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Zweite Bundesliga 2017/2018, 10. Spieltag
Montag, 17.10.2017 – 20.30 Uhr
SV Darmstadt 98 – 1.FC Nürnberg 3:4 (1:1)

1:0 (6.) Yannick Stark
1:1 (23.) Cedric Teuchert
1:2 (51.) Mikael Ishak
1:3 (58.) Cedric Teuchert
2:3 (72.) Felix Platte
2:4 (74.) Tim Leibold
3:4 (87.) Eduard Löwen (Eigentor)

Ein wahres Fußballfeuerwerk feuerten der SV Darmstadt 98 und der Club am Montagabend am Böllenfalltor ab. Nach sieben Toren und jeder Menge weiterer Chancen hieß der unter dem Strich verdiente Sieger schließlich: 1.FC Nürnberg.

Früher Rückstand

Dabei begann das Spiel ähnlich bescheiden, wie das letzte Spiel vor der Länderspielpause aufgehört hatte. Patrick Banggard legt nach einer Flanke von der rechten Seite mit dem Kopf ab und Yannick Stark hält einfach mal drauf. Lukas Mühl fälscht den Schuss unglücklich ab und lässt seinem Keeper Thorsten Kirschbaum somit keine Abwehrmöglichkeit. Noch ehe das Spiel also richtig begonnen hatte, lag der FCN schon wieder hinten und es kamen Erinnerungen an das letzte Gastspiel des Clubs in Darmstadt auf.

Toller Heber von Teuchert

Doch mit zunehmender Dauer bekam die von Michael Köllner auf drei Positionen veränderte Startelf (Kammerbauer, Möhwald und Teuchert für Leibold, Salli und Werner) das Spiel besser in den Begriff. Die Gastgeber kamen kaum noch zur Entfaltung und dass es plötzlich 1:1 stand, war vor allem einem Fehler von Innenverteidiger Banggard zu verdanken. Dessen Kopfballrückgabe war viel zu kurz geraten und weil Keeper Joel Mall einen kurzen Moment zögerte, konnte Cedric Teuchert in die Aktion eingreifen und 98-Keeper mit einem sehenswerten Heber überlisten. Nach 23 Minuten war das Spiel auch in Sachen Ergebnis wieder ausgeglichen.

Pfostenknaller von Kempe

In der 27. Minute hätte die Gastgeber gut und gerne wieder in Führung gehen können. Doch Tobias Kempe verzog seinen Schuss aus kurzer Distanz knapp und das Leder klatschte an den Außenpfosten. So ging es mit einem Unentschieden in die Kabinen – auch, weil Patrick Kammerbauer einen sehenswerten Freistoß in der 39. Minute knapp neben das Tor zieht.

Die Führung nach der Pause

In Halbzeit zwei hatte der FCN das Momentum dann auf seiner Seite. Der in der Pause für Kammerbauer eingewechselte Tim Leibold schickt unseren Schwedenstürmer steil und der bis dahin eher unauffällige Ishak lässt sich die Gelegenheit nicht entgehen. Im 1:1-Duell gegen Mall schiebt Ishak den Ball am Keeper vorbei und trifft in der 51. Minute zur 2:1-Führung.

Teuchert legt nach und erhöht

Und der Club lässt nicht locker: Nur eine Minute nach der Führung zieht Hanno Behrens einfach mal ab und trifft nur den Pfosten. Teuchert macht es in der 58. Minute besser und trifft, nachdem er Banggart und Mall hat aussteigen lassen, zum 3:1. Natürlich wäre man als CLubfan erst bei einem vierten FCN-Treffer wirklich beruhigt gewesen, doch im Großen und Ganzen schien das Team von Michael Köllner die Sache nach dem dritten Treffer im Griff zu haben.

Es wird wieder spannend – zumindest für kurze Zeit

Doch natürlich kam es, wie es kommen musste. In der 72. Minute bringt Kempe eine Ecke in die Mitte. Aytac Sulu legt per Kopf für Felix Platte auf und dieser trifft mit einem trockenen Schuss ins lange Eck zum Anschluss. Der Club lässt sich jedoch nicht lange bitten. Nur zwei Minuten nach dem Anschluss stellt Leibold in der 74. Minute den alten Abstand wieder her.

Spannungsmacher drei Minuten vor dem Ende

Dass man am Ende dann doch noch einmal zittern musste, gehört zu einem guten Fußballspiel einfach dazu. In der 87. Minute kommt eine Flanke von rechts, die Eduard Löwen im Abwehrzentrum zu spät sieht. Der Ball prallt ihm ins Gesicht und von dort aus wenigen Metern zum 3:4 in Nürnberger Tor. Doch das Team, das an diesem Abend ganz in rot spielt, behält die Nerven und das eigene Gehäuse in den verbleibenden Minuten sauber.

Eine echte Spitzenmannschaft

Die Mannschaft belohnt sich so für einen engagierten und teils hochklassigen Kampf, in dem auch die spielerischen Elemente nicht zu kurz kamen. Es macht wieder Spaß, dem Team von Michael Köllner zuzusehen und die Art und Weise, wie der Club nach dem frühen Rückstand und auch nach dem Anschlusstreffer in der 72. Minute reagiert hat, lässt einen über die Bezeichnung »Spitzenmannschaft« nachdenken.

Die Wahrheit irgendwo in der Mitte

Durch den Sieg im südlichen Hessen springt die junge Mannschaft vom Valznerweiher aus dem vorderen Mittelfeld wieder auf Platz drei in der Tabelle. Wer Spiele wie dieses in Darmstadt gewinnt, wird sich am Ende der Saison auch Aufsteiger nennen dürfen. Wir dürfen jedoch nicht vergessen: Wer Spiele, wie das gegen Bielefeld vor zwei Wochen, verliert, wird am Ende auf keinen Fall aufsteigen. Es dürfen sich nun alle aussuchen, was sie für richtig halten und wahrscheinlich liegt die Wahrheit in der Tat irgendwo in der Mitte. Wohin das Pendel am Ende dann ausschlagen wird, können wir nach dem Spiel gegen Dresden dann noch etwas genauer sehen. Immerhin ist am Sonntag um halb vier schon ein knappes Drittel der Saison vorbei.