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Zweite Bundesliga 2017/2018, 9. Spieltag
Samstag, 30.09.2017 – 13.00 Uhr
1.FC Nürnberg – Arminia Bielefeld 1:2 (0:0)

0:1 (61.) Andraz Sporar
1:1 (79.) Mikael Ishak
1:2 (86.) Konstantin Kerschbaumer

Da ist er nun also – der Rückschlag, der kommen musste, den wir in gewisser Weise erwarten mussten und der trotzdem natürlich viel zu früh kommt. Nach drei Siegen in der englischen Woche ging der Club zu Hause gegen Arminia Bielefeld leer aus.

Schlag in den Nacken

Dass dies am Ende so war, lag vor allem am späten Gegentor zum 1:2 in der 86. Minute, dem ein katastrophaler Fehler des zuletzt so überzeugenden Eduard Löwen vorausging. Konstantin Kerschbaumer nutzte ihn eiskalt aus und die Gäste hatten das bessere Ende für sich – in einem Spiel, das genauso gut anders herum hätte ausgehen können, im Grunde mit einem Unentschieden jedoch den gerechten Ausgang gefunden hätte.

Großchance in Minute fünf

Blickt man zurück in die fünfte Minute des Spiels, wäre man wahrscheinlich nicht auf die Idee gekommen, dass es nach 90 Minuten die Effektivität vor dem Tor sein würde, die den entscheidenden Ausschlag geben würde. Als Fabian Klos nach dem ersten Angriff der Gäste das leere Tor aus knapp zehn Metern nicht traf, wähnte man den Fußballgott zunächst auf Nürnberger Seite.

Eine gewisse Fahrigkeit

Dennoch beschlich einem als Zuschauer schon früh das Gefühl, dass der FCN an diesem Samstag bei weitem nicht so sicher auftrat wie noch vor Wochenfrist beim Derby. Das mag auf der einen Seite an den Gästen selbst gelegen haben, die stets früh pressten und den Nürnberger Spielaufbau nicht selten schon im Ansatz unterbanden. Es lag aber auch an einer gewissen Fahrigkeit, die sich beim Club an diesem Nachmittag eingeschlichen hatte.

Gute Chance von Ishak

Nicht selten sprangen Bälle schon beim Stoppen ungewohnt weit vom Fuß oder einfache Pässe kamen ungenau. Die Folge war eine erste Halbzeit, in der sich beide Teams weitgehend neutralisierten und aufs Taktieren beschränkten. Großchancen waren Mangelware und bis auf die bereits erwähnte Gelegenheit für Klos, hatte man lediglich bei einer Volleyabnahme von Mikael Ishak in der 24. Minute den Torschrei schon fast auf den Lippen.

Einwechselung, dann Schwalbe

Erst in Durchgang zwei erspielte sich der Club dann leichte Vorteile und auch die entsprechenden Chancen ließen nicht auf sich warten. Michael Köllner hatte Cedric Teuchert für Tobias Werner gebracht und schon beim ersten Angriff hätte der Youngster durchaus Aussichten auf einen Torerfolg gehabt… wenn er sich nicht im Strafraum hätte einfach fallen lassen. Die gerechte Belohnung: Gelb für den gerade erst Gekommenen.

Warum legt der quer?

Auch in der 56. Minute traf der junge Angreifer leider die falsche Entscheidung. Auf halbrechts hatte Teuchert nur noch Arminia-Keeper Daniel Ortega vor sich. Doch statt es allein zu versuchen, passte der FCN-Angreifer quer auf den knapp im Abseits stehenden Ishak.

Treffer auf der anderen Seite

Und so kam es schließlich, wie es kommen musste: Der Treffer fiel auf der anderen Seite – und zwar wie schon gegen St. Pauli genau zu dem Zeitpunkt, als die Kurve noch dabei war, den »kleinen Bub« zu singen. Der gerade erst eingewechselte Andraz Sporar scheiterte zwar im ersten Versuch noch an Thorsten Kirschbaum, ließ ihm mit dem zweiten Schuss jedoch keine Chance.

