Ein Passwort wird per E-Mail an Sie geschickt
w3OLiPCM0hc

Zweite Bundesliga 2017/2018, 13. Spieltag
Montag, 06.11.2017 – 20.30 Uhr
1.FC Nürnberg – FC Ingolstadt 1:2 (1:1)

0:1 (14.) Stefan Kutschke
1:1 (36.) Kevin Möhwald
1:2 (81.) Dario Lezcano

Eine gute Woche nach der unnötigen, aber verdienten Pleite beim 1.FC Heidenheim hat der 1.FC Nürnberg auch am Montagabend den Platz wieder als Verlierer verlassen. Parallelität der Ereignisse hierbei: Auch die Schlappe gegen den FC Ingolstadt war unnötig, aber nicht unverdient.

Der große Bock

Und natürlich spricht nach den 90 Minuten im Max-Morlock-Stadion die ganze Clubwelt vor allem über den Bock, den FCN-Keeper Thorsten Kirschbaum in der 80. Minute geschossen hat und die Gastgeber im Grunde erst auf die Verliererstraße gebracht hat. Dass es jedoch überhaupt so weit kommen konnte, daran ist unter dem Strich die ganze Mannschaft mitsamt Trainerteam Schuld.

Kutschke trifft

Doch der Reihe nach: Die erste Viertelstunde plätscherte das Spiel derart unaufgeregt dahin, dass man hätte meinen können, beide Teams hätten sich von vornherein auf ein torloses Unentschieden geeinigt. Dann aber gab Ingolstadt einmal Gas und schon klingelte es im Nürnberger Kasten. Auf der rechten Seite Hatte Thomas Pledl Gas gegeben und den Ball von dort gekonnt in den Rücken der aufgerückten FCN-Hintermannschaft gespielt. Und will man nun das Wort »ausgerechnet« strapazieren, durfte der Torschütze, der in der Mitte nur noch den Fuß hinhalten musste, natürlich nur Stefan Kutschke heißen. Der Mann jubelte dann auch, als hätte er nie eine Club-Vergangenheit gehabt. Arschloch!

Möhwald gleicht aus

Die Gastgeber brauchen dann eine gute Zeit, ehe sie sich berappeln, doch genau wie bei Ingolstadt heißt es auch beim Glubb am Ende: Erster wirklich guter Angriff – und Tor! Cedric Teuchert setzt sich in der 36. Minute mit starker Einzelleistung im Angriffszentrum durch, behält die Übersicht und passt nach rechts auf Kevin Möhwald. Der Mittelfeldspieler hämmert den Ball humorlos unter die Ingolstädter Latte. Es steht wieder unentschieden.

Das Spiel verflacht

Unentschieden schienen beide Teams dann auch in Durchgang zwei. Auf der einen Seite die Verlockung, mit einem zweiten Tor die Weichen auf Sieg zu stellen, auf der anderen Seite eben die Gefahr, einem Rückstand hinterher rennen zu müssen. Leider vertagten beide Teams ihre Entscheidung in die Offensive zu geben mit jeder weiteren Spielminute. Heraus kam, was heraus kommen musste. Ein Spiel in engem taktischen Korsett, in dem keine der beiden Mannschaften entscheidende Vorteile für sich verbuchen konnte.

Die Ereignisse überschlagen sich

Gerade als man sich auf beiden Seiten schließlich dann doch auf eine Punkteteilung zu einigen schien, überschlugen sich zehn Minuten vor Schluss doch noch einmal die Ereignisse. Zunächst hatte Mikael Ishak die Führung für den FCN auf dem Fuß. Ingolstadts Marvin Matip hatte sich verschätzt und so kam der Schwede in aussichtsreicher Position an das Spielgerät. Den Schuss des Stürmers konnte die Ingolstädter Abwehr in Teamarbeit gerade so abwehren.

Der optimistische Herr K.

Auf der anderen Seite dann praktisch im Gegenzug der große Bock des Thorsten K. Will man das Wort »ausgerechnet« an dieser Stelle noch einmal strapazieren, dann war dies nun eben ausgerechnet der Mann, der drei Tage vor dem Spiel in der Zeitung mit den vier großen Buchstaben noch große Töne spuckte: »Ingolstadt hat eine ambitionierte Mannschaft und gute Einzelspieler. Wir spielen aber bislang eine bessere Saison und haben auch mehr Punkte, wir spielen zudem im eigenen Stadion. Wir können optimistisch sein.«

Unsportlicher Elfmeter

Nun, der Optimismus war in dieser achtzigsten Minute dann vielleicht ein wenig zu groß. Der Keeper stoppt eine Rückgabe von Tim Leibold nicht richtig, legt sich den Ball zu weit vor und als der eingewechselte Dario Lezcano nach dem Ball sprintet, fällt Kirschbaum nichts besseres ein, als den Mann aus Paraguay von den Beinen zu holen. Der Elfmeterpfiff blieb nicht aus, Lezcano trat selbst an und tat dies dann jedoch in einer so derart aufreizenden und provokativen Form, dass man ihm letztlich nur das selbe hinterherrufen kann, wie seinem Sturmpartner, für den er in der 69. Minute gekommen war: Arschloch!

Sammeln und Regeneration sind angesagt

Am Endergebnis ändert dies freilich nichts. Der Mannschaft von Michael Köllner fehlten schlichtweg die entscheidenden Körner, um die formstarken Gäste noch einmal in Zugzwang zu bringen. Am Valznerweiher wird man daher froh sein über die anstehende Länderspielpause, denn die zwei Niederlagen in Folge werden natürlich am Selbstbewusstsein der Spieler nagen. Es gilt nun, die Kräfte wieder zu bündeln und zu regenerieren, denn direkt nach der kurzen Pause kommt es mit dem Heimpspiel gegen Holstein Kiel und der Reise nach Braunschweig gleich knüppeldick. Spätestens nach diesen zwei Partien wird man in Nürnberg dann jedoch endgültig wissen, wo genau man diese Saison steht.