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Zweite Bundesliga 2016/2017, 27. Spieltag
Dienstag, 04.04.2017 – 17.30 Uhr
Hannover 96 – 1.FC Nürnberg 1:0 (0:0)

1:0 (47.) Martin Harnik

So langsam könnte man meinen, es steckt Methode dahinter: Tritt der Club auswärts an, heißt es am Ende 1:0 für die Heim-Mannschaft. Zumindest in den letzten drei Auswärtsspielen war das nun so, denn auch in Hannover unterlag der FCN mit genau einem Tor Unterschied.

Wieder keine Punkte

Das stark ersatzgeschwächte Team von Trainer Michael Köllner präsentierte sich in der Landeshauptstadt von Niedersachsen wieder von seiner besseren Seite, wurde am Ende jedoch erneut nicht belohnt. Es drängt sich der Verdacht auf, dass die Mannschaft sich in ihrer Leistung sehr am Gegner orientiert. Gegen zwei Aufstiegskandidaten zeigte man in Berlin und Hannover ansprechende Leistungen, wurde am Ende jedoch nicht mit einer Punktausbeute belohnt. Zu Hause gegen Karlsruhe zeigte man einen Grottenkick, behielt aber zumindest die drei Punkte in Nürnberg. Es darf nun jeder für sich entscheiden, was ihm lieber ist. Guter Fußball ohne Punkte oder ein Grottenkick mit Punkten.

Harmlos vor dem gegnerischen Tor

Dass es am Ende in Hannover nicht wenigstens zu einem Punkt gereicht hat, lag in erster Linie an zwei Dingen: Zum Einen an einer Unachtsamkeit kurz nach der Halbzeit, die prompt bestraft wurde und zum einzigen Treffer des Tages führte, zum anderen an der Tatsache, dass es momentan keinen Spieler beim 1.FC Nürnberg gibt, der das Tor auch dann mal trifft, wenn der Schiedsrichter nicht auf den Elfmeterpunkt zeigt. Lässt man die beiden Elfmetertore gegen Karlsruhe mal außen vor, hat der Club seit dem Heidenheim-Spiel in zwei Monaten oder acht Spielen oder auch 720 Spielminuten gerade zwei Mal getroffen. Eine Ausbeute, die Bände spricht.

Rückenwind bei Hannover

In Hannover hatte man mit dem Anpfiff zunächst den Eindruck, dass 96 den Rückenwind aus dem Sieg über Union konserviert hatte und den Gast aus Nürnberg überrennen würde. Der Club brauchte eine knappe Viertelstunde, um ins Spiel zu kommen, stand dann aber sicher in der Defensive und ließ nur noch wenig zu. Eigene Torchancen waren allerdings Mangelware in Durchgang eins.

Nach der Pause klingelt’s

Nach dem Seitenwechsel wurde in der 47. Minute auf der rechten Seite der Ball eingeworfen. Eine recht harmlos aussehende Situation, die sich mit der Hereingabe von Niklas Füllkrug blitzschnell als gefährlich herausstellte. In der Mitte war Martin Harnik nämlich seinem Bewacher Miso Brecko entwischt und somit den nötigen einen Schritt schneller, um aus kurzer Distanz zur Führung einzuschießen.

Mühl an den Pfosten

Nun war der Club gefordert und kam mit zunehmender Dauer dem eigenen Treffer auch immer näher. Die größte Torchance hatte dabei Lukas Mühl in der 78. Minute. Der Kopfball des Youngsters ging an den Pfosten und da Schiedsrichter René Rohde das mit einhergehende Foul nicht ahndete, blieb es beim knappen Vorsprung der Hausherren. Marvin Bakalorz hatte Mühl bei dessen Kopfballversuch mit dem Fuß am Kopf getroffen.

Auch Hannover vergibt Großchancen

Es blieb spannend bis zum Schluss und auch Hannover vergab noch eine Reihe guter Möglichkeiten, die Führung auszubauen. Beim Club sah man indes deutlich: Es fehlt der Mann, der sich mal traut, einen Abschluss zu suchen und zu wagen. Kurzpassspiel schön und gut, aber spätestens am Strafraum sollte dann nicht unbedingt noch einmal quer gespielt werden, wenn die gegnerische Abwehrreihe formiert ist.

Jetzt müssen Punkte her

So bleibt unter dem Strich die Erkenntnis, dass es keine neuen Erkenntnisse gibt. Es folgen nun drei Spiele, die in der Tabelle unter dem Club stehen und da zwei der drei Partien noch dazu im Max-Morlock-Stadion stattfinden, bietet sich die Gelegenheit, die eigene Saisonbilanz noch ein wenig aufzuhübschen. Und für Michael Köllner wird es Zeit, dass er zeigt, dass er die Mannschaft auch gut spielen lassen kann und trotzdem Punkte eingefahren werden.