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Zweite Bundesliga 2016/2017, 23. Spieltag
Sonntag, 04.03.2017 – 13.30 Uhr
SpVgg Greuther F**** – 1.FC Nürnberg 1:0 (1:0)

1:0 (77.) Robert Zulj

Unser geliebter FCN ist mal wieder an einem Tiefpunkt angekommen – hoffen wir zumindest, dass es ein Tiefpunkt ist und der Ruhmreiche in den kommenden Wochen nicht noch tiefer sinkt…

Große Worte…

Markige Worte waren es, die man im Laufe der Woche vor dem Frankenderby sowohl von Trainer Alois Schwartz als auch von einigen seiner Spieler vernehmen durfte. Man müsse den Fans etwas zurückgeben, im Gegensatz zu sonst noch mindestens eine Schippe drauflegen und könne durch den Sieg in einem einzigen Spiel sehr viel Kredit zurückgewinnen. Zumindest in dieser Hinsicht hatten der Übungsleiter und seine Männer die Bedeutung des Derbys verstanden: Vor Spielen gegen die Westvorstadt darf man gerne auch mal etwas dicker auftragen.

… und nichts dahinter

Das Problem bei der Sache: Es zieht inzwischen nicht mehr. Zu oft wurde in den letzten Jahren die Bedeutung der Partie mit Worten hervorgehoben, um dann im entscheidenden Moment auf dem grünen Rasen so ziemlich alles vermissen zu lassen, was vorher so großspurig angekündigt worden war. Anders war es auch dieses Mal leider nicht. Elf Derbyversager trotteten über das Feld als hätten sie ihren Profivertrag im Lotto gewonnen. Eine Schippe drauflegen? Ach, was soll’s… Den Fans etwas zurückgeben? Naja, dann vielleicht nächste Woche…

Schwacher erster Durchgang

Nach den Misserfolgen der letzten Wochen hatte Club-Übungsleiter Schwartz die Mannschaft ordentlich durchgewürfelt. Die Youngster allesamt wieder raus, ein Derby gewinnt man mit Erfahrung… oder so ähnlich… Und Erfahrung mag die Mannschaft gehabt haben – eingeübtes Zusammenspiel hatte sie definitiv nicht. Spielfluss suchte man daher in Durchgang eins vergeblich und der Fairness halber sei an dieser Stell erwähnt: Beim Gegner kam er auch nicht zustande.

Ein Tor entscheidet

Und so war es dann am Ende doch wieder der größere Wille, der das traditionsreichste deutsche Derby am Ende entschied. Und der lag – eben wie so oft in den letzten Jahren – bei den Kleinen. Robert Zulj fasste sich dreizehn Minuten vor Schluss ein Herz und dieser kurzer Moment aus Mut, Herz und abgefälschtem Ball reichte an diesem sonst so sonnigen Sonntag mal wieder aus, um den FCN unwiderruflich auf die Verliererstraße zu lotsen.

Vom Club kommt nichts

Der Mannschaft von Alois Schwartz fiel schlichtweg über 90 Minuten in Richtung Gastgebertor nichts ein. Weder vor dem Gegentor, noch danach. Weder mit Herz, noch mit Verstand. Weder mit Glück, noch mit Leidenschaft. Nichts. Nada. Nothing.

Der Verlust von Burgstaller

Natürlich darf sich ein Verein, der seinen besten Torjäger in der Winterpause ziehen lässt, nicht darüber wundern, wenn in der Rückrunde nicht mehr getroffen wird. Aber ebenso natürlich muss sich der Verein bzw. die Verantwortlichen umso mehr die Frage gefallen lassen: Warum hat man diesen Torjäger denn ziehen lassen? Hat man nicht gerade mit Ende der Rückrunde so gerne beschworen, man sei auf einem guten Weg? Und dann gibt man den einzigen Silberstreif am Horizont weg und wundert sich, dass es plötzlich nur noch nach unten geht?

Spirale nach unten

Spätestens mit dem Spiel in der Westvorstad steht der 1.FC Nürnberg am Anfang einer Spirale, die ruckzuck auch einen nicht zu unterschätzenden Sog nach unten in Gang setzen kann. Mit 29 Punkten ist weit entfernt von einem sicheren Ufer und wenn man chronisch heimschwach ist, wie sich der FCN in dieser Saison bisher präsentiert hat, darf man auch mal überlegen, wo man denn steht, wenn man das kommende Heimspiel gegen Arminia Bielefeld verliert. Und vor allem, wo man steht, wenn das Gastspiel eine Woche später beim Aufstiegsaspiranten Union Berlin ebenfalls schief geht…

Gehemmt und ideenlos

Düstere Szenarien tun sich auf und da sich auch nach dem Spiel heute im Grunde nichts getan hat, was man nicht auch vorher schon von so vielen Derbypleiten kannte, muss man bei allen Durchhalteparolen und Schmerzbekundungen des Übungsleiters leider konstatieren: Nicht nur die Spieler des FCN präsentieren sich zur Zeit seltsam gehemmt und ideenlos, sondern auch ihr direkter Vorgesetzter tut es.

Tief gesunken

Die Frage an die Vereinsverantwortlichen muss also auch zum wiederholten Male und in aller Deutlichkeit heißen: Wie tief muss der 1.FC Nürnberg noch sinken, damit endlich etwas geschieht? Die Betonung liegt hier eindeutig auf dem Wörtchen »muss«, denn wir alle kennen die Antwort auf die Frage: Wie tief kann und/oder darf der 1.FC Nürnberg noch sinken?