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Zweite Bundesliga 2017/2018, 6. Spieltag
Samstag, 16.09.2017 – 13.00 Uhr
MSV Duisburg – 1.FC Nürnberg 1:6 (0:2)

0:1 (10.) Mikael Ishak
0:2 (25.) Mikael Ishak
0:3 (51.) Eduard Löwen
0:4 (74.) Mikael Ishak
0:5 (76.) Eduard Löwen
1:5 (82.) Moritz Stoppelkamp
1:6 (89.) Cedric Teuchert

Nur wenige Tage nach der herben Enttäuschung im Heimspiel gegen den FC St. Pauli hat der 1.FC Nürnberg im Auswärtsspiel beim MSV Duisburg Historisches abgeliefert. Der Aufsteiger aus der dritten Liga wurde mit 6:1 aus dem eigenen Stadion geschossen. Für den Club bedeutete dies den höchsten Auswärtssieg in Liga eins und zwei seit Gründung der Bundesliga.

Die Effektivität stimmt

Es war vor allem die Effektivität, die den FCN schon früh auf die Siegerstraße führte. Was gegen den FC St. Pauli noch das große Manko war, wurde in der Wedau zum großen Pluspunkt. Michael Köllner war nach der Verletzung von Kevin Möhwald und der Erkrankung von Georg Margreitter und Ondrej Petrak erneut gezwungen, umzustellen. Lukas Mühl und Patrick Erras rutschten in die Startelf, Lucas Hufnagel sollte Möhwald ersetzen. Den entscheidenden Wechsel nahm der Clubtrainer jedoch im Sturmzentrum vor. Hier sollte Mikael Ishak für genau die Durchschlagskraft sorgen, die gegen die Kiezkicker vor allem im Strafraum gefehlt hatte. Edgar Salli blieb dafür zunächst auf der Bank.

Duisburg (zunächst) das bessere Team

Dennoch schien es in Duisburg zunächst so, dass ganz andere Mängel in den Fokus rücken sollten. Nürnberg wirkte in der Defensive schon in den ersten Minuten überfordert. Der MSV rannte mit dem Rückenwind eines 4:0-Sieges bei zuvor ungeschlagenen Bielefeldern von der ersten Minute an und schien vor allem mental das weit frischere Team. Stanislav Iljucento vergab in der siebten Minute die erste Großchance des Spiels.

Der Club eiskalt

An diesem Samstag hatte der Fußballgott sein Geld jedoch offensichtlich auf den FCN gesetzt, denn die Mannschaft von Michael Köllner verwertete gleich ihren ersten Angriff in der zehnten Minute. Lucas Hufnagel passte den Ball in die Spitze zum startenden Tobias Werner, dieser legte quer und Mikael Ishak hatte in der Mitte völlig freistehend keinerlei Mühe, den Ball im Duisburger Tornetz unter zu bringen.

Und es kam noch besser: Duisburg zeigte sich durch den Rückstand zwar wenig beeindruckt, das Tor machte jedoch erneut der Club. Nachdem Moritz Stoppelkamp in der 22. und 24. Minute nur denkbar knapp am Ausgleich gescheitert war, schlug der Club nach 25 Minuten erneut eiskalt zu. Wieder passte Werner von der Außenbahn nach innen, wieder stand Ishak genau richtig und schon stand es 2:0.

Zwei nicht gegebene Elfmeter

Ein erneuter Rückschlag für die Gastgeber, der noch schlimmer hätte ausfallen können. Stoppelkamp sprang Hufnagel nur eine Minute nach dem 0:2 derart resolut in den Rücken, dass Schiedsrichter Timo Gerach im Grunde auf Strafstoß hätte entscheiden müssen. Der Pfiff blieb jedoch in dieser Situation genauso aus, wie in der 44. Minute. Dieses Mal war Eduard Löwen im Nürnberger Strafraum gegen Cauly Oliveira-Souza zu langsam und es hätte den Elfmeter für die Gastgeber geben müssen.

Auch Löwen trifft (nicht nur) zum ersten Mal

So aber ging es mit dem Zwei-Tore-Vorsprung für die Gäste in die Pause. Ein Vorsprung, der dann kurz nach dem Seitenwechsel zum Drei-Tore-Vorsprung wurde. Eduard Löwen schlenzte in der 51. Minute einen Freistoß aus knapp 20 Metern unhaltbar in den Winkel des MSV-Tors. Wie vorher Ishak erzielte damit auch Löwen, der in der Halbzeit von Trainer Michael Köllner aus der Abwehr in den Sturm beordert worden war, seinen ersten Treffer im Club-Trikot.

Das Spiel war im Grunde nun entschieden und rund eine Viertelstunde vor Schluss kam es für die Gastgeber dann richtig dicke. Zunächst erzielte Ishak in der 74. Minute seinen dritten Treffer zum 0:4, dann legte auch Löwen nach und traf in der 76. Minute zum 0:5.

Zwei Tore kurz vor Schluss

Acht Minuten vor Schluss kam Duisburg durch Stoppelkamp zum Ehrentreffer. Nach einem Handspiel von Ewerthon verwandelte der aus Karlsruhe gekommene Duisburger den fälligen Strafstoß. Den Schlusspunkt setzte schließlich der eingewechselte Cedric Teuchert eine Minute vor Schluss.

Eine enge Kiste

Der Rest war Party und mindestens ebenso so oft wie nur wenige Tage zuvor sah man ein ungläubiges Kopfschütteln – dieses Mal jedoch meist gekoppelt mit einem Lächeln im Gesicht des Kopfschüttlers. Die beiden Spiele zeigen deutlich, was in den noch folgenden Runden der Zweitligasaison zu erwarten ist. In dieser zweiten Liga kann jeder jeden schlagen und die Tagesform ist es, die den Unterschied macht. Und wer dann – wie aktuell Aufsteiger Kiel – die bessere Tagesform für ein paar Spieltage nacheinander auf seiner Seite hat, wird auch schnell mal nach oben gespült. Michael Köllner und sein Team tun also gut daran, sich von Rückschlägen wie dem Spiel gegen St. Pauli nicht unterkriegen zu lassen und gleichzeitig nach Spielen wie dem in Duisburg nicht abzuheben. Ein Blick auf die Spiel-Statistik dürfte da helfen. Denn trotz des hohen FCN-Sieges hatte der MSV mit 25:14 nicht nur mehr Torschüsse zu verzeichnen, sondern war auch in Sachen gespielte (489:348) und angekommene Pässe (404:259), sowie beim Ballbesitz (59:41) das Team mit der besseren Statistik.

Wundertüte Bochum

Das schwerste Spiel ist immer das nächste Spiel und das ist bereits am Donnerstag gegen den VfL Bochum. Und wie alle anderen Zweitligisten ist auch der VfL momentan nur schwer einzuschätzen. Das Team von Ismail Atalan gewann vor einer Woche durchaus mit 2:1 in Darmstadt, musste an diesem Wochenende mit dem 1:2 zu Hause gegen Heidenheim jedoch gleich wieder einen Rückschlag hinnehmen. Die Vorzeichen stehen also im Grunde genau umgekehrt zum Glubb. Was das letztlich für das Spiel am Donnerstag zu. bedeuten hat, wird wohl nur die Tagesform zeigen können.

Rückenwind beim Club

Mit dem Rückenwind des historischen Auswärtssieges und einem schwedischen Stürmer, bei dem der Knoten nun hoffentlich geplatzt ist, dürfte der Weg zur besseren Tagesform für den Club hoffentlich etwas kürzer und unbeschwerter ausfallen.