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Zweite Bundesliga 2017/2018, 20. Spieltag
Freitag, 26.01.2018 – 18.30 Uhr
Union Berlin – 1.FC Nürnberg 0:1 (0:1)

0:1 (11.) Ewerton

Das waren echte Big Points, die der Club am Freitagabend in der Alten Försterei in Berlin-Köpenick eingefahren hat. Durch einen frühen Treffer von Ewerton gingen die Franken in Führung und gaben diese bis zum Schluss nicht mehr her. In der Tabelle konnte der FCN dadurch um einen Platz nach oben klettern. Nach 20 Spieltagen steht der Ruhmreiche damit auf einem direkten Aufstiegsplatz.

Mit der S-Bahn zum Glubb

Für die Clubberer 04 Berlin war es wieder dieses eine, große Wochenende, auf das man sich das ganze Jahr freut. Mit der S-Bahn zum Glubb – das gibt es als Clubfan in Berlin nur einmal im Jahr. Noch schöner wird es dann, wenn man in seinem Vereinsheim »Max und Marek« so viele Clubfans aus ganz Deutschland begrüßen darf und man sich dann gemeinsam auf den Weg durch Berlin macht. Da macht es dann auch fast nichts, wenn sich die Berliner S-Bahn gleich von ihrer gewohnten Seite zeigt und Richtung Köpenick kurzerhand auf einen 20-Minuten-Takt umstellt. Für Berliner der ganz normale Wahnsinn, doch wenn man zu seinem Glubb will, nervt es.

Der Club trifft schneller als die S-Bahn fährt

Doch so kam es, dass die Clubfans unter dem Strich dann länger auf die S-Bahn warten mussten als auf den ersten Treffer vom FCN. Bereits in der elften Minute wurde im Gästeblock gejubelt. Enrico Valentini hatte einen Eckball hoch in die Mitte geschlagen, wo Ewerton am höchsten stieg und zur frühen Führung einköpfen konnte (Foto). Ein Start nach Maß für den Glubb, der sich in den ersten Minuten der Partie als das bessere Team erwies.

Union vergibt gute Möglichkeiten

Union hätte zwar schon im direkten Gegenzug den Ausgleich erzielen können, brauchte aber letztlich ein paar Minuten länger als der Club, um ins Spiel zu kommen. Nach der Gästeführung wurden die Eisernen dann immer stärker, was aber auch daran lag, dass der FCN sich nun eben zurückziehen und auf Konter warten konnte. Während Union in der ersten Halbzeit also unzählige Möglichkeiten zum Ausgleich vergab und die Abwehr des Clubs mehr und mehr zum Bollwerk wurde, verpasste es die Mannschaft von Michael Köllner auf der anderen Seite, die wenigen sich bietenden Möglichkeiten für einen schnellen Gegenzug sauber auszuspielen und eventuell für eine Vorentscheidung zu sorgen.

Die zweite Hälfte tropft aus

In Durchgang zwei waren die Union-Angriffe dann nicht mehr ganz so wütend und als Glubbfan beschlich einen mehr und mehr das Gefühl, dass die knappe Führung tatsächlich reichen könnte. Union Berlin ließ die letzte Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor nun mehr und mehr vermissen und weil der FCN hinten sicher stand, wurden die Torabschlüsse der Gastgeber von Minute zu Minute seltener. In der zweiten Hälfte von Durchgang zwei bekam die Partie mehr und mehr den Anschein des Dahindümpelns. Die Gäste mussten nicht mehr, die Gastgeber konnten nicht mehr.

Es kommt Farbe ins Spiel

Leben in die Bude kam noch einmal in der 83. Minute als Toni Leistner nach gelb-roter Karte vom Platz musste und dem eigenen Team somit auch das letzte laue Lüftchen noch aus den Segeln nahm. Der letzte Höhepunkt des Spiels war dann dem erst in der 66. Minute eingewechselten Edgar Salli vorbehalten. Nachdem der Kameruner im letzten Spiel gegen Regensburg sein erstes Saisontor bejubeln durfte, traf er gegen Union in der Nachspielzeit erneut – allerdings dieses Mal nicht ins gegnerische Tor, sondern mit einer Ohrfeige ins Gesicht seines Gegenspielers Philipp Hosiner. Dieser ließ sich nicht lange bitten und schlug zurück, was dem Spiel mit zwei roten Karten zum Schluss noch einmal etwas Farbe verlieh.

Nicht unverdienter Auswärtssieg

Unter dem Strich blieb es dann bei einem nicht unverdienten Auswärtssieg des 1. FC Nürnberg. Die Mannschaft hat nach dem doch etwas enttäuschenden 2:2 gegen Regensburg die richtige Reaktion gezeigt und sich vor allem im kämpferischen Bereich ein dickes Fleißbienchen verdient. Und dass das Unentschieden gegen Regensburg vielleicht doch gar nicht so enttäuschend war, zeigte das andere Freitagsspiel. Nach einem 0:2-Rückstand konnte der Jahn die Partie gegen Ingolstadt noch drehen und durfte einen 3:2-Sieg feiern. Man könnte also durchaus die Schlussfolgerung ziehen, dass der Glubb am Dienstag gegen eine ganz starke Mannschaft nach zweimaligem Rückstand immerhin noch einen Punkt eingefahren hat.

Setzen sich der FCN und Düsseldorf ab?

Viel wichtiger ist jedoch die Erkenntnis, dass sowohl Union Berlin als auch Ingolstadt ergebnistechnisch im Jahr 2018 noch nicht wirklich ein Bein auf die Erde bekommen haben. Der Vorsprung des Clubs auf Rang vier hat sich dadurch mal eben auf sechs Punkte erhöht – und dort steht nun nicht mehr etwa Ingolstadt oder Berlin (Wo sind eigentlich Braunschweig und Darmstadt?), sondern der SV Sandhausen. Die zweite Liga der Saison 2017/2018 bleibt also in einem gewissen Maße unberechenbar und da auch Holstein Kiel auf der langen Strecke inzwischen ein wenig die Luft auszugehen scheint, sieht es im Moment fast ein wenig danach aus, als könnte sich der Glubb direkt hinter Fortuna Düsseldorf etwas nach oben absetzen. Beide Teams können dies bereits am Freitag unterstreichen. Während der FCN Erzgebirge Aue erwartet, spielt Düsseldorf zu Hause gegen Sandhausen.