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Da kann sich selbst der FC Bayern eine Scheibe von abschneiden – so zumindest wirbt der FC Viktoria 1889 Berlin auf einem großen Plakat am Eingang des Stadions Lichterfelde. 1.133 aktive Sportler betreut der Verein aus dem Berliner Stadtteil Lichterfelde in seinen rund 65 Mannschaften und stellt damit die größte aktive Fußballabteilung in Deutschland.

Dritte Kraft in Berlin

Die heutige Viktoria ging am 01. Juli 2013 aus der Fusion der beiden Stammvereine BFC Viktoria 1889 und dem LFC Berlin hervor und nennt sich seitdem offiziell FC Viktoria 1889 Berlin Lichterfelde-Tempelhof e.V. Die erste Mannschaft der Fußball-Herren spielt in der Regioanlliga Nordost und kämpft dort mit dem Berliner AK und dem BFC Dynamo praktisch um den inoffiziellen Titel der Nummer drei in Berlin. Lange ist es her, doch in den Jahren 1908 und 1911 durfte sich die Viktoria nicht nur Nummer eins in Berlin nennen, sondern nach dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft sogar Nummer eins im ganzen Land.

624 Zuschauer

Heute kickt man im Stadion Lichterfelde und wenn der Gegner dann mal ebenfalls einen klangvollen Namen wie Lok Leipzig hat und selbst noch eine gute Menge an Anhängern mitbringt, steigt die Zuschauerzahl wie an diesem Samstag dann auch mal auf etwas mehr als 600 an. An diesem sonnigen, aber windigen Tag sollten sie ihr Kommen nicht bereuen, denn das Spiel zwischen dem Tabellenfünften aus Lichterfelde und dem Neunten aus Leipzig bot jede Menge Tore und eine dramatische Schlussphase.

Vier Tore in der ersten Halbzeit

Bier und Bratwurst kosten bei Viktoria noch Geldbeutel schonende 2,50 Euro und ausgestattet mit dem Fußballplatz-Doppel sah man die Gastgeber zunächst mit 2:0 in Führung gehen. Ümit Ergirdi hatte in der 23. Minute zunächst mit einem Foulelfmeter getroffen und in der 34. Minute nachgelegt. Danach drehte der Gast auf und konnte durch Maik Georgi (38.) und Paul Schinke (43.) noch vor der Pause wieder ausgleichen.

Viktoria geht erneut in Führung

Nach dem Seitenwechsel erwischte wieder die Viktoria den besseren Start und ging in der 49. Minute durch Ozan Pekdemir erneut in Führung. Nachdem die Gäste ein paar Minuten brauchten, um sich vom erneuten Rückstand zu erholen, drückten sie danach auf den Ausgleich – zunächst jedoch ohne zählbares Ergebnis.

Dramatische Schlussphase

Fast dramatisch wurde es dann in der Schlussphase. Leipzigs Trainer Heiko Scholz hatte bereits drei Mal gewechselt als sich in der 87. Minute Lok-Keeper Julien Latndresse-Levesque nach einem Eckball so schwer verletzte, dass er nicht weiterspielen konnte. Mit Markus Krug musste in den letzten Minuten also ein Feldspieler das Tor der Gelb-Blauen hüten. Wer nun aber vermutete, dass die Hellblauen in der durch die Keeper-Verletzungspause entsprechend langen Nachspielzeit nun auf die Entscheidung drückten und den torhütenden Feldspieler zum 4:2 überwinden wollten, der sah sich getäuscht. Im Gegenteil: Die Gäste aus Leipzig waren es, die noch einmal alles nach vorne warfen und ihr Heil im Motto »Angriff ist die beste Verteidigung« suchten.

Später Ausgleich

In der vierten Minute der Nachspielzeit wurde Lok für die eigenen Bemühungen schließlich belohnt. Daniel Becker traf mit seinem zehnten Saisontor noch zum 3:3-Ausgleich und sicherte den Gästen somit einen hochverdienten Punkt.

Ehemaliger Bundesligist zu Gast

Nun mögen mit Sicherheit nicht alle Spiele im Stadion Lichterfelde so hochdramatisch zu Ende gehen. Einen Besuch lohnt die Viktoria und das kleine Stadion am Ostpreußendamm auf alle Fälle. Hier schlägt das Fußballtraditionsherz noch hoch und die nächste Gelegenheit, einen renommierten Gegner zu sehen, bietet sich bereits am kommenden Mittwoch, den 29.03. um 17.30 Uhr. Dann nämlich ist der ehemalige Bundesligist Energie Cottbus zu Gast im Süden Berlins.