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Franz Eberhofer (Sebastian Bezzel) ist im Grunde ein Dorfpolizist, wie er im Buche steht. Bestens vernetzt in der eigenen Gemeinde, vom Charakter eher gemütlich und gegen kleine Gefälligkeiten auch immer mal wieder gerne bereit bei Gesetzesübertretungen eine Auge zuzudrücken.

In die Provinz strafversetzt

Seine strengen und paragraphentreuen Vorgesetzten sehen gerade Letzteres natürlich alles andere als gerne und eben genau deshalb ist der Eberhofer Franz dort gelandet, wo er nun seinen Dienst verrichtet – in der tiefsten bayerischen Provinz genau in dem Dorf, in dem seine Eltern leben, der Dorfwirt zu seinen besten Freunden gehört und aus dem er einst in die große Welt der Polizistenlaufbahn startete.

»Schweinskopf al dente« ist der bereits der dritte Fall von Franz Eberhofer, der verfilmt wurde. Kennenlernen durfte man den Polizisten bereits in »Dampfnudelblues« (2013) und »Winterkartoffelknödel« (2014). Alle Filme basieren auf den Büchern der Schriftstellerin Rita Falk.

Nicht aus der Ruhe zu bringen

Wie schon in den ersten beiden Verfilmungen, bei denen ebenfalls Ed Herzog Regie führte, liegt der Akzent auch beim aktuellen Fall des Ordnungshüters aus dem fiktiven Niederkaltenkirchen nicht unbedingt auf der Spannung, sondern eher in der Absurdität der Ereignisse. Gepriesen mit einer fast unerschütterlichen Lakonie setzt sich bei Eberhofer nämlich trotzdem stets das Misstrauen durch, wenn seine Vorgesetzten einen Fall nur allzu gerne allzu schnell zu den Akten legen wollen. Sein großer Vorteil: Selbst die absurdesten Wendungen und Vorfälle bringen ihn dabei nie aus der Ruhe.

Der Dienststellenleiter hat Angst

Und so ist es im Grunde kein Wunder, dass Dienststellenleiter Moratschek (Sigi Zimmerschied) im akutellen Fall ausgerechnet den Eberhofer anruft, als er auf seinem Bett einen abgeschnitten Schweinskopf findet. Der Herr Dienststellenleiter hat schlichtweg Angst, denn just ein paar Tage zuvor ist ein Psychopath der Justiz bei einem Krankentransport entwischt, den der Moratschek damals in den Knast gebracht hat.

Nur Komödie oder doch Kriminalkomödie?

Dass »Schweinskopf al dente« am Ende nicht ganz an das Vergnügen der beiden Vorgängerfilme herankommt, liegt in erster Linie an der Tatsache, dass der Schwerpunkt der Handlung ein gutes Stück ins Groteske verschoben wurde. Dies zaubert zwar das ein oder andere Lächeln auf die Lippen, doch wenn die Spannung am Ende darunter leidet, hat man unter dem Strich eben nur noch eine Komödie und keine Kriminalkomödie mehr. Und als reine Komödie ist »Schweinskopf al dente« dann doch etwas zu schwach auf der Brust.

Hohe Ansprüche

Dies mag nun alles ein wenig negativer klingen als es gemeint ist. Doch wer die Latte der Kriminalkomödie mit »Dampfnudelblues« und »Winterkartoffelknödel« selbst so hoch legt, muss sich eben auch daran messen lassen. Im Ergebnis ist der dritte Fall des Eberhofer noch immer sehr viel besser als das meiste, was sonst noch so unter dem Prädikat »lustig« in Deutschland veröffentlicht wird.

Schweinskopf al dente (Deutschland 2016), Regie: Es Herzog; Darsteller: Sebastian Bezzel, Sigi Zimmerschied, Simon Schwarz, Lisa Potthoff; 96 Minuten

DVD-Erscheinung: Donnerstag, 16. Februar 2016

Schweinskopf al dente
Man hat die Dorfbewohner von Niederkaltenkirchen inzwischen fast lieb gewonnen.Der Humor ist auf den Punkt und vermeidet Schenkelklopfer.Man merkt dem Ensemble den Spaß an der Geschichte an.
Die Spannung hat etwa gelitten - zugunsten des GroteskenDer Psychopath ist dann vielleicht doch etwas zu klischeehaft geraten
78%Gesamt
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