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Zweite Bundesliga 2016/2017, 21. Spieltag
Montag, 20.02.2017 – 20.15 Uhr
TSV 1860 München – 1.FC Nürnberg 2:0 (2:0)

1:0 (16.) Abdoulaye Ba
2:0 (39.) Lumor

Dreizehn Spieltage vor Ende der Spielzeit hat der 1.FC Nürnberg am Montag in München im Grunde seine Saison beendet. Nach einem hilflosen Auftritt in der Allianz-Arena verließ man den Platz nach 90 Minuten als verdienter Verlierer und tritt damit sportlich auf der Stelle. Auch die zuletzt so hoch gelobten Youngster konnten in der bayrischen Landeshauptstadt nicht überzeugen. Die Schuld am desaströsen Auftritt trägt indes ein Anderer.

Ein Rätsel

Zugegeben: Wenn vor einer Partie zwei Stammkräfte ausfallen und damit die ohnehin schon lange Liste der Verletzten noch verlängern, ist guter Rat manches Mal teuer. Dennoch bleibt es ein Rätsel, was FCN-Trainer Alois Schwartz seinen Männern vor dem Spiel bei 1860 München mit auf den Weg gegeben hat. Der Presse gegenüber hatte verlautbart, dass er von seiner Mannschaft 20 Minuten mehr guten Fußball fordert als im Spiel gegen Braunschweig. Bekommen hat er 70 Minuten mehr – von der Sorte des schlechten Fußballs.

Irgendetwas scheint da also in der Kommunikation zwischen Mannschaft und Trainer nicht ganz zu stimmen. Denn selbst wenn man zu Grunde legt, dass jeder Spieler auch mal einen schlechten Tag hat und die Vorgaben seines Trainers nicht so umsetzen kann wie gewünscht: Wer die Mannschaft des 1.FC Nürnberg am Montag in München gesehen hat, muss sich am Ende fragen, wo die Hilflosigkeit des Teams herkam.

Taktischer Hühnerhaufen

Da liefen elf Individuen in roten Trikots über den grünen Rasen, die offensichtlich keine Ahnung hatten, was denn eigentlich ihre genaue Aufgabe war. Die Sechziger hatten keine Mannschaft als Gegner, sondern einen taktischen Hühnerhaufen, der es über 90 Minuten nicht schaffte, ernsthaft am Spiel teilzunehmen. Da fehlte jede Art von Abstimmung, jeder Hauch einer Idee, wie man denn eventuell Punkte aus München entführen könnte.

Fast folgerichtig das 1:0 durch Abdoulaye Ba in der 16. Minute. Nach einem Eckball schauen Lukas Mühl und Thorsten Kirschbaum untätig zu, wie der Senegalese unbedrängt hochsteigt und das Leder ins Nürnberger Tor köpft. Gefährliche Aktionen der Gäste? Komplette Fehlanzeige. Im Gegenteil: Kurz vor der Pause noch das 2:0. Lumor kommt nach schönen Seitenwechsel auf halblinks völlig frei zum Schuss und weil Kirschbaum unmotiviert wie eine Bahnschranke zu Boden sinkt, liegt der FCN nach 39 Minuten mit zwei Toren im Rückstand.

Keine Besserung in Durchgang zwei

Wer nun in Durchgang zwei auf eine Besserung gehofft hatte, sah sich schnell enttäuscht. Allein ein Freistoß von Abdelhamid Sabiri in der 61. Minute ging zumindest in Richtung des Löwen-Gehäuses. Ansonsten: Gähnende Langeweile. Der Club konnte nicht, 1860 München wollte nicht mehr und erst als in der Nachspielzeit die Konzentration bei den Gastgebern etwas nachließ, kam der eingewechselte Shawn Parker zur besten Gelegenheit der Franken im gesamten Spiel. Der Stürmer hatte den Ball auf der rechten Seite schön mitgenommen und zog aus spitzem Winkel direkt ab. Der Schuss strich an der Latte des Münchener Tores entlang zurück ins Spielfeld.

Was blieb war am Ende eine der schlechtesten Leistungen in dieser ohnehin nicht berauschenden Saison. Und natürlich widersprechen die Verantwortlichen vehement, wenn man den Eindruck äußert, die Mannschaft bereite sich bereits auf die kommende Saison vor. Nach echtem Willen und dem nötigen Selbstvertrauen, in dieser Spielzeit noch etwas zu reißen, sah das in München allerdings nicht aus.