Ein Passwort wird per E-Mail an Sie geschickt
GuaYFGlL0aI

Zweite Bundesliga 2016/2017, 34. Spieltag
Sonntag, 21.05.2017 – 15.30 Uhr
1.FC Kaiserslautern – 1.FC Nürnberg 1:0 (1:0)

1:0 (20.) Daniel Halfar

Als wenn es noch eines Spiegelbildes der abgelaufenen Saison bedurft hätte, der 1.FC Nürnberg hat es am Sonntag im letzten Spiel der Spielzeit abgeliefert. Schwach, ideenlos, unkreativ und harmlos vor dem gegnerischen Tor – Schlagworte, die nicht nur die Partie in der Pfalz, sondern die gesamte Saison 2016/2017 beschreiben.

Zwei schwache Mannschaften

Nichts war es mit der heißen Hölle für die roten Teufel, nichts war es mit einem Angriff auf Platz sieben, weil dieser in der Rangliste der Fernsehgelder noch ein paar Extra-Scheinchen gebracht hätte. Im Gegenteil: Die Mannschaft von Michael Köllner trat derart harmlos gegen einen schwachen Gegner auf, dass die roten Teufel beinahe in der Hölle erfroren wären.

Haarsträubender Fehler

Entschieden war die 34. Partie der Saison im Grunde schon nach 20 Minuten. Daniel Halfar hatte einen Eckball auf den kurzen Pfosten gezogen und FCN-Keeper Thorsten Kirschbaum ließ sich vom Durcheinander vor seinem Tor so verwirren, dass er sich das Ei gleich selbst ins Nest… äh, Netz… legte. Unwillkürlich kam hier sofort die Frage auf, ob Kirschbaum in den letzten Wochen deshalb nicht gespielt hat, weil er nach seiner Verletzung in alte Unsicherheitsmuster verfallen war oder ob der Keeper beim Eckball deshalb so unsicher wirkte, weil ihm in den letzten Wochen die Spielpraxis fehlte.

Gut gehalten

Zur Verteidigung des Schlussmanns muss erwähnt werden, dass er bei einem Freistoß von Torschütze Halfar nur zehn Minuten nach der Führung glänzend pariert hatte und auch das Glück des Tüchtigen hatte, als er die Lederkugel auf die Latte ablenkte. Für eine genaue Beurteilung hatte Kirschbaum im Rest des Spiels dann ganz einfach zu wenig zu tun – und wenn es dann doch mal brenzlig wurde, konnte er meist nicht mehr eingreifen.

Wie geht es weiter?

Man darf also gespannt sein, wie es mit Thorsten Kirschbaum in der kommenden Saison weitergeht. Genau, wie man gespannt sein darf, wie es mit der ganzen Mannschaft weitergeht. Denn sagen wir, wie es ist: Schlechter als am Sonntag hat das Team unter Alois Schwartz auch nicht gespielt und wenn die Unterschrift von Michael Köllner auch nur in irgendeiner Form so etwas wie Aufbruchstimmung für die kommende Saison hätte aufkommen lassen sollen – nur zwei Spiele nach seiner Unterschrift ist alles verpufft.

Köllner genauso schlecht wie Schwartz

Wer auf der Suche nach Inspiration und Spielwitz ist, wird vielleicht in Heidenheim oder Sandhausen fündig, in Nürnberg sucht man definitiv vergebens. Michael Köllner hat seit seinem Amtsantritt in elf Spielen vier Mal gewonnen, einmal unentschieden gespielt und sechs Mal verloren – das entspricht ziemlich genau der Bilanz von Alois Schwartz in den elf Spielen vor seiner Entlassung. Die Bilanz des 50-Jährigen, bevor er gehen musste: Drei Siege, zwei Unentschieden und sechs Niederlagen.

Kleine Brötchen backen

Braucht es wirklich mehr als Antwort auf die großspurige Ankündigung, man wolle in der kommenden Saison bis zum Schluss um den Aufstieg mitspielen? Natürlich will man das! Als Sportler braucht man Ziele. Und ja, es gibt nun noch eine Sommerpause, in der man die ein oder andere Stellschraube anziehen kann. Aber ehrlich: Warum sollte man ausgerechnet in dieser Sommerpause plötzlich die richtigen Schrauben finden? Wer in der Vergangenheit derart glücklos agiert hat wie Sportchef Andreas Bornemann sollte beim Abstecken sportlicher Ziele in Zukunft Realist bleiben und kleine Brötchen backen.

Schwache Rückrunde

Wer an Ende einer Saison auf Platz 12 landet und zudem das Kunststück fertig bringt, das erste Mal nach 64 Jahren tabellarisch hinter der Westvorstand zu landen, sollte den Blick zunächst einmal ganz streng nach unten richten. In der Rückrundentabelle steht der 1.FC Nürnberg in der abgelaufenen Saison auf Relegationsplatz 16 – hinter sich nur die Absteiger aus Karlsruhe und Würzburg. Traurig, aber wahr: Selbst 1860 München, Arminia Bielefeld und Erzgebirge Aue haben im Jahr 2017 mehr Punkte gewonnen als der 1.FC Nürnberg.

Wenig Hoffnung

Es ist beileibe nicht das erste Mal, dass ich diese Liebe zwar nicht bereue, unter dem Strich aber erst einmal froh bin, dass die Saison vorbei ist. Es ist jedoch das erste Mal seit gefühlten Ewigkeiten, dass ich mich nicht auf die kommende Saison freue. Im Gegenteil: Mir wird Angst und Bange! Und ich kann nur inständig hoffen, dass ich in der kommenden Spielzeit positiv überrascht werde.