: Noch ist der 1.FC Nürnberg ein Zweitligist und wer Spiele auf durchgängig hohem technischen Niveau sehen möchte, sollte einen Stadionbesuch in Barcelona oder Madrid in Erwägung ziehen. Beim FCN wurde und wird der Fußball gearbeitet und in Bielefeld eben auch.

Stellenweise ein Kampf mit offenem Visier

Das Ganze glich am frühen Freitagabend dann sogar stellenweise einem Kampf mit offenem Visier und hat zeitweise definitiv mehr Spaß gemacht als die letzten drei Spiele zusammen. Was fehlte war das Happy-End. Doch so ist das im Fußball nun mal. Hast du einen Lauf gelingen dir die tollsten Dinge im Schlaf, läuft es nicht, musst eben arbeiten, arbeiten und nochmal arbeiten bis du den Bock wieder umschmeißt. Diese Arbeit hat der FCN am Freitag durchaus geleistet – allein, es hat eben noch nicht gereicht, um den Bock umzuschmeißen.

Kiel nutzt die Steilvorlage nicht

Jetzt hinzugehen und alles in Frage zu stellen, was noch vor zwei Wochen für Euphorie in Sachen Aufstieg gereicht hat, wäre fatal. Der Club steht auf Platz zwei – immer noch. Holstein Kiel konnte die Steilvorlage an diesem Wochenende nicht nutzen. Und wir alle wissen: Der FCN steht nicht dort oben, weil er sich als Krösus der Liga auch im Unterhaus eine bundesligareife Mannschaft zusammenkaufen kann. Der FCN steht dort oben, weil er mit seinen bescheidenden Mitteln gute Arbeit geleistet hat und eben das kleine Quäntchen besser ist als der Rest.

Eine Saison ist lang

Das mag man nun in den letzten Spielen nicht unbedingt gemerkt haben, doch so eine Saison ist lang und fragt doch mal in Kiel nach, wie das mit dem langen Atem so ist. Ein torloses Unentschieden in Bochum mag enttäuschend sein, aber eben: Fragt doch mal in Kiel nach, wie stark die Bochumer unter Robin Dutt nun wirklich sind.

Der Club steigt trotzdem auf

Die zweite Bundesliga der Saison 2017/2018 ist ausgeglichen wie nie zuvor. Jeder kann jeden schlagen und am Ende steigen die beiden Mannschaften auf, die sich im Laufe der Saison die wenigsten Fehler und Ausrutscher erlaubt haben. Und ich bin weiterhin davon überzeugt, dass der 1.FC Nürnberg nach dem 34. Spieltag eine dieser beiden Mannschaften sein wird.

Gegen Darmstadt wird gewonnen

Ohne Frage: Der Club steckt in einem Tief. Aber mir ist es lieber, er hat das Tief jetzt und wird sich spätestens beim kommenden Heimspiel gegen Darmstadt aus dem Loch befreien als dass man kurz vor der Zielgeraden einbricht und am Ende keine Zeit mehr ist, die notwendigen Korrekturen vorzunehmen.

Die Mannschaft braucht Unterstützung

Die Mannschaft und ihr Trainer braucht nun unsere Unterstützung. Wir müssen sie tragen und ihr das zurückgeben, was sie uns über weite Teile der Saison gegeben hat. Der Club hat in dieser Saison eine große Chance, die so schnell nicht wiederkommen wird. Es wäre fahrlässig und fatal, nun nach zwei Spielen, in denen nicht alles so geklappt hat, wie man sich das vorgestellt hat, alles in Frage zu stellen.