Drei Mal ans Gebälk

Der Club antwortete nach dem Rückstand sofort und scheiterte jedes Mal nur denkbar knapp. Ewerton traf in der 64. Minute nur den Pfosten und auch Kevin Möhwald scheiterte noch in der selben Minute. Ortega konnte seinen Schuss noch an die Latte lenken. Zwei Minuten später traf Ishak mit einem sehenswerten Heber die Oberkante des Querbalkens.

Der erlösende Ausgleich

Danach war die Arminia wieder dran und hatte durch die Räume, die sich ergaben, ihrerseits die Gelegenheit zu treffen. In der 68. und in der 72. Minute hätte es nach Chancen von Sporar und Manuel Prietl jeweils bereits 2:0 für die Gäste stehen können. So aber musste der FCN-Anhang bis zur 79. Minute auf den Ausgleich warten, als Ishak nach Vorlage von Hanno Behrens auf zentraler Position traf.

Ach, Kacke…

Spulen wir an dieser Stelle an den Anfang des Textes. Dass die Arminia die drei Punkte nach dem Abpfiff nach Ostwestfalen entführte, lag allein daran, dass der Club nach dem 1:1 einen Gang runter schaltete und mit dem Unentschieden zufrieden schien, während die Arminia weiter lauerte. Und kaum stolperte Löwen dann über die eigenen Füße, nahm die Geschichte ihren Lauf.

Bielefeld besser als in der Vorsaison

Natürlich kommt ein Rückschlag immer zur ungünstigsten Zeit, denn im Grunde braucht ihn ja niemand. Dennoch war eigentlich nicht unbedingt damit zu rechnen, dass er gerade im Heimspiel gegen eine Mannschaft kommt, gegen die man in den letztem Jahren stets erfolgreich gespielt hat. Der Rückschlag zeigt jedoch, dass auch die anderen Mannschaften ihre Hausaufgaben gemacht haben und die Arminia unter Cheftrainer Jeff Sabene mit Sicherheit nicht mehr die Gurkentruppe ist, die in der vergangenen Saison gerade so den Abstieg vermeiden konnte.

Erfahrung mit Rückschlägen

Für den FCN bedeutet dies: Da ist noch eine Mannschaft mehr, die sich so lange, wie es irgendwie geht, möglichst weit vorne festbeißen will. Vom Aufstieg spricht in Bielefeld zwar niemand, doch zumindest soll es nicht wieder so eine Zittersaison werden wie vor Jahresfrist. Denn schließlich kennt man sich auch in Ostwestfalen mit Rückschlägen aus. Gerade mal drei Wochen war es her, da hatte man den heimischen Platz als 0:4-Verlierer gegen den MSV Duisburg verlassen.

Zuletzt drei Spiele ohne Niederlage

Bei der Ausgeglichenheit, mit der sich die Liga zur Zeit präsentiert, wird es vor allem darauf ankommen, mit Rückschlägen umzugehen. Die Gäste haben bereits bewiesen, dass sie das können, denn nach der Klatsche gegen den MSV folgte zwar zunächst noch eine weitere Niederlage in Darmstadt. Aus den letzten drei Spielen holte man nach den zwei Niederlagen in Folge jedoch sieben Punkte.

Auch der Club kann Rückschläge verdauen

Auch der Club hat schon bewiesen, dass er zurückkommen kann. Nach den Niederlagen in Aue und zu Hause gegen St. Pauli folgten drei Siege am Stück. Diese drei Siege dürfen dieses Mal auch gerne schon nach nur einer Niederlage kommen. Doch machen wir uns nichts vor: Ein Sieg in Darmstadt wieder schwer genug. Wer am Ende ganz oben mitspiele will, muss jedoch nicht nur lernen, mit Rückschlägen umzugehen, sondern auch schwierige Spiele bei direkten Kontrahenten siegreich gestalten. Für die Vorbereitung auf dieses Unterfangen hat das Team mit seinem Trainer nun ja immerhin zwei Wochen Zeit.