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Zweite Bundesliga 2016/2017, 19. Spieltag
Samstag, 04.02.2017 – 13.00 Uhr
1.FC Heidenheim – 1.FC Nürnberg 2:3 (1:1)

0:1 (4.) Abdelhamid Sabiri
1:1 (41.) Tim Kleindienst
1:2 (68.) Patrick Kammerbauer
1:3 (79.) Abdelhamid Sabiri
2:3 (90.) John Verhoek

Ganze zwei Spiele hat es gedauert und schon hat der 1.FC Nürnberg einen Stürmer dessen Torquote besser ist, als die des im Winter nach Schalke abgewanderten Guido Burgstaller. Abdelhamid Sabiri hat beim 1.FC Heidenheim zwei Mal getroffen und im Durchschnitt damit eine Torquote von 100 Prozent. Zwei Spiele, zwei Tore – so kann es weiter gehen.

Blitzstart in Heidenheim

Schon nach vier Minuten jubelte der FCN an der Benz und stellte zum wiederholten Male unter Beweis, dass ein Blitzstart ins Spiel manchmal schon die halbe Miete ist. Nach einer Flanke von Kevin Möhwald von rechts stand der Youngster im Clubsturm am langen Pfosten genau richtig und brachte den Club per Kopf früh in Führung. Eine Führung, die der Mannschaft von Alois Schwartz sichtlich gut tat. Nach der Auftaktpleite gegen Dresden drohte schließlich ein Fehlstart in die Rückrunde und die vielen Ausfälle vor der Partie waren da in Sachen Selbstbewusstsein mit Sicherheit nicht unbedingt eine Hilfe.

Im Nachhinein kann man nun vermuten, dass eben genau die Ausfälle von Miso Brecko, Dave Bulthuis, Laszlo Sepsi (Verletzung) und Ondrej Petrak (Gelbsperre) für den 1.FC Nürnberg zum Glücksfall wurden. Alois Schwartz war vor Anpfiff also praktisch gezwungen, der Jugend – wie von vielen Fans schon lange gefordert – eine Chance zu geben. Eine Chance, die die Jugend prompt nutzte.

Drei Youngster aus Mannschaft zwei

Mit Patrick Kammerbauer, Dennis Lippert und dem schon angesprochenen Sabiri standen mit dem Anpfiff gleich drei Spieler auf dem Feld, die sich ihre Sporen sonst in der zweiten Mannschaft des 1.FC Nürnberg verdienen. Dazu kam der gerade erst 20 Jahre alt gewordene Lukas Mühl. Mit der Führung im Rücken machte es die Mannschaft von Alois Schwartz unabhängig vom Erfahrungsgrad in Halbzeit eins jedoch über weite Strecken richtig gut.

Hinten stand man dicht und sorgte mit teilweise sehenswerten Tempogegenstößen für die entsprechenden Nadelstiche. Den Gastgebern fiel zumindest in den ersten 30 Minuten der Partie keinerlei Mittel ein, um die Gäste aus dem Frankenland in Bedrängnis zu bringen. Erst als Heidenheims Trainer Frank Schmidt eine längere Spielunterbrechung nutzte, um sich mit seinem Kapitän Marc Schnatterer auszutauschen und kurz darauf mit der Einwechselung von Denis Thomalla für Dave Gnaase zu reagieren, zeigten Heidenheims Angriffe erste Wirkung. Eine Wirkung, die kurz vor der Pause zum Ausgleich führte.

Ausgleich kurz vor der Pause

Nach einem Einwurf von Arne Feick hängte Tim Skarke auf der linken Seite Georg Margreitter ab und spielte den Ball von der Grundlinie nach hinten auf Tim Kleindienst. Dieser zog aus etwa elf Metern halblinker Position direkt ab und traf in der 41. Minute zum 1:1.

Nach dem Seitenwechsel übernahmen die Hausherren zunehmend das Kommando auf dem Feld und erarbeiteten sich zwischen Minute 54 und 67 zahlreiche gute Gelegenheiten. Das Tor indes fiel – wie so oft – auf der anderen Seite. Nach einer sehenswerten Ballstafette landete die Lederkugel vor den Füßen von Patrick Kammerbauer, der aus 14 Metern trocken ins lange Eck abzog und in der 68. Minute zur erneuten Nürnberger Führung traf.

Entscheidung durch Sabiri

Elf Minuten später half das Glück dem Club zur Vorentscheidung. Hanno Behrens hatte abgezogen, doch sein Schuss wurde abgefälscht und landete bei Kevin Möhwald. Dieser zog direkt ab, doch der Schussversuch missglückte deutlich – landete so jedoch direkt auf dem Kopf von Sabiri, der sich die Chance zu seinem zweiten Treffer an diesem Nachmittag aus kurzer Distanz nicht entgehen ließ.

In der Nachspielzeit gelang John Verhoek noch eine Ergebniskorrektur, die am Auswärtssieg des FCN jedoch nichts mehr änderte. Die junge Nürnberger Mannschaft erarbeitete sich mit etwas Glück und Spucke drei wichtige Punkte in der Fremde und konnte so einen klassischen Fehlstart in die Rückrunde verhindern.

Zu früh für Euphorie

Für Euphorie, wie sie in diversen Medien und Fanforen nach dem Spiel schon wenige Minuten nach dem Abpfiff schon entbrannte, ist es mit Sicherheit noch zu früh. Denn bei allem Respekt: Heidenheim mag aus den eigenen Mitteln oft das Maximum herausholen. Zu den absoluten Spitzenteams in Liga zwei gehören die Männer von Trainer Frank Schmidt jedoch mit Sicherheit nicht. Im Gegenteil: Gerade am Samstag zeigte das Team bei weitem nicht seine beste Perfomance, sondern vergab ungewöhnlich viele Chancen und stand auch in der Defensive ungewohnt unsicher.

Dazu kommt: Die Euphorie und konzentrationssteigernde Nervosität der ersten Profispiele wird auch bei den jungen Debütanten zunächst schneller sinken, als die Erfahrung steigen wird, mit der man Anfängerfehler vermeidet. Rückschläge werden somit unvermeidbar sein, doch die hatte man den erfahrenen Leuten in dieser Saison auch schon zur Genüge. Bleibt also zu hoffen, dass die Experimente ganz im Sinne von »Jugend forscht« fortgesetzt werden und man beim 1.FC Nürnberg eher an langfristigen und stichhaltigen Ergebnissen interessiert ist, statt auf den ein oder anderen positiven Knall in einer undurchsichtigen Versuchsanordnung zu hoffen.