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Zweite Bundesliga 2017/2018, 18. Spieltag
Samstag, 16.12.2017 – 13.00 Uhr
1.FC Kaiserslautern – 1.FC Nürnberg 1:1 (0:1)

0:1 (25.) Mikael Ishak
1:1 (61.) Fabian Bredlow (Eigentor)

Am Ende hat nach 18 Spielen genau ein Tor gefehlt. Ein einziges Tor mehr auf dem Betzenberg und in Nürnberg hätte man euphorisch in die Liga-Winterpause gehen können. Ein 2:1 in Kaiserslautern hätte in diesem Fall den Unterschied gemacht zwischen Platz drei mit nun 33 Punkten und Platz eins, den man nach dem Patzer von Aufsteiger Kiel in Sandhausen am Sonntag, mit 35 Punkten eingenommen hätte.

Die gute alte Fahrradkette

Aber bemühen wir zum letzten Mal im Jahr 2017 Lothar Matthäus: Wäre, wäre… Fahrradkette… Der Club hat ein Spiel verschenkt, das er sicher in den Händen hielt. Vielleicht eben genau ein wenig zu sicher. Der Ausgleich der über weite Strecken erschreckend schwachen Gastgeber war so unnötig wie die Sky-Interviews nach jedem Spiel.

Der Club legt nicht nach

Die Enttäuschung nach den verschenkten Punkten war daher zunächst nachvollziehbar. Hier und heute auf dem Betzenberg war mehr drin. Der Club hörte jedoch nach der verdienten Führung durch Mikael Ishak nach einem Eckball in der 25. Minute auf, Fußball zu spielen. Die Mannschaft von Michael Köllner zog sich zurück, ließ den Gegner kommen und wartete auf Konter. Allein: Diese wurden dann nicht richtig ausgespielt und der Club verpasste das eigene Nachlegen.

Gute Möglichkeiten in Halbzeit zwei

Zunächst touchierte ein Distanzschuss von Hanno Behrens in der 49. Minute noch den Außenpfosten, zischte aber eben knapp am FCK-Gehäuse vorbei. In der 55. Minute hatte Edgar Salli die Vorentscheidung auf dem Fuß. Der Kameruner war von Ishak mustergültig auf die Reise geschickt worden, scheiterte im Eins-zu-Eins jedoch an FCK-Keeper Marius Müller.

Der Rückschlag

Und so kam es eben, wie es kommen musste. Statt 2:0 stand es nach 61 Minuten plötzlich 1:1. Brandon Borello brachte den Ball von der rechten Seite flach in die Mitte. Georg Margreitter fälschte den Flankenversuch leicht ab und irritierte so seinen Keeper derart, dass Fabian Bredlow sich das Ei kurzerhand ins eigene Tor schoss. Mit etwas Glück hätten die Pfälzer nur eine Minute später sogar noch nachgelegt, doch Leon Guwara verpasste die Führung der Gastgeber.

Gute Chancen für Behrens

So hatte der Club das letzte Wort in Sachen Torchancen. Zunächst scheitert Behrens in der 74. Minute völlig freistehend an Müller. Der Kapitän stand zwar grenzwertig, was eine Abseitsposition angeht, doch die Fahne des Linienrichters war unten geblieben. Ein Treffer hätte also gezählt. Drei Minuten später trifft Behrens dann mit einem Distanzschuss nur den Pfosten. Vom Rücken des Keepers fliegt der Ball dem gerade eingewechselten Rurik Gislason vor die Füße, der den Ball auch im Tor unterbringt. Leider stand der Isländer im Abseits. Wäre Behrens‘ Distanzknaller direkt ins Tor gegangen, hätte der Treffer gezählt.

Wie vor zwei Jahren

Am Ende waren es dann unter dem Strich zu viele vergebene Chancen, so dass der FCN sich mit dem Unentschieden zufrieden geben musste. Man beendet das Jahr 2017 mit 33 Punkten und steht damit nach 18 Spieltagen drei Punkte besser da als in der Relegationssaison vor zwei Jahren. Dass man 2015 ebenfalls mit 33 Punkten in die Winterpause ging, lag allein daran, dass es vor Weihnachten noch einen 19. Spieltag gab. Ob diese 33 Punkte und der dritte Platz damals wie heute nun ein gutes oder schlechtes Omen sind, weil es 2016 dann ja auch „nur“ für Platz drei gereicht hat, soll bitte jeder für sich entscheiden.

Alle Chancen in der Rückrunde

Fakt ist: Die beiden Mannschaften, die in diesem Jahr vor dem Club stehen, sind bei weitem dem Rest des Feldes nicht so weit enteilt, wie es Freiburg und Leipzig vor zwei Jahren waren. Fakt ist auch: Der Club hatte 2015 drei Punkte Vorsprung auf Platz vier. Heuer sind es fünf Punkte.

Und wieder die Fahrradkette

Natürlich hat man beim 1.FC Nürnberg in der ersten Halbserie unnötige Punkte liegen lassen – nicht nur in Kaiserslautern. Blickt man zurück hätten die Heimniederlagen gegen St. Pauli und Bielefeld mit Sicherheit nicht sein müssen. Sechs Punkte, die den Club zum einsamen Tabellenführer gemacht hätten. Doch hier schließt sich eben der Kreis mit der Fahrradkette. Fußball ist leider kein Wunschkonzert und bei allen Rückschlägen kann man am Valznerweiher mit der Hinrunde mehr als zufrieden sein.

Gute Arbeit am Valznerweiher

In einer Liga, in der jeder jeden schlagen kann, hat man nach Rückschlägen meist an den richtigen Schrauben gedreht und ist gestärkt aus der Mini-Krise zurückgekommen. Mit ein wenig mehr Cleverness und Abgeklärtheit gewinnt man in der Rückrunde dann auch solche Spiele wie dieses am Samstag auf dem Betzenberg und dann müssen Mannschaften wie Holstein Kiel oder Fortuna Düsseldorf erst einmal beweisen, dass sie da mithalten können.