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Zweite Bundesliga 2017/2018, 14. Spieltag
Samstag, 18.11.2017 – 13.00 Uhr
1.FC Nürnberg – Holstein Kiel 2:2 (0:0)

1:0 (54.) Hanno Behrens
2:0 (62.) Mikael Ishak
2:1 (70.) Aaron Seydel
2:2 (88.) Alexander Mühling

Will man dem Spiel des 1.FC Nürnberg gegen Holstein Kiel am Ende noch etwas Positives abgewinnen, wird man letztlich auf die bis zuletzt anhaltende Spannung verweisen. Dass Duell gegen den starken Aufsteiger war geprägt von einer Achterbahn der Gefühle, die am Ende einen leicht abgestandenen Geschmack hinterließ.

Furioser Beginn

Bei allem, was man sich von einem Spiel verspricht, wenn die beiden besten Offensivreihen der Liga aufeinander treffen, wurde man schon in den ersten Minuten bestens belohnt. Bereits nach 13 Sekunden hätte der Club bei ein wenig mehr Glück in Führung gehen können. Lucas Hufnagel, der für den verletzten Kevin Möhwald in der Startelf stand, verpasste jedoch um wenige Zentimeter. Auch Hanno Behrens hätte in der dritten Minute zur frühen Führung treffen können.

Das Spiel verflacht

Es entwickelte sich danach zunächst ein Spiel in hohem Tempo, in dem der Club die höheren Spielanteile hatte, der Gast aus dem Norden jedoch die besseren Chancen. Zählbares kam trotzdem auf beiden Seiten nicht heraus und erst als Niveau sich deutlich verflacht hatte und das gesamte Max-Morlock-Stadion damit rechnete torlos in die Pause zu gehen, kam der FCN noch einmal zu einer hundertprozentigen Torchance.

Großchance kurz vor der Pause

Eduard Löwen nahm sich ein Herz und spielte auf der rechten Angriffsseite fast die gesamte Kieler Hintermannschaft aus. Der U21-Nationalspieler tankte sich so bis zu Grundlinie durch und spielte den Ball halbhoch in die Mitte. Dort stand Hanno Behrens allein vor dem leeren Tor, bekam den Kopf jedoch nicht mehr richtig hinter die Flanke, so dass das Spielgerät nicht im Holstein-Tor landete, sondern knapp daneben.

Hanno Behrens trifft

Nach dem Seitenwechsel dauerte es fast zehn Minuten, ehe auf dem grünen Rasen überhaupt etwas passierte – dann jedoch gleich richtig. Behrens hatte den Ball mit einem Kopfball im Mittelfeld auf Mikael Ishak weitergeleitet und bekam diesen postwendend zurück. Dann startete der Kapitän zu einem Solo und schloss auf etwa 20 Metern überlegt mit einem unhaltbaren Schlenzer ins lange Eck ab.

Mikael Ishak legt nach

Der Club führte und brauchte nur acht Minuten, um die Führung noch auszubauen. Enrico Valentini schickte in der 62. Minute Löwen auf der rechten Seite steil, dieser flankte von der Grundlinie in die Mitte, wo Ishak am Fünfmeterraum genau richtig stand, um per Volleyschuss zum 2:0 einzunetzen. Zu diesem Zeitpunkt hatte man als Clubfan das gute Gefühl: Ja, das wird heute was.

Die Gäste geben nicht auf

Dumm nur, dass es erneut nur acht Minuten dauerte bis zum nächsten Tor und dieses auf der anderen Seite fiel. Der gerade erst eingewechselte Aaron Seydel traf in der 70. Minute aus kurzer Distanz per Kopf, nachdem Dominick Drexler sich auf der rechten Seite glücklich gegen Tim Leibold durchgesetzt hatte und die Lederkugel mit viel Gefühl ins Sturmzentrum gebracht hatte.

Taktisches Spiel

Für die restlichen zwanzig Minuten nahm das Spiel nun die Form an, die in solchen Fällen völlig normal ist. Kiel drückte auf den Ausgleich, während der Club auf Konter lauerte. Achtzehn Minuten gelang dieses Vorhaben auf FCN-Seite auch bestens. Man stand sicher und kompakt in der Defensive und setzte nach vorne durchaus Nadelstiche.

Später Ausgleich

Den Schwerthieb setzten dann allerdings die Gäste in der 88. Minute als Drexler den Ball in die Mitte flankte, wo Dominic Peitz per Kopf auf Alexander Mühling zurücklegte. Der Mittelfeldmann zögerte nicht lange, sondern zog aus 14 Metern flach ab. Fabian Bredlow, der den gegen Ingolstadt unsicheren Thorsten Kirschbaum zwischen den Pfosten ersetzt hatte, hatte keine Abwehrmöglichkeit.

Nur ein halber Schritt

Am Ende blieb für den Glubb nur ein Punkt, obwohl man die volle Ausbeute eigentlich schon zum Greifen nah hatte. Stünde man am Ende der Saison müsste man wohl sagen: Die Punkteteilung hilft keinem der beiden Teams so richtig weiter. Trainer Michael Köllner betonte nach dem Abpfiff zwar, dass man den Rückstand auf Kiel zumindest nicht habe anwachsen lassen, doch wenn man bis kurz vor Schluss in Führung liegt, ist das natürlich nur ein schwacher Trost. Auch die zeitgleiche Niederlage von Union Berlin in Heidenheim verbessert den Geschmack des Unentschiedens nur unwesentlich.

Es könnte enger werden

Auf die Köpenicker, die weiterhin auf Platz drei stehen, konnte man den Rückstand zwar auf zwei Punkte verkürzen, doch auf einen direkten Aufstiegsplatz bleiben es an diesem Wochenende sieben Punkte Rückstand. Je nach Ausgang der Sonntagsspiele könnten sich jedoch zusätzliche Teams im Kampf um die oberen Plätze anmelden. Gewinnt Ingolstadt im Heimspiel gegen Düsseldorf mit mehr als zwei Toren Unterschied zieht das Team aus der Audi-Stadt am Club vorbei. Und auch der FC St.Pauli würde bei einem Heimsieg gegen Jahn Regensburg bis auf einen Zähler an die Mannschaft von Michael Köllner herankommen.