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Zweite Bundesliga 2017/2018, 4. Spieltag
Samstag, 26.08.2017 – 13.00 Uhr
FC Erzgebirge Aue – 1.FC Nürnberg 3:1 (0:0)

1:0 (60.) Dominik Wydra
2:0 (73.) Dimitrij Nazarov
3:0 (77.) Pascal Köpke
3:1 (87.) Kevin Möhwald

Jeder hat gewusst, dass er kommen würde. Und doch tut es weh, wenn er dann da ist. Der Club hat den ersten Rückschlag der noch jungen Saison hinnehmen müssen und das unter dem Strich dann sogar recht deutlich. Im Erzgebirge setzte es eine 1:3-Pleite.

Wer ersetzt Sebastian Kerk?

Schon vor dem Spiel in Aue hatte es vor allem eine Frage gegeben, die den Clubfan interessierte: Wer ersetzt Sebastian Kerk? Mit seinen Flügelläufen und den präzisen Standards war der Neuzugang aus Kaiserslautern bzw. Freiburg innerhalb kürzester Zeit zu einer Art Flankenmessias im Frankenland geworden. In Aue war die Antwort auf die Frage, wer Kerk ersetzen könnte, ziemlich schnell gefunden: Niemand. Jedenfalls niemand aus dem aktuellen Kader.

Drei Neue in der Startelf

Die Antwort, die Trainer Michael Köllner vor dem Spiel gefunden hatte, lautete Edgar Salli. Der Kameruner spielte wie auch Eduard Löwen und Mikael Ishak von Anfang an. Patrick Kammerbauer und Adam Zrelak nahmen dafür zunächst auf der Bank Platz. Sebastian Kerk wird nach seinem Achillessehnenriss bekanntlich noch bis weit ins Jahr 2018 fehlen.

Chancen auf beiden Seiten

Auf der Baustelle Ergebirgsstadion begann die Partie mit zwei Mannschaften auf Augenhöhe. Der Club hatte optische Vorteile und kam in der 16. und 19. Minute durch Cedric Teuchert zu guten Gelegenheiten. Beide Male hieß der Sieger im Duell jedoch Martin Männel – und der steht im Tor vom FC Erzgebirge. Nach 34 Minuten hatte auf der anderen Seite dann Thorsten Kirschbaum die Möglichkeit, sich auszuzeichnen. Einen Nachschuss von Dimitrij Nazarov nach einer Ecke von Christian Tiffert lenkte der FCN-Keeper reaktionsschnell über die Querlatte und bügelte damit seinen eigenen Fehler bei der Ecken-Hereingabe aus. Hier faustete Kirschbaum die Lederkugel nicht weit genug weg, so dass Nazarov überhaupt erst zum Nachschuss kam.

Auch in der 42. Minute war Kirschbaum zur Stelle und wehrte einen Kopfball von Pascal Köpke reakitonsschnell ab. So ging es nach einem munteren Spiel trotz allem torlos in die Kabinen.

Sonntagsschuss nach einer Stunde

Nach dem Seitenwechsel brauchten dann beide Teams ein wenig Zeit, um sich zu sortieren. Beim Club hatte man das Gefühl zwar, dass es eine Art Matchplan gab, doch die Durchschlagskraft nach vorne fehlte völlig und nur damit, dass man im Mittelfeld halbwegs gefällig kombiniert hat noch niemand ein Spiel gewonnen. So kam es, wie es kommen musste: In der 60. Minute gelingt Dominik Wydra ein echter Sonntagsschuss und weil Georg Margreitter diesen auch noch abfälscht, schlägt es unhaltbar zum 1:0 für Aue im Nürnberger Kasten ein.

Die Reaktion vom Club

Der Club reagierte prompt und hatte bereits im Gegenzug die große Chance auf den Ausgleich. Hanno Behrens verspringt jedoch der Ball und so musste der FCN dem Rückstand weiter hinterher rennen. Je nach Sichtweise kann man nun sagen: Die Mannschaft von Michael Köllner machte dies wohlüberlegt und besonnen – in der Gewissheit, dass die Chance zum Ausgleich noch kommen wird. Oder man sagt: In der Folgezeit wirkte der FCN fahrig und unispiriert. Chancen zum Ausgleich waren Mangelware.

Konter zur Vorentscheidung

Möge sich ein Jeder/eine Jede seine/ihre eigene Wahrheit heraussuchen. Unstrittig ist, dass das, was dann vor dem 2:0 passierte, nicht passieren darf. Der Club lief nämlich wie eine Schülermannschaft in einen Konter. Pascal Köpke passte auf Nazarov und der ließ die Gelegenheit zum 2:0 in der 73. Minute nicht entgehen.

Kopfball von Köpke

Beim FCN sorgte der zweite Gegentreffer für Auflösungserscheinungen. Die Folge: Ein 3:0, wie es beim Stand von 0:0 niemals gefallen wäre. Die Nürnberger Hintermannschaft verteidigt nur noch halbherzig und nach einer Flanke von Tiffert steht Köpke im Sturmzentrum viel zu unbedrängt. Mit seinem Kopfballtor in der 78. Minute schickt der Sohn der Torwartlegende Andreas Köpke den FCN endgültig auf die Verliererstraße.

Das späte Tor

Dass es am Ende noch einen Treffer durch Kevin Möhwald in der 87. Minute gibt und die Sache noch einmal hätte spannend werden können, wenn die Bogenlampe des Torschützen nur eine Minute später statt auf der Latte im Tor der Auer gelandet wäre – alles geschenkt. Der Club hat verloren und das nicht einmal unverdient. Es wird jedoch auch nicht die letzte Niederlage in der laufenden Saison bleiben. Für diese Erkenntnis muss man nicht einmal Experte sein.

Ein Neuer, keine Abgänge mehr

Für Michael Köllner und seine Männer heißt es nun: Wunden lecken. Fehler ansprechen und das nächste Mal möglichst nicht wiederholen. Glaubt der BILD-Zeitung und dem kicker ist ein Ersatz für Sebastian Kerk in Person von Tobias Werner aus Stuttgart bereits im Anflug. Gleichzeitig betonte Sportchef Andreas Bornemann noch einmal, dass man nicht plane, in der Sommerpause noch einen Spieler abzugeben.

Zwei Wochen Zeit

Gesetzt den Fall, dass Werner wirklich kommt und die Aussage von Bornemann auch am Freitag noch Bestand haben, hat das Trainerteam über die Länderspielpause die Gelegenheit zu einer kleinen Zwischen-Vorbereitung. Durch die Terminierung des Spiels gegen St. Pauli am Montag hat man im Grunde volle 14 Tage Zeit, um Stellschrauben neu zu justieren und die Dinge zu üben, die bisher nicht funktionieren. Auch für Tobias Werner sollte es möglich sein, sich in der Zeit ins Team zu arbeiten. Wenn zudem dann Ewerthon seine offensichtlich noch immer vorhandenen Fitness-Defizite endlich aufgeholt hat, dürfte es durchaus möglich sein, eine FCN-Mannschaft auf den Rasen zu stellen, die den FC St.Pauli schlagen kann.

Ja, richtig, bemerkt: Die Formulierungen sind vorsichtiger geworden. Vorsichtiger, aber definitiv weiterhin optimistisch – auch in der Gewissheit, dass weitere Rückschläge folgen werden.