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Zweite Bundesliga 2017/2018, 22. Spieltag
Montag, 12.02.2018 – 20.30 Uhr
FC St. Pauli – 1.FC Nürnberg 0:0 (0:0)

Manchmal ist der Fußball durchaus paradox. Der Club holt in Hamburg-St. Pauli einen Punkt, verpasst dadurch die Tabellenspitze und untermauert dennoch mehr als deutlich seine Aufstiegsambitionen. Beim Kiezverein an der Reeperbahn gab es zudem das erste torlose Zweitliga-Spiel der Saison mit FCN-Beteiligung.

Die Zeichen standen günstig

Dabei standen vor dem Spiel die Zeichen durchaus auf Eroberung der Tabellenführung. Fortuna Düsseldorf hatte am Samstag bei Union Berlin verloren und damit den Vorsprung nicht ausbauen können. Ein Sieg der Mannschaft von Michael Köllner hätte aufgrund des besseren Torverhältnisses die Spitze der Liga bedeutet. Zudem traf am Millerntor die schlechteste Heimmannschaft der Liga auf die stärkste Auswärtsmannschaft der Liga. Doch natürlich kam es mal wieder anders als gedacht. Für den Glubb kann sich dies am Ende noch als vorteilhaft herausstellen.

Vom Jäger zum Gejagten

Schaut man sich den Saisonverlauf nämlich einmal genauer an, wird man schnell feststellen, dass der FCN in dieser Spielzeit immer dann Schwäche gezeigt hat, wenn er der Gejagte war. Man schaue sich nur mal die Tabellenkonstellationen vor den Niederlagen gegen Bielefeld und in Heidenheim an. War der Club jedoch Jäger und musste vor allem sicher stellen, dass man oben dranblieb, rief die Mannschaft von Michael Köllner in der Regel bockstarke Leistungen ab.

Vorsprung ausgebaut

Nun bleibt der FCN nach dem torlosen Remis auf St. Pauli also der Jäger – zwei Punkte fehlen auf Fortuna Düsseldorf. Gleichzeitig sollte man nicht vergessen, dass der Club seinen Vorsprung auf Rang drei um einen weiteren Zähler vergrößert hat. Auf Holstein Kiel, die in der Rückrunde bisher magere drei Punkte holen konnten, sind es jetzt bereits fünf Zähler.

Die Verfolger können auch nicht gewinnen

Überhaupt sieht es im Moment deutlicher denn je danach aus, als könnten sich der Club und die Fortuna dort vorne weiter absetzen. An diesem Spieltag zeigte sich dies zwar nicht so deutlich, doch spätestens, wenn am kommenden Sonntag der MSV Duisburg nach Nürnberg kommt, wird sich hoffentlich die Spreu weiter vom Weizen trennen. Mit Ruhm bekleckert haben sich an diesem 22. Spieltag jedenfalls auch die Verfolger nicht. Duisburg, Ingolstadt und Sandhausen kamen ebenfalls nicht über eine Punkteteilung hinaus und so findet man den ersten Sieger des Spieltages an diesem Wochenenden auf Platz sieben. Der Jahn aus Regensburg konnte durch das 2:0 über Heidenheim einen Platz gut machen.

Im Grunde ist nichts passiert

Unter dem Strich ist also im Grunde nichts passiert und letztlich jeder Spieltag, an dem nicht wirklich etwas passiert, das Saisonende näher bringt, kann man durchaus verstehen, dass Michael Köllner nach dem Spiel zufrieden war. Zwar hat nach vorne die letzte Durchschlagskraft dieses Mal gefehlt und hinten hat entweder das Glück oder ein überragender Fabian Bredlow geholfen, doch es ist noch nicht einmal allzu lange her, da hätte man ein solches Spiel am Ende noch komplett aus der Hand gegeben.

St. Pauli kann Fußballspielen

Zudem muss man natürlich auch sehen, dass der FC St. Pauli nicht irgendeine Kirmestruppe ist. Den Kiezkickern fehlt in dieser Saison vielleicht etwas die Konstanz, doch wer in Kiel und nicht zuletzt in Nürnberg gewinnen kann, hat das mit dem Fußball durchaus drauf.

Die ersten zwei Mannschaften steigen auf

Also seien wir unter dem Strich doch einfach mal zufrieden. Wer Zweiter ist, kann sich noch immer ganz nach oben arbeiten – zumal Düsseldorf am letzten Spieltag ja auch noch nach Nürnberg kommen muss. Wer zudem nach 22 Spieltagen fünf Punkte Vorsprung auf Rand drei hat, darf sich durchaus zum engeren Aufstiegskreis zählen. In den letzten zwei Spielzeiten jedenfalls stiegen am Ende der Saison jeweils die beiden Mannschaften in die Bundesliga auf, die auch nach 22 Spieltagen auf den Aufstiegsrängen gestanden haben.

Ishak verletzt sich und fällt aus

Bleibt als Wehrmutstropfen die schwere Verletzung von Mikael Ishak. Der Schwede dreht in der 29. Minute ab und signalisierte nach einem Schuss aus der Drehung, dass er ausgewechselt werden müsse. Am Dienstag folgte nach der Rückkehr aus Hamburg die wenig schöne Diagnose: Der Top-Torjäger der Nürnberger zog sich einen Innenbandriss zu und wird voraussichtlich bis zu acht Wochen ausfallen. Wie schwer dies fällt, hat sich am Montagabend bereits gezeigt.